Historischer Moment bei "Bares für Rares XXL": Papst-Kreuz bricht den Preisrekord

"Das ist wie die Nadel im Heuhaufen", beschrieb "Bares für Rares"-Händlerin Susanne Steiger ihr unfassbares Glück. Denn in der XXL-Ausgabe der ZDF-Show gab es eine Rarität, die die Welt noch nicht gesehen hatte.

Eigentlich fing die XXL-Ausgabe von "Bares für Rares" an wie immer: Ein gutgelaunter Horst Lichter begrüßte seine Trödel-Verkäufer vor der malerischen Kulisse von Schloss Schwerin. Doch dann kam der Moment, der alle zum Schweigen brachte.
Bis dahin waren die Händler in bester Kauflaune und hauten die Tausender nur so raus. Einzige Ausnahme: die Chaiselongue von "Tatort"-Star Christine Urspruch. Trotz Promi-Bonus blieb ihr Lieblingsmöbelstück weit hinter ihrer Preisvorstellung zurück.
Dabei war Ludwig Hofmaier ein großer Fan der Schauspielerin und fand die Sitzgelegenheit sehr bequem. "Ich übergeb mich einfach dem Orbit und schaue, welche guten Sterne hier über mir sind", hoffte Christine Urspruch auf einen großzügigen Spender.
Doch statt der gewünschten 1.000 Euro blieb es bei 600. Schweren Herzens trennte sie sich trotzdem von der durchgesessenen Récamiere aus dem Jahr 1910.
Sehr viel mehr Gewinn machten hingegen die Verkäufer eines Smaragdrings aus den 20er-Jahren. Hier drehten die Händler mächtig auf und zahlten statt der Expertise von rund 4.000 Euro ganze 11.000 Euro. "Das ist ein Irrsinn", war selbst der Verkäufer geschockt über den Preis.
Ähnlich großzügig ging es weiter: Eine Taschenuhr von 1818 vom bekannten Uhrmacher Robert Roskell beeindruckte Wolfgang Pauritsch und entlockte ihm 3.600 Euro.
Einen Oldtimer-Roller hätte sich Horst Lichter am liebsten selbst unter den Nagel gerissen. "Ich muss hier abbrechen. Ich nehm das Ding", so der Moderator vorab.
Die Rechnung hatte er aber ohne Julian Schmitz-Avila gemacht: "Da kommen Erinnerungen hoch!" Die ließ er sich 5.000 Euro kosten und übernahm das Steuer unter tosendem Applaus der Zuschauer.
Dann wurden die Händler von einem überdimensionalen Porzellan-Kronleuchter überwältigt. "Wir sind schon am überlegen, wie wir den transportieren", grübelte Walter Lehnertz (rechts). Für 3.250 Euro fand sich dennoch ein Käufer.
Langsam näherte sich der historische Moment, doch das Warm-up übernahm eine andere Antiquität. "Das ist eine handgeschmiedete Kassette, die ist circa 300 Jahre alt", so Albert Maier, der mit seiner Aussage für ein Raunen im Publikum sorgte. 1.600 Euro gab's für das alte Eisen.
Der große Schatz des Abends war ein Reliquien-Kreuz, welches die Besitzerin von einer alten Dame geerbt hatte. Geschaffen wurde es noch vor 1700. Zudem war es mit zahleichenen Diamanten von 40 Karat besetzt und enthielt Holzstücke vom Kreuz Jesu Christi.
Es war ein pontifikales Brustkreuz von Papst Clemens IX. "Das entsprach dem Kauf einer kleinen Kirche", deutete Heide Rezepa-Zabel einen unbezahlbaren Wert an und legte sich auf 60.000 bis 80.000 Euro fest. "Das hier geht in die Geschichte ein", dämmerte Lichter langsam die historische Tragweite.
14. "Ich bin selten sprachlos", traf das Reliquien-Kreuz auch Wolfgang Pauritsch unvorbereitet. "Das ist ein absolutes Highlight", brachte Susanne Steiger mit bebender Stimme hervor. "Das ist irre!"
Ihre 42.000 Euro waren der höchste Preis, der je bei "Bares für Rares" erzielt wurde. "Das ist das Stück, wonach ein Händler ein Leben lang sucht. Das ist die Nadel im Heuhaufen, und die habe ich heute Abend gefunden", konnte Susanne Steiger den Kauf noch nicht begreifen.