Dieses Fundstück machte sich für die Verkäuferin bezahlt

Für ihre Skulpturen werden "ganz, ganz interessante Summen" geboten, erklärte Julian Schmitz-Avila. Doch würden die "Bares für Rares-Händler" auch für eine zufällig gefundene Zeichnung der Künstlerin ihren Geldbeutel weit öffnen?

Beim Blick auf das Kunstwerk stockte Horst Lichter der Atem: "Ohhh, wie ich sehe ... ein Bild!" So ganz sicher war sich der "Bares für Rares"-Moderator nicht. Konnte das wertvoll sein?
Zur Sicherheit wandte er sich an Detlev Kümmel: "Du weißt, wer es war? Ist wahrscheinlich ein echtes Kunstwerk, ne?"
Das konnte der Experte nur bestätigen, denn die Künstlerin war die berühmte Niki de Saint Phalle. Ihre Nana-Figuren mit den buntbemalten Rundungen sind auf der ganzen Welt bekannt. Jetzt machte es auch bei Horst Lichter klick: "Ach! Die sind super!"
Das ließ die Preisvorstellungen von Zissi Rigos aus Leverkusen steigen. Die Lithografie "La couturière" aus dem Jahr 1995 hatte sie bei einer Entrümpelung gefunden. Weltweit gab es davon nur 250 Stück. Diese hier war sogar handsigniert.
Jetzt war Horst Lichter auf den Schätzpreis gespannt. "Ich wäre hier so bei 700 bis 900 Euro", meinte Detlev Kümmel. "Was wäre es, wenn es eine Originalzeichnung wäre?", fragte Lichter, der offensichtlich mit mehr gerechnet hatte. "Dann würden wir über Tausende reden", räumte der Experte ein.
Walter Lehnertz (links) gefiel, was er sah: "Die Puppe find ich gut. Die Kleiderpuppe." Esther Ollick (zweite von rechts) überlegte noch: "Es ist so frisch. Und anders." Susanne Steiger (zweite von links) suchte währenddessen bereits nach möglichen Preisen für Werke der Künstlerin.
Julian Schmitz-Avila (links) kannte den Wert: "Für die Skulpturen werden ganz, ganz interessante Summen aufgerufen." David Suppes (rechts) lobte die Qualität: "Es ist ein ganz hervorragender Druck."
Besonders viel wollten die Händler jedoch nicht dafür ausgeben. Schmitz-Avila bot immerhin 500 Euro an, die Frau Rigos dankend annahm. Immerhin gutes Geld für ein gefundenes Kunstwerk.
Auch sonst kauften die Händler einige Kuriositäten ein, wie einen Zahnarzt-Röntgenstuhl aus den 1950er-Jahren, der 180 Euro brachte.
Weit weniger als erhofft, aber immerhin 900 Euro gab es für eine Anstecknadel aus Gold mit einem Altschliff-Diamanten von 1910.
Ein Marienkäfer-Rolltier von Steiff aus den 1970er-Jahren erzielte dafür mit 170 Euro weit mehr als den Schätzpreis.
Und für einen Brillantring aus den 1970er- oder 80er-Jahren gab es den angemessenen Preis von 750 Euro.