Mit dem Kaiser um die Welt gereist? Dieses Teeservice hatte eine ganz besondere Vorgeschichte

"Das ist aufm Schiff gewesen!": "Bares für Rares"-Händler Fabian Kahl erkannte sofort, dass das mitgebrachte Porzellan einst nicht nur auf See gewesen war, sondern auch einen berühmten Besitzer hatte. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Eine Teekanne und ein Milchkännchen sorgten bei Horst Lichter für Gänsehaut und Schweißausbrüche. Konnte das tatsächlich Porzellan aus dem Kaiserhaus sein?
Schon die edle, blaue Kiste machte den Moderator neugierig: "Ich kümmer' mich um dat Kartönchen!" Da wusste er noch nicht, welchen Schatz Uwe Fischer aus Großbettlingen mitgebracht hatte: "Das ist aus dem Vermächtnis meiner Tante." Und es war jahrelang gut im Schrank versteckt.
Der Aufdruck beeindruckte Lichter: "Was ich sehr schön finde, sind die Wappen da drauf." Dann dämmerte es ihm, was Hohenzollern und S.M.Y. bedeuten könnte: "Das könnte was sein mit Seiner Majestäts Yacht?"
Das Ganze wurde nochmals von einer Ordenskette des Schwarzen Adlers umrankt, "die höchste Auszeichnung, die man damals in Deutschland haben konnte", erklärte der Experte. Als Hersteller war KPM markiert, die Produktionsjahre waren 1908 und 1912.
Horst Lichters Herz schlug höher: "Boah! Jetzt hat das Porzellan für mich auf einmal eine ganz neue Bedeutung! Meinste, da hat der Kaiser mal seinen Tee draus bekommen?"
"Das ist gut möglich", sah Detlev Kümmel eine hohe Wahrscheinlichkeit. Als Sammlerpreis waren dafür locker 1.300 bis 1.500 Euro drin. "Stell dir das mal vor: Der Kaiser hat da draus seinen Tee bekommen! Hammer!", konnte Horst Lichter die Information nicht fassen.
Ein Händler wusste jedoch sofort, was Sache war. "Das ist aufm Schiff gewesen! Von Wilhelm II.", klärte Fabian Kahl (Mitte) seine Kollegen auf.
Susanne Steiger horchte auf: "Hat der Kaiser tatsächlich hieraus getrunken?" Fabian Kahl ahnte, warum sie Interesse zeigte: "Du hast da Verbindungen hin, ne, Susanne? Zu den Nachfahren?"
1.600 Euro ließ sie fürs royale Geschirr springen. Wolfgang Pauritsch gratulierte: "Kaiserliches Porzellan für die Susanne. Wahnsinn, ist das stark!"
Was sonst noch für Bares den Besitzer wechselte: Eine Tablettenpresse von der Firma Carl Engler in Wien aus den 1930er-Jahren erzielte 100 Euro.
Für 1.550 Euro ging ein 60er-Jahre-Kragencollier aus Gold in Händlerhände.
Mit 170 Euro mehr als geschätzt gab es für eine Tischuhr aus dem Jahr 1906 von Green & Cadbury aus Birmingham.
Und mit 2.650 Euro weit mehr als den Schätzpreis zahlten die Händler für einen Ehrenpreis in Form einer Silberplatte vom Traber-Derby 1933.