Endlich - Finale bei "Bauer sucht Frau"! Inka Bause zeigte in der letzten Folge der zehnten Staffel, was aus den seltsamen Paaren seit dem ersten Kennenlernen wurde. Richtig spannend ist das nicht - und erträglicher macht es die Sendung auch nicht.

Es ist vorbei, bye bye Bauernnot, es ist vorbei, bye bye. Sie merken, wenn jemand Rio Reiser verunstaltet, dann ist ist das blanke Erleichterung. Es ist geschafft. Und während ich das hier schreibe, natürlich in Lederhosen, lege ich in stiller Trauer Wurstherzen auf meinem Schreibtisch. Die zehnte Staffel von "Bauer sucht Frau" ist vorbei. Und um die Zitateschleuder mit dem billigsten aller verfügbaren Sprüche endgültig implodieren zu lassen: Das ist auch gut so.

In Folge sieben von "Bauer sucht  Frau" zerstören die Teilnehmer der Show nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch noch das von unschuldigen Welpen. Wo ist bloß der Fernsehrat, wenn man ihn mal braucht?

Die Frage, die sich bei einer Show wie "Bauer sucht Frau" immer stellt, ist: Darf man sich über die liebestolle Landbevölkerung, die offensichtlich nicht alle Latten am Zaun hat, lustig machen? Die Antwort ist einfach: natürlich. Man muss es sogar. Nach zehn Staffeln kann niemand mehr behaupten, er wisse nicht, auf was er sich da einlässt. So groß kann kein Hormonstau, so schädlich kein Dunggeruch sein. Wer an "Bauer sucht Frau" teilnimmt, setzt sich dem Spott in vollsten Bewusstsein aus. Nun denn: Hier kommt er.

Er hat doch kein Interesse

Zehn Bauern haben sich im Sommer gemeldet, fast alle haben sich verliebt, erklärt Inka Bause gleich zu Beginn. Aber verliebt sein, nun ja, das ist immer relativ. Nach ein paar Monaten sind davon nicht mehr so viele übrig. Kerstin etwa hatte schon die Wohnung und den Job gekündigt, die Koffer waren gepackt, doch Peter meldete sich aus Portugal: Er habe kein Interesse. Für seine Angebetete brach eine Welt zusammen, für den Zuschauer nicht. Die Liebesgeschichte der beiden in "Bauer sucht Frau" war in etwa so leidenschaftlich wie ein Eskimohintern auf einer Eisscholle.

Außerdem diesmal bei "Bauer sucht Frau": Ponys und heiße Duschen.

Gunther und Jenny haben ebenfalls das Zeitliche gesegnet. Also in Sachen Beziehung. Sie sei zwar die "perfekte und tolle Frau" gewesen, sagt der Schweinelandwirt, Zeit wollte er trotzdem nicht mit ihr verbringen. Das könnte aber auch daran liegen, dass er sich bereits die nächste Frau angelacht hat. Die "passt charakterlich perfekt" zu ihm. Mein Beileid. Für beide.

Wenn die Untertitel nicht Demütigung genug sind

Seine Untertitel weiterhin alleine schreiben muss auch Markus. Falls Sie sich nicht erinnern: Weil er bei Damenbesuch nicht mal die Bettwäsche wechselte, flüchtete seine erste Angebetete schneller, als sie "Meine Güte, ist das eklig hier", sagen konnte. Nummer zwei hat offenbar etwas länger gebraucht, um das zu erkennen. Die wirklich spannende Frage bleibt allerdings: Warum verpixelt RTL Markus' komplette Oberbekleidung? Waren die Untertitel nicht Demütigung genug? Wir werden es nie erfahren. Immerhin bekommen die beiden Sendeminuten, im Gegensatz zu Sebastian und Ines. Die haben sich auch getrennt. Irgendwo abseits einer Fernsehkamera. Mehr erfahren wir nicht.

Doch nun zu den guten Nachrichten. Also für die Bauern, nicht für die Zuschauer. Louise, das hessische Nuschelmonster, ist zu Karlheinz gezogen. Oder wie sie es ausdrückt: "Des is werklisch Deckel uff Kopp." Verstehen Sie nicht? Ich auch nicht. Und ich bin Hesse.

Apropos Kommunikationsprobleme: Die haben auch Rolf und Janine. Vielleicht haben sie sich deshalb verliebt. Den Beweis liefert folgende Kommunikation eines Freundes mit Rolf. Er: "Die ist aber süß." Rolf: "Mir ist es auch wichtig, dass er glaubt, dass wir gut zusammen passen." Jeder hört eben, was er will.

"Du bist mein Traum bei 'Bauer sucht Frau'"

So und nicht anders muss es auch Martina ergangen sein. An einem lauschigen Plätzchen gesteht ihr Gottfried in der letzten Folge noch einmal seine Liebe. Mit einem Lied zu verstimmter Gitarre. Kostprobe gefällig? "Ich wusste ganz genau, du bist mein Traum bei 'Bauer sucht Frau'." Ihre Antwort: "In dem Moment hat mein Herzschlag aufgehört." Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.

Fehlt nur noch ein Paar: Rainer und Heidi. Das Beste hebt man sich bekanntlich bis zum Schluss auf. Ihnen widmete RTL die meiste Sendezeit in der Staffel und noch einmal in der letzten Folge. Die Beziehung des seltsamen Duos endete auf "spektakuläre Weise". Und das obwohl Heidi "die Richtige" war, weil sie "immer so gute Sachen gekocht hat".

Neues Hemd, alte Geschichte

Für seine Geschichte hat sich Rainer extra in ein neues Hemd geschwungen, die Haare frisiert und frisch gefärbt. Einem Freund erzählt er das Unglaubliche, während sie aus riesigen Humpen Bier schlürfen. Heike ist auf den Hof gestürmt und hat ihn beschuldigt, etwas mit anderen Frauen zu tun zu haben. Nein! Dann hat sie sich in sein Bett gelegt und tot gestellt und die Polizei musste anrücken. Doch! Aber was das Schlimmste war - sie ist nicht 40 sondern 50 Jahre alt! Ohhhh!

Das wäre zum Abschluss zumindest halbwegs spannend gewesen, wenn diese Geschichte nicht schon die "Bild"-Zeitung vor Wochen berichtet hätte. Aber wir können uns sicher sein, ein solch explosives Pärchen wird RTL nicht so einfach von dannen ziehen. Ich prophezeie schon jetzt: Mit Rainer hat "Bauer sucht Frau" seine Beate gefunden. Falls Sie die nicht kennen, können Sie sich glücklich schätzen. Falls Sie trotzdem die Neugier übermannt, googeln sie den Namen in Kombination mit "Schwiegertochter gesucht". Spätestens danach ist klar: Es geht immer schlimmer. Hoffen wir, dass die beiden nie aufeinandertreffen.