Horst Lichter hatte ein Funkeln in den Augen - der Grund war nicht dieser Stein

"Wir vergessen die ganze Geschichte hier und wir zwei gehen lecker essen!", schlug Horst Lichter vor. Was ihn so keck werden ließ, verrät die Galerie.

Die schöne Uschi hatte es Horst Lichter in der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares" angetan. Er schlug der ehemaligen Karnevalsprinzessin sogar vor, ihr Mitbringsel zum Schnäppchenpreis zu kaufen und mit der 69-Jährigen Essen zu gehen. Doch im Händlerraum wartete ein Nebenbuhler! Ach ja: Nebenbei ging es auch noch um eine echte Rarität.
"Ich habe was gesehen, was mich radekastedoll macht", legte Lichter nach und starrte der 69-Jährigen auf das Oberteil. Die Kölsche Redewendung, die sich mit "völlig außer Kontrolle" übersetzen lässt, bezog sich auf Ursula alias "Uschi" Heckens Schmuck an der Bluse. Abgebildet war der Kölner Dom. Sie lebt zwar in Oberwinter, "aber feiern gehe ich in Köln".
Sie war schon mal Karnevalsprinzessin, erwähnte die "Uschi". "Ui!", staunte Lichter. Dann erinnerte er sich an den eigentlichen Zweck ihrer Begegnung: "Lass uns über diesen Ring reden, deshalb bist du ja da." Ein Erbstück vom Großvater. Der war Vorkoster in Ägypten. Als Lichter erfuhr, dass er 85 wurde, schlussfolgerte er: "Dann war das Essen immer gut."
Unter der Lupe erkannte Rezepa-Zabel: Der Rubin ist synthetisch. "Das machen wir knackig!", kündigte Lichter an, als Ursula aus Oberwinter 200 Euro als Wunschpreis nannte. Sein schräger Vorschlag: "Ich nehme das Ding. Wir vergessen die ganze Geschichte hier und wir zwei gehen lecker essen!" Die Expertin bekundete ebenfalls Interesse.
"Wir legen zusammen und sie trägt von Montag bis Mittwoch, ich den Rest der Woche", schlug Lichter vor. Rezepa-Zabel taxierte das Schmuckstück auf 800 bis 900 Euro. "Jetzt gehen wir essen", übernahm Uschi die Initiative. Und Lichter freute sich: "Es geht trotzdem noch was!" Erst einmal aber ging es in den Händlerraum.
"Ich bin überhaupt nicht aufgeregt, der Ring spricht für sich", erklärte Ursula Hecken vor dem Zusammentreffen mit den Händlern. Auch in der Höhle der Händlerlöwen blieb sie selbstbewusst. "Engelchen, was hast du mitgebracht?", fragte Walter Lehnertz. "Du mit deinen Sprüchen", wies sie ihn sogleich in die Schranken. Die Widerspenstigkeit gefiel Lehnertz.
"Mit Beleuchtung", erkannte Lisa Nüdling. "Oh, dat wär' ja was für mich!", schwärmte Walter Lehnertz. Wolfgang Pauritsch (links) achtete dagegen auf das Wesentliche und erkundigte sich, ob man den roten Stein überprüft habe. Dass der Rubin synthetisch ist, fand er schade. Elisabeth Nüdling probierte den Ring am kleinen Finger.
Skurril war der Moment, als Lisa Nüdling den Ring inspizierte, während Lehnertz nur Augen für die leuchtende Verpackung hatte. Als die Verkäuferin beiläufig ihre Karriere als Karnevalsprinzessin erwähnte, schwärmte er: "Vor uns steht eine Vollblutkölnerin." "Uschi" dementierte und nannte Oberwinter als Herkunft. Lehnertz zog den Ring dennoch probehalber an.
Der Opa hatte den Ring schließlich auch als Herrenring selbst getragen. Das allerdings, bevor "Uschi" ihn enger machen ließ. Lehnertz gelang es trotzdem, ihn abzustreifen. Wolfgang Pauritsch machte das erste Gebot: 300 Euro. Als Lisa Nüdling 350 Euro bot, blieb die Besitzerin kühl: "Verschenken wollte ich ihn nicht."
Als Lisa Nüdling 500 Euro bot, waren die anderen raus. Die Verkäuferin gab sich mit einem "Na gut" damit zufrieden. Walter Lehnertz hatte sie längst um den Finger gewickelt: "Du darfst aber trotzdem zu mir kommen", schlug er vor. Ob Uschi noch mit Horst Lichter Essen ging, ist leider nicht bekannt.
"Eine Reise in unsere Kindheit", schwärmte Horst Lichter. Die Rede war von einem italienischen Tretauto aus den 60er Jahren. Lichter jammerte zwar, er habe sich beim Abrutschen vom Pedal seinerzeit oft wehgetan, hätte aber gern wieder eines. Hubert Büttgenbach aus Bedburg dagegen wollte es loswerden. Wolfgang Pauritsch zahlte 900 Euro.
"Interessantes Hemd", lobte Lichter. Seine Begründung: Er wollte etwas Positives sagen, und das fiel ihm bei Peter Berghoffs sperriger Art déco-Lampe schwer. Als Detlev Kümmel 80 bis 100 Euro empfahl, gab Lichter zu: "Damit habe ich nicht gerechnet." Julian Schmitz-Avila ging sogar noch weiter: Er kaufte die Lampe für 220.