"Bares für Rares": Horst Lichter ganz ergriffen

Wie bemisst man den Wert kostbarer Erinnerungen? Leider gar nicht. Bei "Bares für Rares" kamen am Montag dennoch alle Beteiligten auf ihre Kosten.

"Schöner Schmuck!" Horst Lichter machte große Augen, als er das Armband erblickte, das Wendela Horz in Händen hielt. Ein einmaliges Stück, das es da bei "Bares für Rares" zu bestaunen gab.
"Das ist aus meiner Zeit, als ich in Argentinien gelebt habe", begann Inge Trapp zu erzählen. "Ich bin eine Pionierin der ersten Lufthansa-Flugbegleiter." Jetzt war sie mit ihrer Schwiegertochter Angelika hier, um sich von den Erinnerungen aus den 50er-Jahren zu trennen.
Horst Lichter war begeistert: "Oh Gott im Himmel, das ist ein Bettelarmband. So nennt man die, glaub ich, wenn man so ganz viel Gedöns da dranhängt." Wendela Horz intervenierte: "Den Begriff würde ich in diesem Fall nicht benutzen."
"Ich würde es eher Reisetagebuch nennen", war die Expertin ganz verzaubert von den vielen Glücksbringern und Souvenirs aus der ganzen Welt, unter anderem ein kleiner Teekessel, eine Kuckucksuhr und eine Schnecke.
Hinter dem goldenen Fisch verbarg sich laut Frau Trapp die spannendste Geschichte: "Das ist der Backfisch meiner Mutter. Als meine Mutter Backfisch war, was heute Teenager ist, da hat sie diesen Fisch geschenkt bekommen."
Lichter hörte ganz glücklich zu: "Ach nee, wat schööön!" Derweil grübelte die Expertin über einen Schätzpreis: "Diese kleinen Anhänger haben bestimmt einen sehr großen ideellen Wert."
Als die beiden in den Händlerraum weiterzogen, trauerte die Expertin dem Schmuckstück noch hinterher: "Ich hätte gerne für jedes einzelne Teilchen die Geschichte gehört." Leider hätte das den Rahmen der Sendung gesprengt.
Dafür kam nun Ludwig Hofmaier (r.) in den Genuss des schönen Goldstücks: "Ein Bettelarmband ist das!" Julian Schmitz-Avila (l.) bekam glänzende Augen: "Mit vielen Gliedern!"
Er fackelte nicht lange und blätterte 1.450 Euro hin. Mehr als erwartet, da war die Freude bei den beiden Verkäuferinnen groß: "Was ich total schön fand, ist, dass sie tatsächlich den Wert erkannt haben."
Ein gutes Ende nahm auch der Verkauf eines Anhängers mit Kette etwa aus dem Jahr 1880. Die Händler zahlten dafür 580 Euro.
300 Euro mehr als erwartet gab es für ein Gemälde von Theodorus van Oorschot.
Und mit 90 Euro den doppelten Schätzpreis erzielte ein fünfteiliges Schreibset aus den 20er-Jahren.