(lug) - Eigentlich hatte Sascha Sirtl nach seinem Gewinn der Reality-Show "Big Brother" ausgesorgt. Jetzt steht er vor dem finanziellen Ruin. Wegen einer unerwarteten Steuernachzahlung ist von der Million nichts mehr übrig.

Nachdem das Finanzamt in seiner Oberfränkischen Heimatstadt befand, sein Gewinn aus der fünften "Big Brother"-Staffel von 2005 sei einkommensteuerpflichtig, prozessierte Sascha Sirtl sieben Jahre lang für sein vermeintliches Recht. Jetzt sind alle Instanzen erschöpft und das Geld ist weg.

Die zu zahlende Summe beträgt über 700.000 Euro. Sirtl erklärt gegenüber "Bild.de": "Ich verliere alles. Ich muss Privatinsolvenz anmelden."

Tatsächlich konnte der blonde Surfer-Typ 2005 guten Gewissens davon ausgehen, dass seine Million steuerfrei sei: "So haben es die Moderatoren und Produzenten immer gesagt." Tatsächlich werden die Gewinne aus Wetten oder Lotto und Sendungen wie "Wer wird Millionär" nicht versteuert. Auch "Big Brother" galt bislang als Spielshow.

Die Richter vom Bundesfinanzhof scheinen das allerdings anders zu sehen. In der Urteilsbegründung steht, die Reality-Show sei kein Spiel sondern Arbeit: "Der Kläger schuldete – wie alle anderen Kandidaten auch – dem "Big Brother"-Veranstalter seine ständige Anwesenheit in dem Show-Haus; er musste sich während seines Aufenthalts ununterbrochen filmen und belauschen lassen und nach Auswahl an Wettbewerben mit anderen Kandidaten teilnehmen...."

Angeblich sollen nach Sirtl alle Kandidaten ihren Gewinn versteuert haben. Dem heute 34-Jährigen hilft das herzlich wenig, sein Schicksal wird als Kollateralschaden hingenommen. Laut "Bild.de" heißt es intern: "Sascha war halt der Erste, den hat's unvorbereitet erwischt."

Dabei hat Sascha Sirtl laut eigener Aussage gar nicht unvorsichtig gewirtschaftet. Etwa die Hälfte des Gewinnes habe er beiseite gelegt. Angesichts der Flut an Kosten die auf ihn zukommen, reicht dieser Betrag lange nicht aus, um alle Verbindlichkeiten zu decken.