Kaiserlicher Ring erweist sich bei "Bares für Rares" als Kostbarkeit

"Sieht aus wie aus dem Kaugummi-Automaten", zitierte eine "Bares für Rares"-Kandidatin ihren Mann. Der Ring, den sie bei "Bares für Rares" zu Geld machen wollte, war dann aber doch mehr wert. Erheblich mehr!

Unter Kaiser Franz Joseph I. wurden in der österreichischen Heimat der Verkäuferin besondere Verdienste mit einem Ehrenring gewürdigt. So einen "Klopper" fand Horst Lichter nun bei "Bares für Rares" vor sich auf dem Tisch. "Eher was für'n Kerl", erkannte der Moderator. Und so gab es in der Folge auch ein Bieter-Gekloppe unter Kerlen im Händlerraum.
Kaiserliche Ehrenringe wurden laut Expertin Wendela Horz in der Regel für besondere akademische Leistungen überreicht. Beim vorliegenden Exemplar (585er-Gold, Diamanten, 19. Jahrhundert) würden aber Details darauf hinweisen, dass es zu einem "einfacheren Anlass" verliehen wurde - zum Beispiel der Bergkristall (oder Glas) im äußeren Kranz.
Eva-Maria Jenny hat das Erbstück ihrer Großtante einmal selbst getragen. "Mein Mann sagte, sieht aus wie aus dem Kaugummi-Automaten." Nun solle der Ring weg. Ursprünglich habe sie sich mal einen Wunschpreis von 100 Euro gedacht, sagte sie - und kam nicht weiter, denn Horst Lichter schrie auf ...
Auch wenn der Ring wohl nicht mehr im Original vorliege, da die Ringschiene eventuell einmal erneuert wurde, und auch wenn ein Steinchen fehle, würden sein Alter und seine Herkunft dennoch zu Buche schlagen. 1.000 Euro nannte die Expertin als Schätzpreis.
Im Händlerraum packte Julian Schmitz-Avila das kaiserliche Prunkstück aus, während neben ihm nur noch "Oh" gesagt wurde. Mehrmals. "Wenn Fabian siebenmal 'Oh' sagt", ahnte Schmitz-Avila, dass er etwas Besonderes in Händen hielt. Fabian Kahl kannte sich gleich aus, denn: "So einen hatte ich schon." Und so einen wollte er offensichtlich wieder haben.
Schnell steigerten sich Fabian Kahl (M.) und Markus Wildhagen (r.) mit ihren Geboten in den vierstelligen Bereich.
Walter Lehnertz (l.) war der Meinung, hätte er unter Kaiser Franz Joseph I. gelebt, "hätte ich den auch gekriegt". Im Jahr 2019 im Pulheimer Walzwerk aber hielt er sich zurück und beobachtete "die zwei Wahnsinnigen da hinten" beim Bietergefecht.
Bei 1.500 Euro gab Markus Wildhagen auf und Fabian Kahl kam erneut in den Besitz eines kaiserlichen Ehrenrings. Verkäuferin Eva-Maria Jenny konnte zufrieden sein. "Die haben sich überboten, dass es eine Freude war."
Ganz begeistert war Experte Albert Maier von der Bronze-Figur eines Soldaten, entstanden um 1900 in Dresden. Auch Fabian Kahl gefiel sie so gut, dass er 350 Euro dafür bezahlte.
In diesem Konvolut aus 800er- und 925er-Silber und Elfenbein (1880 bis 1940) war vor allem die Dose für die Händler von Interesse. Doch das höchste Gebot von 1.720 Euro erreichte die untere Schmerzgrenze der Verkäufer nicht. Es kam nicht zum Verkauf.
Diese Brosche, eine Handarbeit aus 585er-Gold mit Zuchtperle, entstanden in den 40er-Jahren, fand sofort eine Abnehmerin in Susanne Steiger, für 350 Euro.
Für diese zahlreichen Modelleisenbahn- und Autorennbahn-Teile aus den 60er-Jahren hätte Horst Lichter mal wieder gerne mitgeboten. Aber da er das als Moderator nun mal nicht darf, musste er das Spielzeug Walter Lehnertz überlassen, für nur 160 Euro.
Außerdem sicherte sich Walter Lehnertz ein weiteres Spielzeug: diesen Kaufmannsladen aus den 30er- bis 50er-Jahren. Vor allem die Porzellanschildchen an den Schubladen hatten es dem Händler angetan und er bezahlte 200 Euro für das Paket.