"Bares für Rares": Verkäuferin jubelt über hohen Preis für ungeliebtes Gemälde

Die "Bares für Rares"-Kandidatin am Donnerstag wollte das ungeliebte Schlachtengemälde schon immer loswerden. Zu welchem Preis das möglich war, erstaunte sie jedoch sehr.

Obwohl das Bild mit seiner Größe ideal an jede Wand passt, hatte es die Verkäuferin nicht aufgehängt - obwohl es seit 30 Jahren in ihrem Besitz war. "Das Bild hat mich schon immer gestört, es findet einfach keinen Platz bei uns", erläuterte sie.
"Das ist ja wirklich ein winziges Bild, aber mit 'ner Menge drauf. Hast du schon eine Idee vom Wert des Bildes?", fragte der Moderator nach. Die Antwort aber ließ ihn staunen: "Auf einer Antiquitätenmesse wurden mir 5.000 D-Mark geboten. Aber das war vor 30-40 Jahren."
Jetzt war der Experte gefragt, und Colmar Schulte-Goltz klärte auf: "Das Bild ist im Original-Stuck-Rahmen auf einer Mahagonitafel gemalt. Das Material ist dafür bekannt, dass es nicht reißt. Das Holz ist ein gutes Panel für diese Art von kleinteiliger, detaillierter Arbeit."
Die bildnerische Ausführung einer Schlacht wurde detailliert und von dem Maler Moritz Delfs "sehr, sehr schön umgesetzt", schwärmte der Experte. Dabei wies er auf die Datierung von 1867 hin. "Der Maler ist ein sehr bekannter Schlachtenmaler des 19. Jahrhunderts", fuhr Schulte-Goltz fort.
Doch um welche Schlacht handelte es sich auf dem Bild? Diese Frage fand Horst Lichter wirklich spannend. Ein Schriftstück, das vom Künstler selbst geschrieben worden war, klebte an der Rückseite des Bilderrahmens. Die Schlacht bei Königgrätz wurde darin genau beschrieben. Das Gemälde war somit ein Dokument der Zeitgeschichte.
"Toll ist auch, dass das Gemälde in einem sehr guten Zustand ist", fügte Horst Lichter hinzu, auch wenn er das Bildmotiv immer noch nicht mochte. Doch nun zur wichtigen Frage: Wie hoch war der Wunschpreis? "1.000 Euro wäre ein Traum! 500 Euro wäre auch ok, und bei 300 Euro hätte ich Herzschmerz", erklärte die Verkäuferin. Doch was sagte der Experte?
"Dieses qualitative Kleinformat verkauft sich gut. Also gehe ich höher als ihre bescheidenen Wünsche: 1.500 bis 2.000 Euro", schätzte der Experte. Lichter war fassungslos: "Ne, echt? Trotz Motiv?" Schulte-Goltz erwiderte: "Gerade deshalb! Dazu noch die originale Beschreibung dieser Schlacht. Etwas Erfundenes gibt es immer, das hier ist konkret!"
Unter den Händlern zeigte sich Daniel Meyer (l.) gleich begeistert: "[I]ch weiß sogar, dass mein Ur-Ur-Ur-Opa da selbst gekämpft hat."
"Mensch, dann hast du ja einen persönlichen Bezug zum Gemälde", zeigte sich Fabian Kahl (M.) beeindruckt. "Ja, ein bisschen. Und deshalb fange ich mit 500 Euro an." Doch sein Gebot wurde sofort von Kahl um 50 Euro überboten. Auch David Suppes (r.) hatte Interesse und bot 700 Euro, die jedoch gleich von Daniel Meyer wieder um 50 Euro überboten wurden.
Doch das letzte Gebot war noch lange nicht erreicht. Kahl erhöhte auf 800 Euro, die von Meyer mit 820 Euro getoppt wurden. Jetzt meldete sich die Verkäuferin zu Wort und merkte an, dass ihr die Bieterschritte zu klein seien. "Die werden auch wieder höher", beruhigte sie Meyer.
"Sie wollen also große Schritte", sagte Daniel Meyer und zog sein Gebot auf 1.000 Euro an. "Nur um Daniel zu überbieten, sage ich 1.050 Euro", gab David Suppes mit einem Schmunzeln den Spielverderber. Meyer erhöhte schnell wieder auf 1.060 Euro, "denn die 10 Euro habe ich noch", lachte er. Doch die Schlacht um das Bild hatte Meyer damit noch nicht für sich entschieden.
Meyer und Suppes lieferten sich ein kleines Händlerduell - mit sehr kleinen Euro-Schritten. Da meldete sich Fabian Kahl noch einmal zu Wort: "1.200 Euro!" Und sein Gebot wurde nicht mehr überboten. Kahl freute sich und wandte sich an seine Kollegen am Tisch: "Dann auf weitere Schlachten!"
Ebenfalls an Fabian Kahl ging eine antike Geldbörse von 1860/70. Der "Edeltrödel" war dem Händler 100 Euro wert.
Leider keinen neuen Besitzer fanden drei Silberschalen von 1910 und 1924 aus England. Die Kostbarkeiten wurden von Wendela Horz auf 1.500 bis 1.600 Euro geschätzt. Doch Händler David Suppes bot als Höchstbietender "nur" 1.200 Euro. Zu wenig für den Verkäufer, der die Stücke kurzerhand wieder mitnahm.