Zickenkrieg, mehr oder minder intelligente Sprüche und Tränen: Die neue Kuppelshow "Catch the Millionaire" auf ProSieben bietet vor allem eines: ganz viel "Bachelor"-Abklatsch. In der ersten Folge fliegen gleich mal sechs Frauen raus, eine Kandidatin spielt sich in den Vordergrund und wir lernen, dass Austern wie "alte Muschi" riechen.

Willkommen zur neuen Staffel von "Der Bachelor". Nein, halt – zur ersten Staffel von "Catch the Millionaire". Da kann man schon mal durcheinander kommen. Denn das neue Sendeformat von ProSieben erinnert stark an das Konkurrenz-Programm des Senders RTL. Der Unterschied: Bei "Catch the Millionaire" buhlen 18 Frauen um die Gunst von drei angeblich wohlhabenden Männern. Doch nur einer von ihnen ist tatsächlich ein Millionär: Dennis. Das wissen die Zuschauer, die Kandidatinnen hingegen nicht.

In der ersten Folge müssen die beiden Normalo-Männer Gero und Chris erst einmal millionärstauglich gemacht werden. Das übernimmt ein sogenannter Society-Experte. Er findet, dass beide Männer Charme hätten. Dass sie aber Millionäre sind, würde ihnen keiner abkaufen. Deswegen verpasst der Society Experte Gero und Chris eine neue Biographie und gute Manieren. Es bleibt aber zu bezweifeln, ob die 18 Herzensdamen auch ohne das Zutun des Fachmanns überhaupt einen Unterschied bemerkt hätten.

Am Anfang war alles noch ganz romantisch beim "Bachelor" Jan Kralitschka und seiner Auserwählten Alissa. Doch schon kurze Zeit später war schon wieder alles vorbei - und heute weiß Alissa auch, was alle TV-Zuschauer schon vor ihr wussten: Das war doch alles gar nicht echt.

Denn die Kandidatinnen verhalten sich ganz so, wie sich Frauen in einer Kuppelshow verhalten sollen. Sie kreischen begeistert, als sie die gemeinsame Villa in der Toskana betreten. Und natürlich streiten die Mädels, klopfen markige Sprüche und tragen tonnenweise Schminke im Gesicht.

"Halt einfach dein Maul"

Eine Teilnehmerin drängt sich schon früh in den Vordergrund: Natalia. Klar, dass es deswegen zu Reibereien kommt. Schon in der ersten Folge rasselt sie in einer Diskussion mit Melanie aneinander. "Übertreib’s nicht, sonst haben wir ein dickes Problem", sagt Natalie. Natürlich hat Melanie die passenden Worte entgegenzusetzen. "Halt einfach dein Maul", sagt die Architektur-Studentin.

Auch beim Essen beweist Natalia, dass sie nicht auf den Mund gefallen ist. Als sie Austern vorgesetzt bekommt, weiß sie nicht so recht, ob sie die Muscheln schlürfen oder mit dem Besteck essen soll. Doch Natalie hat sowieso nicht vor die Austern zu essen. "Das riecht schon so nach alter Muschi", sagt sie und kichert.

Auch die in den USA geborene Almina sorgt mit ihren Ansichten für Aufsehen – alleine schon bei der Wahl ihres Idols. Denn ihr Vorbild ist It-Girl Kim Kardashian. Dank der vielen Schminke, des Lipgloss und des ganzen Bling-Bling an ihrem Körper ähnelt Almina ihrem Idol auch ein wenig. Dazu weiß die Kandidatin genau, wie ihr zukünftiger Mann auszusehen hat. Er soll gebildet, gepflegt und metrosexuell sein. "Er soll wie ein Homosexueller aussehen, aber auf Frauen stehen", sagt Almina.

Für sechs Frauen endet die Jagd nach dem Millionär schon sehr früh. Als erstes trifft es Isabell, Sarah und Yasmina. Sie hätten "nicht genügend Berührungspunkte" mit den drei Männern gehabt, sagen Dennis, Gero und Chris.

Halskette statt Rose

Bei der zweiten Entscheidung kupfert "Catch the Millionaire" erneut von "Der Bachelor" ab. Die Teilnehmerinnen, die bleiben dürfen, bekommen aber statt einer Rose eine Halskette umgehängt. Giovanna, Anna und Tanja gehen leer aus. Für Anna sei diese Entscheidung kein Problem, ihr hätte sowieso keiner der drei Männer gefallen. "Du kaufst dir doch keine Schuhe, wenn du keine Füße hast", sagt sie.

Tanja gibt sich alle Mühe, ihre Enttäuschung zu verstecken. "Ich trag’s mit Fassung", sagt sie. Währenddessen weint, schnieft und schluchzt sie aber. Mit der Fassung ist es dann ganz vorbei, als Tanja gegen die drei Männer nachtritt. "Nach zwei Tagen sechs Leute nach Hause zu schicken, ist makaber", sagt sie.

Erste Folge floppt

Manche der ausgeschiedenen Kandidatinnen trifft der Rauswurf wohl doch härter, als sie zugeben wollen. Auch ProSieben dürfte enttäuscht sein: Mit "Catch the Millionaire" gelingt dem Sender nicht der erhoffte Sommerhit. Lediglich 940.000 Zuschauer der werberelevanten Gruppe der 14 bis 49 Jährigen schalteten am Donnerstagabend ein. Das ist ein Marktanteil von 10,8 Prozent. Der Senderschnitt im Juni lag bei 12,1 Prozent. Zickenkrieg, mehr oder minder intelligente Sprüche und Tränen – alles irgendwie schon gesehen. Das finden wohl auch die Zuschauer. (am)