Joey Heindle brennt seine Unterhosen ab, Joachim Llambi taumelt über ein Hausdach - in "Crash Test Promis" versucht RTL Wissensshow und Dschungelcamp zu verbinden. Aber warum muss das nur so öde sein?

Gleich zu Beginn sagt Moderator Daniel Hartwich: "So verrückt war bisher noch keine Show". Damit ihm das auch jeder glaubt, hat er Flammenwerfer an die Unterarme geschnallt, die er in unregelmäßigen Abständen abfeuert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist klar: Der Zuschauer sollte nicht zu viel erwarten. Denn das war schon so ziemlich das Verrückteste, was "Crash Test Promis" zu bieten hat.

In dem neuen Format, von dem zunächst vier Folgen aufgezeichnet wurden, treten Stars an, um Wissensfragen im Selbstversuch aufzulösen. Quasi als "Krönung der Promiverwertungskette", wie es Hartwich ausdrückt. Zum Auftakt der Show sind das ausschließlich RTL-Eigengewächse: "Let’s Dance"-Juror Joachim Llambi, "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!"-Gewinner Joey Heindle und die beiden RTL-Moderatoren Nina Moghaddam und Steffen Hallaschka.

Krasser als das Dschungelcamp

Als erstes muss der Dschungelkönig raten, was am ehesten vor Flammen schützt. Kondensmilch, Flüssigwaschmittel, Leitungswasser oder Sonnencreme. Er entscheidet sich für letzteres und sieht mit an, wie der Testdummy in Flammen aufgeht. "Das mach ich nicht, das mach ich nicht, das mach ich nicht!", brüllt er daraufhin. Natürlich lässt er sich trotzdem in Unterhosen auf die Rampe schnallen. Es gilt schließlich zu beweisen, dass Wasser am besten vor Feuer schützt.

Das sei krasser als das Dschungelcamp, sagt er danach. Ist es natürlich nicht, aber irgendwie muss die neue Show ja zumindest versuchen, etwas Spannung aufzubauen.

Zwar versucht Hartwich gewohnt schnodderig, etwas Dschungelflair in "Crash Test Promis" zu bringen, doch es ist offensichtlich, dass das neue Format nur eine weitere wissenschaftlich angehauchte Sendung mit Stargästen ist. Eigentlich wartet man nur darauf, dass Bernd Hoëcker oder Wigald Boning vor die Kamera treten, um das Phänomen altklug zu erklären.

Stattdessen wird Nina Moghadam - nur gehalten von der Saugkraft eines Staubsaugers - von einem Kran in die Luft gezogen. Steffen Hallaschka landet im Windkanal. Und Joachim Llambi balanciert mit verbundenen Augen auf einem Hausdach. Das macht die übliche Frotzelei mit Daniel Hartwich auch nicht viel spannender.

Alltagsfragen, Sinnestäuschungen und Telefonhotlines

So viel zu den Höhepunkten. Denn der Hauptteil von "Crash Test Promis" besteht aus erstaunlich viel am Pult stehen und banale Fragen aus dem Alltag beantworten. Womit bekommt man Flecken aus der Kleidung? Wein. Wie kann man Fingerabdrücke von einem Kühlschrank entfernen? Mit einer Scheibe Toastbrot. Dazu noch Sinnestäuschungen und eine Quizfrage für die Zuschauerhotline, die nicht einmal eine ist ("Promi" ins Handy eingeben reicht), fertig ist die leichte Unterhaltung für die Familie, die schon längst nicht mehr gemeinsam vor dem Fernseher sitzt.

Dass ausgerechnet der vermeintliche Klimax der Show, der über die ganze Sendezeit vollmundig als "Danger Zone", also Gefahrenzone, angekündigt wird und einfach so verpufft, passt irgendwie ins Konzept. Nina Moghaddam, die am wenigsten Punkte gesammelt hat, nimmt mit Helm in der Mitte von einem halben Dutzend Ölfässer Platz. Hektisch rennen Mitarbeiter zu den Requisiten und machen sich schnell wieder aus dem Staub. "Warum bleibt ihr denn nicht?", ruft Moghaddam.

Kurz darauf explodiert der Inhalt der Fässer und Tischtennisbälle fliegen in die Luft. Moghaddam lacht. So verrückt war tatsächlich noch keine Show.