Ein "besonderes Stück": Goldkette begeistert die "Bares für Rares"-Expertin

Eine "aufwendige Handarbeit" nach royalen Vorbildern, noch dazu aus Gold: "Bares für Rares"-Expertin Heide Rezepa-Zabel fand ein mitgebrachtes Kragencollier nicht nur "besonders", sondern konnte dem Schmuckstück auch einen besonders hohen Wert bescheinigen ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

Expertin Heide Rezepa-Zabel begutachtete das Collier genau und war sofort begeistert. Horst Lichter ist zwar kein großer Schmuck-Fan, doch auch ihm war das hübsche Muster aufgefallen. Doch mehr als "Das ist sicher Gold" fiel dem Moderator dazu nicht ein. Dafür hatte die Expertin umso mehr zu erzählen ...
Das Kragencollier war im Wabenmuster zu einer Art Teppich zusammengebaut worden. Die einzelnen Glieder waren sehr beweglich. "Die Kette ist eine aufwendige Handarbeit, die historische Vorbilder hat", erklärte Rezepa-Zabel. "Wenn man geschichtlich zurückblickt, dann hat so einen Prachtkragen vielleicht Königin Cleopatra getragen", so die Expertin.
"Cleopatra und du!", lachte Horst Lichter, der sich zur Verkäuferin Regina Steegmanns wandte. Auch sie fand die Vorstellung lustig, die gleiche Kette wie eine Königin getragen zu haben. Doch die Expertise ging noch weiter. Denn diese Colliers wurden auch im goldenen Zeitalter der Renaissance von Adeligen getragen sowie in den 1950er-Jahren.
"In der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs kamen diese Kragencolliers wieder in Mode", fuhr die Expertin fort. "Das war eine Demokratisierung des Schmucks in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das gab es vorher in der ganzen Geschichte nicht." Horst Lichter war beeindruckt: royaler Schmuck für alle. Doch was war die Kette nun wert?
Die beiden Verkäufer wussten nicht, wie hoch der aktuelle Goldpreis war, noch war ihnen der historische Wert der Kette bewusst. Sie wünschten sich 800 bis 1.000 Euro. Doch die Expertin sah das anders: "Damit liegen sie weit unter dem Goldwert. Der Materialwert liegt schon bei 1.750 Euro. Ich taxiere dieses besondere Stück auf 2.200 bis 2.400 Euro".
Total überrascht über die hohe Expertise, war das Ehepaar auch im Händlerraum noch etwas sprachlos. Doch ganz sicher waren sie sich nicht, ob der Preis von Expertin Heide Rezepa-Zabel auch von den Händlern erbracht werden könnte. Und hatten die Händler überhaupt Kunden für so opulenten Schmuck?
Schmuckexpertin Susanne Steiger meldete sich als Erste zu Wort: Sie fand das Collier aus den 1960er-Jahren außergewöhnlich dekorativ und auch heute noch gut verkäuflich. "Diese Kragenkette trägt sich zum Beispiel sehr gut über einem Rollkragenpullover", fuhr Steiger fort und startete die Bieterrunde mit einem beachtlichen ersten Gebot von 2.000 Euro.
Händler Ludwig Hofmaier (r.) interessierte sich auch für die Kette, doch beim Gebot von Steiger verschlug es ihm erstmal die Sprache. "Ich hätte es schon gern gehabt, aber der Preis ist mir zu hoch", so Hofmaier. Laut Daniel Meyer (l.) passte die Kette auch viel besser zu Steiger. Denn deren Bluse zeigte ein Bienenmotiv - passend zum Wabenmuster der Kette.
Auch kein anderer Händler traute sich, mehr als 2.000 Euro zu bieten. Somit erhielt Susanne Steiger den Zuschlag. "Im Tennis wäre es ein Ass", lachte die Händlerin darüber, so schnell ein Objekt ersteigert zu haben. "Oder ein Hole-in-one im Golf", so Fabian Kahl. Das Ehepaar freute sich jedenfalls sehr: "500 Euro für jedes Kind!"
Keinen Abnehmer fand eine Zweigbrosche mit Rosendiamanten. Der Schmuck stammte von 1850, wurde aber neuzeitlich rhodiniert. Da die Brosche somit nicht mehr im Originalzustand war, wollten die Händler nicht mehr als 500 Euro dafür bezahlen. Heide Rezepa-Zabel taxierte das Stück immerhin auf 1.000 bis 1.200 Euro.
Eine Spielzeug-Eisenbahn von 1910 bis 1920 der Gebrüder Bing aus Nürnberg ging für 610 Euro an Händler Daniel Meyer. Experte Detlev Kümmel hatte das Set nur auf 250 bis 300 geschätzt, doch Meyer zahlte vor allem wegen des seltenen Krankenwagens einen höheren Preis.