"So eine feine Arbeit noch nie gesehen": Schmuckhändlerin zahlt Traumpreis bei "Bares für Rares"

Zuerst war der Schmuck verschollen, dann wurde der Goldwert falsch berechnet. Erst bei "Bares für Rares" kam der wahre Wert einer außergewöhnlichen Kostbarkeit ans Licht. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Als Kind hat Dirk Lange aus Leipzig mit dem Schmuck seiner Mutter Pirat gespielt. Bis der Piratenschatz tatsächlich verschwunden war - versteckt von der Mutter, die Jahrzehnte nicht mehr wusste, wo sie ihn versteckt hatte. Erst eine neue Heizung im Keller ließ den Verkäufer den Schmuck zufällig in einem Pelzmantel finden.
Expertin Wendela Horz ist sofort begeistert von den Kostbarkeiten. Vor allem der handgefertigte Brillant-Anhänger hat es ihr angetan: "Da steckt so viel mehr Arbeit drin, als man auf den ersten Blick erkennen mag!", strahlt sie. "Mit dieser tollen Handarbeit hat ein Goldschmied sehr viel Freude gehabt", vermutet die Expertin.
"Der Brillant steht im Flammendekor, dazu die feine Granulation: Das ist eine tolle Arbeit - super gemacht", staunt die Expertin über die Stücke. Sie stammen aus den 1930er- oder 40er-Jahren. Verkäufer Dirk Lange kann es gar nicht glauben: "Wow! Ich bin platt!"
Horst Lichter will nun wissen: "Wie hoch ist der Wunschpreis?" Der Verkäufer hat den Materialwert recherchiert: "Im Internet gibt es dafür Tabellen und da habe ich 700 Euro berechnet", so Lange. Mit dem Geld würde er gern gemeinsam mit seinen Brüdern und seiner Mutter eine Reise nach Prag unternehmen. Die Expertin erhebt Einspruch.
"Allein der Goldwert liegt schon bei 1.400 Euro. Und wegen der Gestaltung des Anhängers muss ich auf 2.500 bis 3.000 Euro taxieren!", lässt Wendela Horz die Katze aus dem Sack. "Wow! Jetzt bin ich aufgeregt. Damit hätte ich nie gerechnet", kann der Verkäufer sein Glück kaum fassen.
Händler Fabian Kahl gefällt der Schmuck sofort. Vor allem die Formsprache des Art-déco-Anhängers hat es dem Schlossbesitzer angetan. Seine männlichen Kollegen finden, der Schmuck passe super zu ihm. Doch Susanne Steiger hat als Schmuckexpertin auch noch ein Wörtchen mitzureden.
"So eine feine Arbeit habe ich zuvor noch nie gesehen! Das ist auf den Punkt!", schwärmt Händlerin Steiger. Wolfgang Pauritsch (r.) erkennt im Anhänger ein absolutes Einzelstück, denn: "Das kriegt man so nie wieder hin."
Und so steigen die Gebote ganz von alleine. Der Verkäufer ist immer noch "total platt". Vor allem das letzte Gebot von Steiger freut ihn dabei sehr: 2.350 Euro werden auf den Tisch gelegt. "Wow!", lacht Dirk Lange und träumt jetzt nicht mehr von Prag, sondern lieber von einer Reise nach New York.
Ebenfalls einen neuen Besitzer finden in der Mittwochsshow Sabine und Roland Nolz aus Waldbrunn für ihr Puderdosen-Konvolut. In den 1980er-Jahren haben die beiden Blechdosen gesammelt - bis zu 600 Stück. Die müssen jetzt weg. Denn das Paar sammelt jetzt Bernstein - frühmorgens am Strand von St. Peter-Ording.
Für die zwölf Puderdosen zwischen 1910 und 1940 wünschen sich die Verkäufer 120 Euro. Das sieht Experte Sven Deutschmanek ähnlich und schätzt auf 80 bis 120 Euro. Händler Markus Wildhagen zahlt 100 Euro für die Stücke, die er vielleicht als Requisiten verleihen kann.
Experte Albert Maier ist voll in seinem Element, als er die Mutter-Gottes-Figur aus Porzellan der Firma Rosenthal sieht. Denn religiöse Darstellungen sind sein Steckenpferd. Und auch diese Madonna auf der Weltkugel ist in seinen Augen "sehr gelungen."
Vor allem fasziniert den Experten, dass die Madonna "sehr schön naturalistisch wiedergegeben ist". Verkäufer Christoph Schupp aus Großaitingen wünscht sich 300 Euro für seine Figur. Doch Maier geht höher und taxiert bis 500 Euro, denn das ist "kein Massenprodukt wie bei Rosenthal oft üblich".
Zu Händler Julian Schmitz-Avila (Bild) passt die Figur zwar farblich sehr gut, doch Fabian Kahl ist bereit, mehr zu zahlen, und so macht er für 500 Euro das Rennen. Kahl findet ebenfalls die Farbgebung in rosa "außergewöhnlich".
Ihre Schmuckgarnitur aus den 1960er-Jahren will Angelika Zaun aus Aachen verkaufen, um ihr Haus abzubezahlen. Das Collier und Armband aus 750er-Gold mit kleinen Rubinen kam laut Goldpreis auf etwa 3.000 Euro - so auch der Wunschpreis der Verkäuferin. Doch Expertin Wendela Horz legt noch eine Schippe drauf und schätzt bis 3.500 Euro.
Händler Wolfgang Pauritsch eröffnet gleich mit 3.000 Euro das Bietergefecht und wird sogleich von Susanne Steiger überboten, die letztlich 3.600 für das Schmuckset bezahlt, "weil sich das Collier so schön an den Hals schmiegt".
Josephine Soldmann aus Marl will ihr Spiel verkaufen, denn "das ist nur für zwei Personen, und ich habe vier Kinder". Für das Gesellschaftsspiel "Kuller Klau" von Mattel von 1969 hofft die Verkäuferin auf 20 Euro aus dem Händlerraum.
Doch laut Experte Deutschmanek ist das Spiel doch eher selten und deshalb 50 Euro wert. Genau den Preis ist auch Händler Fabian Kahl bereit zu zahlen.
Ihre Zuckerdose aus 750er-Silber hat Gerlinde Vitzthum-Tönnies aus Dossenheim in ihrem Keller wiedergefunden. Die Dose stammt Experte Albert Maier zufolge aus Schweden. Neben der Silberpunze entdeckt der Experte noch die Zahl N4, die für die Jahreszahl 1843 steht. "Das ist mächtig alt", staunen Lichter und die Verkäuferin.
Der Wunschpreis liegt eigentlich nur bei 150 Euro, doch nachdem Maier das Alter des Stücks preisgibt, ahnt die Verkäuferin einen höheren Ertrag. Zu Recht, denn "die kunstvoll ausgearbeitete Dose mit den Tatzenfüßen und dem floralen Dekor ist eine tolle Antiquität", so Maier.
Nachdem die Expertise einen Wert von 800 bis 900 Euro ergeben hat, steht auch im Händlerraum schnell der Verkauspreis fest. Nach einem knappen Bieter-Duell zahlt Wolfgang Pauritsch 830 Euro.