Joko Winterscheidts Spielshow mit den etwas anderen Sportwettkämpfen geht in die vierte Runde: Diesmal muss unter anderem ein Boxweltmeister Rollschuhe tragen, während ein Diskuswerfer auf einen Bürostuhl gebannt wird.

Eine Kritik
von Christian Genzel, Freier Autor

Mehr TV-News finden Sie hier

Breite weiße Flächen? Menschen auf Skiern? Schneegestöber bei den derzeitigen Temperaturen? Die Lösung ist einfach: Die Sequenz wurde schon im März aufgenommen - und bringt bei der derzeitigen Hitzewelle beinahe eine willkommene Kühle ins Wohnzimmer.

Joko Winterscheidt tritt in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding im Biathlon gegen Profisportler Andreas Birnbacher an. Der hat unzählige Goldmedaillen und einige Weltcupsiege auf seinem Konto - es ist also nicht einmal mit angehängtem Handicap ein ausgewogener Kampf.

Winterscheidt schnauft und ächzt, kommt kaum von der Stelle. "Die Schande von Ruhpolding", seufzt Kommentator Elmar Paulke. "Es ist kein Sport, den wir hier sehen. Es ist Bewegungstherapie".

Spannende und witzige Wettkämpfe

Mit Winterscheidts Totalverlust eröffnet die vierte Folge seiner Spielshow "Beginner gegen Gewinner". Hier dürfen Normalsterbliche gegen Spitzensportler antreten, denen sie der Ausgewogenheit halber einen Pferdefuß andichten können - natürlich nur als Auswahl aus drei vorgegebenen Möglichkeiten.

Dabei entstehen wie zuvor einige spannende Wettkämpfe. Zum Beispiel im Boxring gegen den deutschen Box-Weltmeister Tyron Zeuge: Der muss wie in einem Cartoon auf Rollschuhen laufen, was sowohl seine Angriffs- wie auch seine Verteidigungsmöglichkeiten stark einschränkt.

Bis zum K.O. geht der Kampf gegen seinen Herausforderer Vadim nicht. Es ist ein freundlicher Austausch, die beiden Gegner tänzeln viel umeinander herum. Trotzdem geht Vadim immer wieder forsch zum Angriff über - und gewinnt die drei angesetzten Runden mit neun zu drei Punkten.

Auch Billard ist dabei

Auch eine Billardpartie gegen Ralf Souquet wird geboten - ein dreifacher Weltmeister, der nebenbei auch über 40 deutsche Meisterschaften gewonnen hat. Er muss mit einem gigantisch langen Queue hantieren - was sein Talent tatsächlich aber nur zu einem kleinen Ausmaß einschränkt.

Zum Glück ist sein Gegner Sascha auf Zack: Konzentriert locht er einen Ball nach dem anderen ein. Da Souquet dank des Riesenqueues ein- oder zweimal nicht hundertprozentig präzise spielen kann, gewinnt Sascha das Spiel.

Witzig ist auch eine Beachvolleyballrunde mit Chantal Laboureur und Julia Sude, beide ebenfalls mit langen Erfolgslisten gesegnet. Im Kampf gegen die Studentinnen Lisa und Laura müssen die Profis Schwimmflossen an den Füßen tragen, was ihrem Spiel doch ein wenig die Eleganz raubt. Trotzdem gewinnen sie gegen die Amateure.

Originell, aber zu lang

Leider geht die an sich witzige und unterhaltsame Show wie zuvor auch viel zu lang: Satte vier Stunden lang werden die Wettkämpfe aneinandergereiht, wo es zwei auch getan hätten.

So bleiben einige spätere Wettkämpfe trotz pfiffiger Handicap-Ideen weniger aufregend, weil die Angelegenheit so langgezogen wird. Dass Diskuswerfer Daniel Jasinski von einem Bürostuhl aus schleudern muss, ist originell, ebenso wie der aufgestellte Esstisch, über den Bowlingmeister Xander van Mazijk seine Kugel werfen muss - aber in der Ausführung ziehen sich die Partien dann doch zu sehr.

Am Ende siegt der erfolgreiche Boxer Vadim, weil er einen kniffligen Flummi-Trickshot gegen zwei weitere Kandidaten als erster in den vorgesehenen Behälter befördern kann.

Er geht mit einem Jackpot von 57.000 Euro heim. Die stillen Sieger bleiben aber die Weltmeister - ganz einfach, weil sie souverän genug sind, sich hier mit all ihrem Können so unelegant zu zeigen.