Überraschung im Händlerraum: Kronleuchter überstrahlt alles bei "Bares für Rares"

Da lag Albert Maier aber mal ordentlich daneben. Zumindest fanden die "Bares für Rares"-Händler einen Kronleuchter deutlich attraktiver als der Experte - und griffen dafür tief in die Tasche.

Faustdicke Überraschung am Mittwoch bei "Bares für Rares". Bei all seiner Erfahrung als Trödelshow-Moderator hätte Horst Lichter im Traum nicht gedacht, dass dieser Kronleuchter seine Händler zu Höchstgeboten anstacheln würde.
Lichter verstand sofort den Grund des Kommens von Joëlle Schiefer: "Ich kann diesmal ausgesprochen gut nachvollziehen, dass du hier bist und sagst: Das da soll einen neuen Liebhaber finden."
Die junge Auszubildende aus Ratingen wollte den Erlös für den Kronleuchter ihres Großvaters mit seinen anderen Enkeln teilen. 300 Euro waren der Wunschpreis, dann bekäme jeder einen "Hunni".
Fest stand jedoch, dass er aus den 1950er-Jahren stammte, denn Elektrifizierung, Messingstab und Gehäuse waren noch original aus der Zeit. Einige der Einzelteile waren beschädigt, was den Wert natürlich minderte.
Außerdem stellte Maier fest: "Sie können hier gut erkennen, wenn Sie das Glas antippen: Das ist Kunstglas." Lichter war fast empört: "Was heißt denn Kunstglas, Albert? Plastik oder was?"
"Dann geh ich mal ganz schwer davon aus: Das war noch nicht mal in der Nähe von Murano", hatte der Moderator inzwischen keine hohen Preiserwartungen mehr. Die lagen laut Expertise bei 300 Euro, ganz eventuell würde sogar jemand 450 Euro zahlen, glaubte Maier.
Doch im Händlerraum sollte sich das Blatt schlagartig wenden. Das Startgebot deckte bereits den Schätzpreis - und war erst der Anfang.
Die Duellanten waren Markus Wildhagen (l.) und Daniel Meyer (r.). Mit dreistelligen Summen gaben sie sich schnell nicht mehr zufrieden.
Markus Wildhagen war am Ende mit 1.600 Euro der Höchstbietende und hatte die ursprüngliche Expertise damit verfünffacht. Die junge Verkäuferin strahlte vor Glück: "Ich dachte, 300, 400 Euro, das ist super. Aber ich habe 1.600 Euro bekommen!"
Mit 380 Euro ebenfalls weit mehr als den Schätzwert erzielte eine DAF-Leuchtreklame aus den 1960er-Jahren.
Auf die stolze Summe von 1.850 Euro brachte es eine mit Brillanten verzierte Jaeger-LeCoultre-Armbanduhr, ebenfalls aus den 1960ern.