Nicht nur ihr eigenes Leben zerstören die Teilnehmer von "Bauer sucht Frau" in Folge sieben der Show, sondern auch noch das von unschuldigen Welpen. Wo ist bloß der Fernsehrat, wenn man ihn mal braucht?

Wollen Sie die gute oder die schlechte Nachricht zuerst hören? Machen wir es uns einfach: Sie bekommen beide gleichzeitig. Also Rainer und Heike. Denn dummerweise ist die Hofwoche des Gruselpaars von "Bauer sucht Frau" noch immer nicht vorbei. Aber es gibt noch Gerechtigkeit. Die liebestolle Blondine bekommt beim Hufeschneiden der Schafe erst einmal eine gepfeffert. Keine Sorge, verletzt wurde niemand. Ein Schaf führte spontan aus, was man sich als Zuschauer schon lange gewünscht hat. Doch wo Licht ist, da ist auch immer Schatten: Rainer zieht sich in Folge sieben aus. Oben rum. Der Rest wäre wohl auch RTL zu hart gewesen und ein eindeutiger Verstoß gegen die Genfer Konventionen.

Rainer hat nämlich überall Löcher in den Klamotten, wie Heike bemerkt. Der Schäfer findet das aber "gut". Denn wer Löcher bemerkt, der interessiert sich für einen, so sein vollkommen logischer Umkehrschluss. Also zieht er sein T-Shirt aus. Dazu läuft "Careless Whisper" von George Michael. Zumindest das ist ganz großes Kino. Heike scheint die gleiche Platte in ihrem verwirrten Kopf zu hören, sie quiekt betört: "Das Rainer ist ein schöner Mann". Der Großhirn von das Heike stellt wohl gerade das Funktion ein.

Im Überschwang der Gefühle

Ähnlich liebestoll geht es bei Rolf und Janine zu. Letztere zerstört im Überschwang der Gefühle die Zukunft zweier vielversprechender Hundewelpen, indem sie sie "Harry und Larry Knickohr" tauft. Rolf gesteht direkt beim ersten Date: "Ich kann mir ein Leben nicht mehr ohne dich vorstellen". Sie sagt: "Oh". Damit ist alles gesagt. Viel Erfolg für den gemeinsamen Rest des Lebens.

In dieser Woche musste bei "Bauer sucht Frau" die Polizei anrücken. In der Show selbst sieht man davon aber nichts. Stattdessen planen die Bauern bereits die Rente. Und der Welpenkrauler ist wieder da.

Aber so ein Lebensentwurf sieht bei jedem schließlich anders aus. Die einen werden Knickohren, die anderen wollen einfach "gemütlich zusammen leben". Peter zum Beispiel. Er wohnt in Portugal und die Beziehung zu seiner "Bauer sucht Frau"-Kandidatin ist in etwa so heiß wie der Hintern eines Polarbären auf einer Eisscholle. Das könnte aber auch daran liegen, dass Kerstin in Folge sieben seinen geliebten Nacktkalender durch ein Bild von sich selbst ersetzt. Sie fragt: "Fällt dir was auf?" Er: "Nö". Die einzige wirklich hilfreiche Erkenntnis bei diesem Paar: Bahnhöfe in der portugiesischen Provinz sehen auch nicht anders aus als Bahnhöfe in der deutschen Provinz.

Bei "Bauer sucht Frau" erzittern Frauenknie

Doch es geht auch anders. Ab jetzt bei "Bauer sucht Frau": Günther, Winzer aus Südtirol. Sein Hof mit Blick auf Berge und See lässt Frauenknie erzittern. Er sitzt nonchalant auf der Vespa und hat eine Rose gepflückt. Denn auf "Blumensträuße und Romantik" steht er nicht. Er spricht in ganzen, verständlichen Sätzen. Seine Kandidatin Claudia auch. Wie konnte das nur passieren? Und die Freude beim Wiedersehen, ja, die sieht tatsächlich echt aus! Ist das noch die gleiche Sendung?

Offenbar, denn nur wenig später sitzen Straußzüchter Gottfried und Martina auf einer Bank vor seinem Haus. Das Paar also, das man schon nach Sendung eins direkt wieder vergessen hatte. Der Hof ist taghell erleuchtet, RTL hat alles aufgewendet, um die Situation spontan aussehen zu lassen. Also wie ein Casino in Las Vegas. Er trinkt Bier, sie Spezi. Er legt einen Arm um sie, sie hält soviel Abstand, wie man auf einer Bank eben in dieser Situation halten kann. Er sagt: "Wenn ich mich mit Sternen auskennen würde, würde ich dir den Großen Wagen zeigen." Sie sagt nichts. Ich sage: Wenn ich wüsste, wie ich diesen Sender von meinem Fernseher bekomme, ich hätte es schon längst getan.