"Bares für Rares": Verkäufer bringt Highlight für Fußballfans

Der Experte zückte die weißen Handschuhe, eine Händlerin outete sich als FC-Fan. Bei "Bares für Rares" drehte sich am Montag vieles um das runde Leder. Nur Horst Lichter stand auf dem Schlauch.

Dann hatte Lichter die Erleuchtung: "Ach, jetzt erkenn ich, was das ist. Das hat mit Fußball zu tun!" Er gestand: "Ich habe so was von unfassbar gar keine Ahnung von Fußball." Der ganze Sport sei an ihm komplett "vorbeigegangen".
Ganz anders ging es Dietmar Wolff aus Bergisch Gladbach, denn der Fortuna-Köln-Fan brannte für seine Erinnerungsstücke an das legendäre Pokalfinale von 1983: "Da steckt schon 'ne Menge Emotionen drin!"
Sven Deutschmanek erklärte Lichter die Ausgangslage: "DFB-Pokal-Endspiel 1983. Das Besondere war da: der 1. FC Köln und der SC Fortuna, zwei Mannschaften im Endspiel aus einer Stadt." Am 11. Juni ab 16 Uhr herrschte damals Ausnahmezustand: "Da ist die Stadt geplatzt!"
Der Verkäufer hatte ein Poster mit original Autogrammen, ein gut erhaltenes Pokal-Journal sowie zwei Tickets im Angebot. Für Kölner Fußball-Fans eine einmalige Rarität, fand der Experte: "Das ist wirklich deutsche Fußballgeschichte gewesen."
Sein Schätzwert lag bei 150 bis 200 Euro. So viel könnte ein Fußball-Fan zahlen.
Händlerin Susanne Steiger biss als Erste an: "Ich bin ja ein riesiger FC-Fan!" Walter Lehnertz war fassungslos: "Du!?" Doch er witterte ein gutes Geschäft: "Köln-Fans, die sind schmerzfrei."
Der Düsseldorfer Markus Wildhagen (r.) zeigte ebenfalls Interesse: "Ich glaube, dass es da ganz viele Kölner gibt, die das gerne hätten."
Doch ein anderer Nicht-Kölner machte das Rennen. Daniel Meyer zockte sich auf 330 Euro hoch: "Ich weiß, das kommt euch vor wie Kidnapping, aber auch ich habe meine Fans dafür."
Einen Fan unter den Händlern fand auch ein vollständiges Postkartenalbum mit Bildern deutscher Monarchen etwa aus dem Jahr 1913. Dafür gab's 140 Euro.
Für 150 Euro wurde eine Schale mit Glaseinsatz von WMF gekauft, die etwa aus der Zeit zwischen 1903 und 1910 stammt.
Eine Keramik-Wandmaske aus dem Hause Goldscheider Wien von 1935 bis 1941 gefiel so gut, dass die Händler 350 Euro zahlten.
Und eine ungewöhnliche Brosche aus Gold mit Zuchtperle aus den 60er-Jahren erzielte sogar 600 Euro.