Böse Überraschung bei "Bares für Rares": Wahrheit über Erbstück

Dramatische Szenen im Walzwerk von Pulheim: In der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares" entlarvte Expertin Wendela Horz ein jahrzehntealtes Familiengeheimnis. Eigentlich wollte ein Ehepaar nur ein Erbstück verkaufen, doch dann waren alle vor den Kopf gestoßen.

Horst Lichter war zunächst beeindruckt: "Boah, sach mal! Was ist das denn für ein Klunker? Mein lieber Scholli!" Den Ring hat die verstorbene Tante "als Geldanlage" gekauft, berichtete Ulrich Grundmann. Der Wunschpreis des Ehepaars: 6.000 Euro.
Wendela Horz sah das völlig anders. Ihr fiel auf, dass die Facettenkanten Abnutzungserscheinungen zeigen. "Das gibt es extrem selten bei Diamanten, aufgrund der starken Härte", so die Expertin. Was sie jedoch "vollends entsetzt hat" waren die doppelbrechenden Facettenkanten. Denn ein Diamant ist einfach brechend.
Der sogenannte Multitester brachte die Wahrheit ans Licht. Und die war härter als der eingefasste Klunker: Der Diamant war nämlich gar keiner. "Es tut mir wirklich leid", sagte Wendela Horz.
"Der ist also gar nichts wert?", erkundigte sich Ulrich Grundmann entsetzt. "Jetzt bin ich platt", sprach Horst Lichter aus, was der Verkäufer wohl dachte.
Zirkonia oder ein anderer Ersatzstein, lautete das vernichtende Urteil der Expertin. "Einen solchen Zirkonia kann man neu schon für 10, 20 Euro bekommen", so Wendela Horz. "Nein! Das ist ja wirklich der Hammer!", reagierte Renate Grundmann schockiert.
Immerhin: Die Schiene war aus 85er-Gold. Ein echter Diamantring in der Größe hätte an die 100.000 Euro gebracht, wusste Wendela Horz. Für den beschädigten Kunstklunker empfahl sie dagegen maximal 100 bis 120 Euro. "Hier kann man was erleben", resignierte Renate Grundmann. Horst Lichter machte ein betretenes Gesicht.
Vor dem Händlerraum fragte sich Frau Grundmann: "Ob die das erkennen?" Ihr Gatte dachte laut: "Das wäre natürlich das Tollste, wenn die das als Brillanten kaufen!" Dann erinnerte er sich, dass er gerade vor laufender Kamera stand und fügte hinzu: "Aber dann kläre ich sie auf."
"Das ist ein Diamant, nehme ich an", meinte Fabian Kahl (Mitte). "Das ist keiner", wusste sein Kollege Wolfgang Pauritsch (links). Als das Paar erklärte, dass die Tante den Ring als Wertanlage erstanden hatte, konnte der Händler sich das Lachen nicht verkneifen. Gemein!
"Sie hat den bestimmt als echt gekauft und ist reingelegt worden", erkannte Ludwig Hofmaier mit detektivischem Spürsinn. "Heute kam die Entzauberung", erklärte Renate Grundmann. Wolfgang Pauritsch bot 120 Euro - "für die Ringfassung".
Elke Velten erhöhte auf 150 Euro. Markus Wildhagen (links) legte noch etwas drauf: 180 Euro. "Da gibt es mit Sicherheit einen Herrn, der seiner Freundin eine große, große Freude damit macht", glaubte er. Wolfgang Pauritsch stimmte zu: "Natürlich - zur Verlobung den falschen Stein und zur Ehe dann den richtigen."
Das Ehepaar verkaufte für 180 Euro, was es für 6.000 verkaufen wollte. Entsprechend deprimiert übernahm Renate Grundmann die Summe von Markus Wildhagen. Seufzend bedankte sie sich. Ihr Fazit: "Das war ganz anders als gedacht."
Besser lief es für Winfried Berberich aus Gerchsheim. Er erhoffte sich 600 Euro für einen zwischen 1926 und 1931 hergestellten Ortsempfänger von Loewe. Fabian Kahl wusste nicht so recht, was er damit anfangen solle, zahlte aber 700 Euro.