Nun ist der Alltag von Landwirten ohnehin nicht leicht. Tiere versorgen, Ernte einfahren, EU-Bürokram erledigen. Dank "Bauer sucht Frau" kommt bei manchen aber noch ein weiterer Punkt auf die To-do-Liste: sich entscheiden. Wie zum Beispiel bei Farmer Jörn in der jüngsten Folge.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Normalerweise überbringt man schlechte Nachrichten ganz vorsichtig, aber Inka Bause mag es lieber kurz, als schmerzlos. "Farmer Jörn muss sich entscheiden, mit wem er seine Zukunft verbringen möchte." Zack.

Wenn Sie jetzt denken: Geht so, hab schon schlimmere Nachrichten gehört, dann sind Sie wohl nicht ganz firm im "Bauer sucht Frau"-Universum – was man Ihnen natürlich zugutehalten möchte. In dieser Parallelwelt nämlich sind Entscheidungen so attraktiv wie eine neue Düngemittelverordnung oder ein Subventionsabbau.

Nun mag man sich also vorstellen, wie unangenehm Farmer Jörn in Namibia der Umstand ist, dass er sich diesmal zwischen Oliwia und Ilona entscheiden muss. Den anderen Bauern geht es da besser, denn entweder hatten sie sowieso nur eine einzige Frau zur Hofwoche geladen oder sie ist ihnen schon stiften gegangen oder aber sie haben sie bereits selbst hinauskomplimentiert.

Irmgard ist tierlieb – sie lässt schlachten

Wie zum Beispiel Farmer Andreas in Kanada. Der hatte zunächst Angelika mit auf seinen Betrieb genommen, doch die Tierliebhaberin hat dem Selbstversorger zu wenig Fleisch gegessen und schlachten wollte sie schon gleich gar nicht.

Also muss Ersatz her und deshalb macht sich Andreas auf zum Hotel, wo Irmgard auf der Ersatzbank sitzt. "Wie aus dem Himmel gefallen steht da einfach der Andreas da", verleiht Irmgard ihrer Überraschung Ausdruck, schließlich sollte sie ursprünglich ganze zwei bis drei Tage zwischengeparkt werden.

Durch Angelikas Auswechslung sind ihre Chancen bei Andreas nun sprunghaft gestiegen, sie muss sich eigentlich nur noch selbst schlagen, der Ball liegt vorm leeren Tor. Erst einmal lernt sie aber die anderen Mitbewohner von Andreas kennen.

"Irmgard ist ausgestiegen und die Hunde sind sofort auf sie gestürzt", kommentiert Andreas die offenkundig freudige Begrüßung und gibt folgende Erkenntnis weiter: "Wenn jemand so schnell mit den Tieren Kontakt hat, ist sie sicher ein guter Mensch."

Wenig später besucht Andreas mit Irmgard noch die Kaninchenställe, wo sich Irmgard ebenfalls verzückt zeigt. Verständlich, denn Kanada ist irgendwie wie Youtube, süße Kaninchen gehen immer.

Und auch hier zeigt Irmgard ihre immense Tierliebe: "Du hast keine Probleme mit dem Schlachten?", fragt Andreas mit Blick auf künftige Kaninchenbraten. "Nein, wenn du das machst, dann ist das so. Das Beil nehm ich nicht in die Hand", zeigt sich Irmgard zumindest teilweise kooperativ.

Immer eine Handbreit Hand am Po

Doch lassen wir unseren Blick nun nach Bayerisch-Schwaben wandern, wo Bauer Stephan versucht, das Image der Region aufzubessern. Stephan hat seine Steffi zu sich auf den Hof geholt und begrüßt sie nach der ersten Nacht wie immer mit einem beherzten Griff ans Gesäß. "Ihr Blick alleine, der verzaubert mich jedesmal wieder", erklärt der Bauer, was ihm an seiner Steffi besonders gut gefällt.

Was ihm sonst noch so gefallen würde, erklärt Stephan, als die beiden den großen Esstisch bewundern. "Wir können ja Gäste ohne Ende einladen", staunt Steffi, doch Stephans Sitzplan sieht anders aus: "Wieso Gäste? Eins, zwei, drei, vier Bambinos!" "Erstmal eins", versucht Steffi, nichts zu überstürzen, aber die Wohnungsbesichtigung hat gerade erst angefangen.

Stephan zeigt ihr noch ein leeres Zimmer, "für das Baby". "Und jetzt gehen wir in den Raum, wo die Babys gemacht werden", erklärt der engagierte Hausherr, während er ihr das Schlafzimmer vorführt. An dieser Stelle: Steffi, wenn du das hier liest, dann zwinker in der nächsten Folge dreimal – wir kommen und holen dich da raus.

"Da hat er aber eine Schnecke dabei"

Die Bauern auf den anderen Höfen gehen die Sache allerdings auch nicht weniger ambitioniert an. Bauer Dirk ist in der vergangenen Folge die Erstbesetzung abhandengekommen, weshalb er nun eine neue Frau vorsprechen lässt.

"Aufgeregt bereitet er das Gästezimmer für eine neue Besucherin vor", erzählt Bause . Wie sie nun genau eine Aufregung attestiert, bleibt ein Geheimnis, denn Dirk fährt lediglich mit dem Staubsauger über den Teppich.

Wenig später ist dann Lena da, die sich eigentlich für Bauer Bernhard interessiert hatte. Aber unter Bauern ist man generös, also schreibt Dirk jetzt Lena auf seinen Deckel.

"Wenn man eine Frau haben will, muss man sich schon ins Zeug legen", weiß Bauer Dirk und da kann man dem jungen Mann keinen Vorwurf machen, schließlich hat er eine Torte backen lassen.

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Auch Bauer Christian kommt endlich zum Zug. Er hat die 51-jährige Dani aus Luxemburg kommen lassen, worüber sich vor allem Vater Karl freut: "Du siehst auch noch gut aus. Da hat er aber eine Schnecke dabei."

Bei der anschließenden Hausbesichtigung bemängelt Dani die fehlende Dekoration und gibt ihr Geschlechter-Wissen aus dem 18. Jahrhundert preis: "Daran merkt man, dass keine Frau im Haus ist." Richtig. Häufig merkt man aber auch einfach, dass keine Frau im Haus ist, daran, dass keine Frau im Haus ist.

Ilona darf gehen müssen

Ja, RTL lässt auch in dieser Folge nichts unversucht, seine "Bauer sucht Frau"-Protagonisten im besten Licht dastehen zu lassen. Doch zum Abschluss wollen wir noch Jörns Entscheidung mitteilen. Jörns Wahl fiel auf Oliwia. Zuvor musste die junge Frau aber noch Jörns Vater bei den Rindern zur Hand gehen – und zwar mit einem ganz langen Handschuh.

Und während Oliwia so mit ihrem Arm im Darm der Kuh steckt, gibt ihr Jörns Vater noch eine Lektion fürs Leben mit: "Wenn das Tier nach hinten schieben sollte, musst du ganz schnell deinen Arm rausholen." Man weiß nie, wann man das mal brauchen kann.

Vielleicht fiel Jörns Wahl bei so viel Einsatz deshalb auf Oliwia. Vielleicht hat es aber auch ganz andere Gründe, die Jörn vor der Entscheidung andeutete: "Beide Mädels sind supertoll. Ich finde Oliwia optisch schöner. Aber da kommt dann Ilona, die ist eine kleine Dynamitstange. Eine ist schön, eine ist lebendig. Das ist nicht so einfach."

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