Für diese Spielesammlung zahlten die Händler deutlich mehr als den Schätzpreis

"Nett gemacht", aber "keine hohe Handwerkskunst": Experte Sven Deutschmanek sah den Wert der Spiele-Box nicht, die "Bares für Rares"-Händler hingegen schon ...

"Wat is dat denn?" Horst Lichter schaute planlos auf das kleine Holzkästchen. Damit war er nicht alleine: Auch der "Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek hatte keine Ahnung ...
Um mehr über das Erbstück herauszufinden war der Verkäufer zu "Bares für Rares" gekommen: "Ich habe gehofft, heute hier gesagt zu bekommen, wie das Spiel funktioniert."
Doch Sven Deutschmanek war dafür der falsche Mann. Er konnte ebenfalls nur raten: "Es muss was mit Kartenspiel zu tun haben. Und dann seh ich Jetons mit dazu. Und dann seh ich Würfel." Hier taten sich mehr Fragen auf als Antworten: "Das ist alles ein bisschen zusammengewürfelt."
Für wertvoll hielt es der Experte jedenfalls nicht: "Das ist für mich ein Touristika-Artikel. Entstehungszeitraum würde ich sagen vielleicht 30er, 40er Jahre. Das ist ganz nett gemacht, aber das ist keine hohe Handwerkskunst."
Horst Lichter startete einen Aufwertungsversuch: "Dann ist es ein Kuriosum." Doch Sven Deutschmanek blieb dabei: "Das ist ein Massenprodukt", das maximal 50 Euro bringen konnte.
Walter Lehnertz war da jedoch ganz anderer Meinung und machte die Feuerprobe: "Is Bein!" Christian Vechtel stimmte zu: "Das ist schon mal besser als Kunststoff." Von wegen billige Massenware ...
Fabian Kahl (Mitte) war ebenfalls begeistert: "Allein schon die Würfel sind geil. Es gibt Würfelsammler, die werden total drauf abfahren." Die Begeisterung der Händler zeigte sich in den Geboten, die weit über dem Schätzwert lagen.
Walter Lehnertz machte mit 300 Euro den Sack zu und Herrn Freudenthal glücklich: "Ich war super-überrascht!" Mit so einer Summe hätte er niemals gerechnet.
Auch die Verkäuferin einer Jugendstil-Tonvase von Max Laeuger trieb die Gebote über den Schätzwert und erzielte 1.000 Euro.
Vier Heuer-Stoppuhren aus den 1960er und 70er Jahren auf einem Brett wurden für 800 Euro gekauft.
Ein Ölgemälde auf Leinwand von nach 1861, das vielleicht vom Künstler Hugo Knorr gemalt wurde, schaffte 550 Euro.
Der Granulatschmuck mit Diamanten aus den 1950er oder 60er Jahren hätte 2.500 Euro bringen können, entlockte den Händlern jedoch nur 1.100 Euro.