Um diesen Spiegel lieferten sich zwei "Bares für Rares"-Händler ein irres Gefecht

Ob er eine Vorahnung hatte? Der Verkäufer eines Spiegels hoffte, dass sich einer der "Bares für Rares"-Händler in seinen Spiegel verliebt und dementsprechend einen hohen Preis bezahlt. Wie sich herausstellte, hatte er Glück ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Es ist nicht alles Gold, was glänzt!" Als professioneller Händler sollte man diese Regel gut kennen. Ebenso wichtig: Es ist nicht alles alt, was alt aussieht. Dennoch stiegen die Gebote für einen Prunkspiegel in Rekordzeit in schwindelerregende Höhen. Das Ehepaar, welches den Zierrat ohnehin loswerden wollte, staunte nicht schlecht über den Erlös.
"Die Meinungen zu dem Spiegel waren immer sehr divers", berichtete Sebastian Blume aus Aachen. Seine Gattin Sonja sagte es nicht durch die Blume: "Er hat 35 Jahre bei uns gehangen, das ist lange genug." Geschmackssache, fand der Gatte. Offenbar ganz nach dem Geschmack von Horst Lichter: "Mein lieber Mann! Das nennt man mal Spiegel!", staunte er.
"Ich habe schon viele Spiegel in meinem Leben gesehen, aber so ein Prachtexemplar noch nicht", gab der Moderator zu. "Ihr seid also Hochwohlgeborene?" Das amüsierte die Gattin. Sebastian Blume klärte auf: Sein Großvater war Landwirt und hatte den Spiegel nach dem Zweiten Weltkrieg im Tausch gegen "die fetteste Sau im Stall eingetauscht."
Lichter staunte über den Wechselkurs: "Der Spiegel war eine ganze Sau wert? Mein lieber Herr Gesangsverein!" Detlev Kümmel erklärte die Symbolik des Rahmens. Zwei Füllhörner mit Akanthus-Blättern verziert umrahmten das Antlitz des Betrachters. "Das Füllhorn steht für Fülle, Überfluss und Glück", dozierte der Experte.
Dank der Schäden erkannte er das Material darunter: Lindenholz, darüber eine Ölvergoldung und teils Blattgold. Allerdings sei der Spiegel nicht so alt wie er aussah, sondern frühestens von 1860. "Na immerhin", meinte Lichter lapidar: "Schon ganz schön alt!" Kümmel taxierte auf 600 bis 800 Euro. Sonja Blume hatte sich 800 erhofft, der Gatte 1.000.
"Das beste, was passieren könnte, ist, dass mich ein Händler umarmt und sagt: Ich habe mich in den Spiegel verliebt und ich gebe dir 2.000 Euro", erklärte Sebastian Blume vor dem Gang in die Höhle der Händler-Löwen. "Das ist was Besonderes", schwärmte Ludwig "Lucki" Hofmaier (rechts) immerhin bereits auf den ersten Blick.
Susanne Steiger sah dagegen auf den ersten Blick die Mängel. "Das ist nach langem mal ein vernünftiger Spiegel", gab sich Walter Lehnertz betont gelassen. "Ich finde den Geier schön da oben drauf", sagte er und wurde korrigiert: Adler. Egal: "Ich fang mit 80 an und tu da aber noch 300 bei." Julian Schmitz-Avila brauchte eine Übersetzung ...
"380", half Walter Lehnertz bei der Dechiffrierung seines Dialekts. Julian Schmitz-Avila (links) erhöhte ohne lästige Zwischenschritte auf 500 Euro. Erst gingen Hofmaier, Lehnertz und Kahl noch mit, doch bald reduzierte sich der Kampf auf ein Duell zwischen Fabian Kahl und Schmitz-Avila.
Als Fabian Kahl 600 Euro bot, beobachtete "Lucki": "Die zucken noch nicht einmal." Walter Lehnertz pokerte: "Die sind schon zufrieden." Die Dame des Hauses widersprach und Lehnertz fragte nach der Schmerzgrenze. "Wir haben zwei", erklärte der Gatte. "Ihr seid ja auch zu zweit", stimmte Lehnertz zu. 800 Euro sei die unterste, so Sonja Blume.
Als Fabian Kahl (Mitte) 1.450 Euro bot, nannte ihn der Rivale Julian Schmitz-Avila "Dagobert im Goldspeicher". Der Konter: Kahl bot ohne Not 1.500. Erst bei 1.700 kapitulierte Schmitz-Avila: "Irgendwann muss gut sein", gab er sich geschlagen. Sonja Blume machte keinen Hehl aus ihrer Freude: "1.700 ist super!" Vor allem für ungeliebtes Sperrholz ...
"Ich glaube, ich weiß, was das ist - ein Fotoapparat", vermutete Lichter. Ein Irrglaube, denn Ulrike Aden aus Bochum wollte eine Filmkamera aus den 50er Jahren veräußern. Sven Deutschmanek ging von mageren 50 bis 80 Euro aus. Fabian Kahl, bekannt für sein Fotografie-Faible, wollte lieber bei moderner Technik bleiben. Ludwig Hofmaier zahlte 50 Euro.
Susanne Reimer-Ludwig hatte sich nicht nur für den Fernsehauftritt in Schale geworfen, sondern auch eine mitgebracht. "Suppe kann man nicht reintun", urteilte Lichter gewohnt hemdsärmelig. Es sei ja auch nur eine Zierschale, wusste Heide Rezepa-Zabel. Sie taxierte auf bis zu 200 Euro. Susanne Steiger legte noch 50 drauf.