Ebenso skurrile wie kultverdächtige Kandidaten, ein Schwiegermonster am Bodensee und ein abservierter Macho auf dem Scheunenfest: Die neue Staffel von "Bauer sucht Frau" erfüllt alle Voraussetzungen für feinstes Trash-TV.

Seit 2005 läuft "Bauer sucht Frau" bei RTL, am Montagabend startete die 13. Staffel mit insgesamt sieben neuen Folgen von je zwei Stunden Länge.

Die Kuppelshow ist ein echter Dauerbrenner, so viel Sendezeit wie in diesem Herbst hatte das Format mit Inka Bause und den nach Liebe suchenden Bauern noch nie.

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Doch was ist das Erfolgsgeheimnis der Sendung? Echte Romantik macht nur einen Teil der Show aus, der weitaus größere Reiz liegt darin, die häufig etwas unbeholfenen Landwirte dabei zu beobachten, wie sie im fortgeschrittenen Alter tapsige erste Schritte in ein neues Leben machen. Stichwort Fremdschämen.

Eine Freundin hatte Uwe noch nie

Da wäre etwa Uwe, der waschechte Westerwälder. Der 43-Jährige ist Bauer im Nebenerwerb, lebt mit seinem Vater auf dem Hof und kümmert sich um 32 Kühe und 35 Hektar Acker und Wiesen.

"Eine richtige Freundin, in dem Sinne, hatte ich noch nicht", gesteht Uwe bei Inkas Hofbesuch und man darf vermuten, dass Jungfrau nicht nur sein Sternzeichen ist.

Nur zwei Briefe hat Uwe bekommen, er freut sich aber trotzdem. Einer davon ist von Sharon aus Kenia, deren Hobby Reisen sind. "Ich reise nicht gerne", stellt der wählerische Uwe direkt klar. Und "aufgedonnerte Frauen" mag er auch nicht.

Dennoch packt Uwe seine Sachen und macht sich auf den Weg zum Scheunenfest. Mit dabei zwei Teddybären für die Herzensdamen.

Doch plötzlich platzt der Vater in die Szenerie. "Wat willste mit den Bären da?", brüllt der Senior: "Hörma, haste genug Unterwäsche dabei? Du bist da ein empfindlicher Typ!"

Iris krault Uwe den Bart

Vielleicht hätte der Vater Uwe lieber mit den auf den Weg gegeben, was man beim ersten Date mit einer Frau sagen darf und was lieber nicht.

Denn als Inka wissen will, wie denn der erste Eindruck von den Frauen sei, antwortet der Charmeur aus dem Westerwald mit einem herausgepressten "geht so".

Kandidatin Iris lässt sich davon nicht abschrecken. "Ich finde deinen Dreitagebart geil, der sieht total verrucht aus", flüstert sie Uwe ins Ohr und bringt den Westerwälder auf Touren.

Aus dem Off erklingt "You sexy Motherfucker" von Prince und spätestens jetzt wird klar, dass wir in dieser Staffel noch einiges von Uwe sehen werden.

Macho Micha mit Bruchlandung

Etwas übermütig agiert der bodenständige Brandenburger Micha. "Könnt ihr kochen und putzen?", ist seine erste Frage beim Scheunenfest: "Bei mir zu Hause putzt die Frau. Wischen und Kartoffelschälen ist Frauenarbeit."

Tattoos mag er übrigens auch nicht.

Da eine seiner beiden Auserwählten jede Menge Tinte unter der Haut hat und die andere nicht putzen will, weht plötzlich ein eisiger Wind über das Scheunenfest. Es sei schon okay, rudert Micha zurück, "solange du dir nicht den Kopf tätowieren lässt."

Doch es ist zu spät. Plötzlich sitzt Micha alleine da, statt eine große Klappe zu haben kämpft der Möchtegernmacho jetzt mit den Tränen.

Ein Date irgendwo zwischen Auspeitschen und ungutem Gefühl

Auch der einsame Hobbybauer Reinhold erlebt eine böse Abfuhr. Sie habe "Schääs of Gräis" gelesen, erzählt ihm Kandidatin Karin. Reinhold tappt ebenso wie die Zuschauer zunächst im Dunkeln.

"Der größte Sexfilm aller Zeiten. Das war einfach geil, wie der die ausgepeitscht hat", führt die Kandidatin weiter aus: "Aber in der Kennenlernphase machen wir das nicht. Nur wenn du das willst."

Mittlerweile dämmert es Reinhold und auch den Zuschauern, dass mit dem Genuschel "Shades of Grey" gemeint ist. Das sexy Gesäusel zeigt bei Reinhold jedenfalls Wirkung, er entscheidet sich für Karin, nur um von ihr auf dem Scheunenfest abserviert zu werden.

Eben wollte sie ihn noch peitschen, jetzt plagt sie ein ungutes Gefühl.

Und was macht Reinhold? Der zögert keine Sekunde und läuft zu der zuvor aussortierten Sigrid, die dem 58-Jährigen gerne eine zweite Chance gibt. Daher kommt wohl der Begriff "Bauernschläue".

Klaus&Klaus im Glück

Glück hat auch der herzliche Hesse Klaus. "Ich bin net einer, der täglich dusche' muss", babbelt er offenherzig vor sich hin. Kandidatin Tiwaporn reist trotzdem zur Hofwoche an.

Und dann wäre da noch Klaus Jürgen, der sympathische Milchviehhalter. Zwischen dem 44-Jährigen und der gepiercten Christa funkt es heftig, auf dem Scheunenfest werden bereits leidenschaftliche Küsse ausgetauscht.

Vom wahrscheinlich größten Handicap des Bauern hat Christa - im Gegensatz zu den TV-Zuschauern - allerdings noch keine Ahnung. Am Bodensee wartet ein wahres Schwiegermonster auf die Kandidatin.

"Meine Mutter hat sehr große Ansprüche", warnte der Milchviehhalter Inka bereits beim ersten Besuch.

Bisher hat Mama für Klaus Jürgen gekocht und gebügelt. Mit einer wegwerfenden Handbewegung kommentiert die Mutter die Frage, was wäre, wenn die Schwiegertochter in spe diesen Aufgaben nicht in ähnlicher Qualität nachkommen würde.

Christa kann einem jetzt schon leid tun.

Schäfer Heinrich mit Playback-Show

Kurzum: Die neue Staffel von "Bauer sucht Frau" scheint das Potenzial für feinsten TV-Trash zu haben. Schon auf dem Scheunenfest ging es ordentlich rund, einige Kandidaten haben Kultpotenzial.

Und als ob man die Teilnehmer noch einmal daran erinnern müsste, wo eine Teilnahme an "Bauer sucht Frau" hinführen kann, durfte auf dem Scheunenfest auch noch Schäfer Heinrich auftreten.

Der bislang wohl populärste Bauer-sucht-Frau-Kandidat präsentierte seinen Song "Ladykiller" in Voll-Playback.

Den liebestollen Bauern aus der aktuellen Staffel kann Heinrich als Vorbild dienen. Oder als Warnung, je nachdem.

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