"Das Ding des Jahres": Joko Winterscheidt am Verzweifeln - "Meine Karriere ist im Eimer"

Beleuchtete Babyfläschchen, Kinderwippen, Matratzen, die im Kinderzimmer mitwachsen: "Das Ding des Jahres" wirkte wie auf die werdende Mutter Lena Gercke zugeschnitten. Joko Winterscheidt hatte einen schweren Stand.

Bei der Präsentation durch die künstlerisch veranlagte Unternehmerin Anke aus Wiesbaden sah das Frisieren noch so einfach aus. Dann musste Joko Hand anlegen - mit äußerst zweifelhaftem Ergebnis. "Ich bin ein Riesen-Fan von Kleidern und von Dutts", so der Juror.
Noch schlimmer lief's für Joko, als er kurz vor dem Finale der Show gegen seinen Willen in ein Spiderman-Kostüm gezwungen wurde. Eigentlich hätte er lieber ein kurzes rotes Kleid angezogen, um die Funktionsweise des cleveren Reißverschluss-Butlers "Zip up" vorzuführen. "Ich habe nur Angst, wenn ich das anziehe, dass unten was raushängt."
Wie man mehr oder weniger stilvoll ein enges Abendkleid anlegt, musste ihm dann seine Kollegin und Model Lena Gercke vormachen. Gelernt ist gelernt. Joko stöhnte dagegen im Spiderman-Kostüm: "Meine Karriere ist zu Ende", jammerte er. "Ich war so souverän bis zu dieser Sendung." Fotografieren als Spinnenmann ließ er sich dann jedenfalls vorsichtshalber nicht.
Ein Mutter-Sohn-Duo wollte mit seinem Ankleidehelfer, der das Hinter-dem-Rücken-Gefummel ersparen soll, in der dritten neuen Show Wirbel machen. "Vielleicht ist der Zip up eines Tages genauso erfolgreich wie ein Schuhlöffel", schwärmte Erfinder Gerhard. In der Endabstimmung der besten Produkte des Abends senkte das Publikum jedoch den Daumen.
Ebenfalls auf mehr Anklang hatte Tüftler Kay mit seiner in allen Härtegraden stufenlos verstellbaren Matratze gehofft. Immerhin wachse ja auch mal ein Bauch. "Oder die Freundin wird schwanger", sagte er. Lena Gercke, die selbst ein Kind erwartet, ließ sich das beim Probe-Schlummern nicht zweimal sagen.
Auch die Bumply-Babyleuchte des 31-jährigen, frisch gebackenen Familienvaters Enis aus Kiel leuchtete Lena sofort ein. Mittels einer Überstülp-Leuchte, die direkt am Babyfläschchen angebracht werden kann, müssen junge Eltern in schlaflosen Nächten kein helles Licht anschalten, um das schreiende Baby zu füttern.
Außerdem stimmte Enis, ein ziemlich pfiffiger Verkäufer in eigener Sache, seine Präsentation auch gleich auf die Themen ab, die Lena Gercke derzeit bewegen dürften. "Nachts wird auch die Mutter daran erinnert, dass sie viel trinken soll." Ach so, guter Tipp, danke!
Ebenfalls auf die Tränendrüse drückten die Erfinder Chris und Dominik, die mit "Bobby" eine Schaukel-Hilfe entwickelten. Das Ding soll "aus jeder Babyschale eine Babywippe" machen, pries es einer der beiden jungen Väter an. Ebenso wie der Bumpli war das ein Produkt nach dem Geschmack von Rewe-Chefeinkäufer Hans-Jürgen Moog. "Marktreif", lobte er.
Joko Winterscheidt war vom forcierten Gewippe allerdings zunächst nicht ganz überzeugt. "Das wirkt, als ob das Kind Heavy Metal hört und headbangt", nölte er. Tatsächlich stecken im "Bobby" feine, nach außen nicht sichtbare Sensoren. "Ich sehe sehr simpel aus", bezog Joko das gleich auf sich, "aber es ist wahnsinnig viel Technik drin."
Wieder die Kinder-Karte spielten Marina und Felix mit ihrer "mitwachsenden Kindermatratze", die wie bei einem Puzzle-Spiel erweitert werden kann. "Ich fänd's mega, wenn es das auch für Erwachsene gäbe", ließ Joko Winterscheidt seiner privaten Schlaflandschaft-Fantasie freien Lauf. "Mal ist man allein - mal zu viert."
Tatsächlich hat das originelle Matratzen-System seine Vorteile: Die Einzelteile können nicht nur "mitwachsen", sondern lassen sich leicht in der hauseigenen Waschmaschine reinigen. "Super simpel", lobte Joko. "Warum bin ich nicht draufgekommen", sagte er - und traf genau das Motto der Show.
Wieder Richtung Lena (und vermutlich auch Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, die allerdings wenig zu Wort kam) schielten die jungen Erfinderinnen Marie und Maria. Sie wollen mit einem aufblasbaren Ballon in sonst nur halbleeren Koffern für Ordnung sorgen und Verknitterungen vermeiden. Doof nur, dass das Model immer mit rappelvollem Gepäck reist.
Begeisterung lösten dagegen die Niederbayern Josef und Thomas bei Lena Gercke aus, die viel unterwegs ist und fast alle ihre bestellten Pakete verpasst. Die Bastler haben mit ihrem "Paket Safe" dafür eine Lösung zum Niederknien - beziehungsweise für Lena zum Reinsteigen. "Ihr würdet mein Leben verändern", jubelte sie.
Tatsächlich ist der abschließbare, wetterfeste Sack, in denen Lieferanten ein Paket einschließen können, eine praktische Erfindung, die vielen Bundesbürgern aus dem Herzen sprechen dürfte. "Meine private Paketstation für zu Hause", nannte sie Erfinder Thomas völlig zutreffend.
Überhaupt nicht überzeugt war Lena Gercke, die früher selbst rauchte, dagegen von der C-Boxx, einer Wegsperr-Vorrichtung für Zigaretten. Sie soll bei der schrittweisen Entwöhnung helfen. "Pah!", fauchte die werdende Mutter. "Ich glaube, dass das überhaupt nicht funktioniert", schimpfte sie. "Es schürt noch mehr die Sucht, das erzeugt ja Stress."
Den Weg, sich durch ein programmierbares Zeitschloss den Griff zur nächsten Zigarette zu ersparen, leuchtete Lena Gercke dagegen in keinster Weise ein. "Eigentlich sollte man ja aufhören, aber nicht weniger rauchen", sagte sie. Und lag damit natürlich völlig richtig. Überraschend nur, wie schnell sie bei dem Reiz-Thema aus der Haut fuhr.
Das Publikum tickte wie Gercke und schickte den Zigaretten-Box-Erfinder nach Hause. In der Finalrunde gewann letztlich ein Produkt ganz nach dem Geschmack der früheren "Topmodel"-Siegerin. "Der Paket-Safe würde alle meine Probleme lösen", sagte sie. Das Leben kann so schön sein.