Wie viel Stefan Raab steckt wirklich in der neuen Erfinder-Show "Das Ding des Jahres"? Im Interview mit unserer Redaktion verrät Juror Joko Winterscheidt, wie die Zusammenarbeit mit Raab ablief - und reagiert auf Vorwürfe, die Show würde nur von "Die Höhle der Löwen" abkupfern.

"Das Ding des Jahres" wurde im Vorfeld als neue Raab-Show, gar als Raab-Comeback bezeichnet. Dabei tritt er nur im Hintergrund als "Executive Producer" in Erscheinung. Wie viel Raab steckt wirklich in der Show?

Joko Winterscheidt: Er hat sich die Show ausgedacht, er ist das Mastermind. Er ist derjenige, der die Fäden im Hintergrund zieht. Ich glaube schon, dass das eine klassische Raab-Sendung ist, ohne dass er selbst darin auftaucht. Ich würde sagen: Das ist 100 Prozent Raab.

Auch bei den Aufzeichnungen war er stets dabei. Wie lief die Zusammenarbeit zwischen euch beiden ab?

Da gibt es keinen großen Unterschied zu anderen Produktionen. Das ist ein ganz klassisches Arbeitsverhältnis. Es gibt ganz normale Redaktionskonferenzen. Es gibt auch nicht unbedingt Hierarchien, in denen der eine mehr zu sagen hat als der andere.

Ich weiß aber, worauf du hinauswillst. Hier sitzt nicht ein Stefan Raab, der sagt: "So läuft das und so nicht." Es war ein wunderbares Miteinander. Wenn Ideen aufkamen, hat am Ende die beste gewonnen. Da ist es egal, ob die Idee von Stefan oder von mir war oder von jemand ganz anderem.

"Das Ding des Jahres" ist eine Erfinder-Show. Da denkt man schnell an ein Plagiat von "Die Höhle der Löwen". Wie innovativ ist "Das Ding des Jahres" - auf einer Skala 1 (Daniel Düsentrieb) bis 10 (Karl-Theodor zu Guttenberg)?

Eine sehr gute Skala. Es sind jedenfalls sehr viele Daniel Düsentriebs dabei.

Grundsätzlich kann man die Sendungen aber nicht vergleichen. "Die Höhle der Löwen" basiert auf dem Investoreninteresse. Kann man da investieren? Ist es eine gute Geschäftsidee?

Beim "Ding des Jahres" geht es um die Erfindung an sich. Um den Menschen, der das erfunden hat. Und eher um die Frage: Kann man das gebrauchen?

Die Haltung gegenüber der Erfindung ist also eine andere. Deswegen hinkt der Vergleich ein wenig.

Vor rund einer Woche hast du deinen Vertrag bei ProSieben verlängert, weil du laut deiner Aussage "zwei Urlaubstage mehr" bekommst im Jahr. Warst du schon immer so ein knallharter Verhandlungsführer?

Nein, ganz ehrlich: Ich habe nicht zwei Urlaubstage mehr im Jahr ausgehandelt, es sind sogar vier. Aber ich wollte in der Öffentlichkeit nicht als zu gierig wahrgenommen werden.

Jetzt habe ich dir überhaupt keine Frage zu Klaas gestellt. Ist es nicht schön, mal nicht über ihn sprechen zu müssen?

Ne, ich rede gerne über Klaas.

Dann bitte …

Wir sind trotzdem sehr eng miteinander, auch wenn wir jetzt nicht mehr tagtäglich Shows miteinander machen. Wir haben auch eine gemeinsame Firma, über die wir uns regelmäßig unterhalten.

Klaas kommt im März mit seiner neuen Late-Night-Sendung ins Programm. Da bin ich sehr guter Dinge, dass das ein Meilenstein der deutschen Fernsehunterhaltung wird.

Er geht darin gerade wirklich auf. Deswegen bin ich mir sicher, dass das eine gute Show wird. Er macht jetzt das, was er schon immer wollte. Da bin ich total neidfrei und freue mich einfach wahnsinnig für ihn.

Neben Joko Winterscheidt sitzen das Model Lena Gercke und REWE-Einkaufchef Hans-Jürgen Moog in der Jury von "Das Ding des Jahres". Die Erfinder-Show startet am Freitag, den 9. Februar, um 20:15 Uhr auf ProSieben. Die zweite Folge läuft bereits tags darauf, ebenfalls um 20:15 Uhr.
Bildergalerie starten

Joko Winterscheidt: Moderator, Investor, Spaßvogel der Nation

Vom MTV-Moderator über "Circus HalliGalli" zum Start-up-Investor: Joko Winterscheidt wird am 13. Januar 39 Jahre alt. Wir blicken auf seine Karriere - mit und ohne Klaas.