"Bares für Rares": Verkäufer durchleidet Wechselbad der Gefühle

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Ein opulenter Tafelaufsatz sorgte für Aufregung in der Mittwochsausgabe von "Bares für Rares". Moderator Horst Lichter war sich bei diesem Stück nicht sicher, ob es sich um Kitsch oder Kunst handele. Experte Detlev Kümmel klärte jedoch auf und brachte damit nicht nur Horst, sondern auch den Verkäufer ganz schön ins Grübeln.

Den Tafelaufsatz hatte Verkäufer Gerold Frormann in einem Schrank auf dem Dachboden gefunden. Da er jedoch die Sammelleidenschaft seiner Schwiegermutter in spe nicht wirklich teilt, wollte er das opulente Teil gerne an die "Bares für Rares"-Händler verkaufen ...
Die Expertise ergab die genaue Datierung. Anhand der Stilelemente konnte der Tafelaufsatz auf den Zweiten Rokoko um 1890 datiert werden. Damals durfte alles etwas üppiger und praller ausfallen - so auch die Frauendarstellungen, wie Experte Detlev Kümmel anmerkte.
"Es sind erotische Darstellungen und keine Akte", erklärte Detlev. "Denn es handelt sich schließlich um Göttinnen. 'Die drei Grazien' sind die Töchter von Zeus." Göttinnen zeigt man eben nicht nackt, sondern lieber nur leicht bekleidet.
Der Experte führte weiter aus: "Das ist Kunst, auch wenn manche es vielleicht kitschige Kunst nennen. Aber eigentlich ist das alles sehr fein gearbeitet. Das sieht man vor allem an den detaillierten Bemalungen in der Schale." Verkäufer Gerold atmete auf - doch eine Enttäuschung stand ihm noch bevor.
Bei dem Tafelaufsatz handelte es sich um ein Stück der Porzellanmanufaktur Meissen. "Wow! Erste Ware Meissen?", platzte es aus Horst Lichter heraus. "Leider nein. Es handelt sich um zweite Ware. Das erkennt man am Schleifstrich unter der Schwertermarke von Meissen", trübte der Experte die Stimmung. Einen ersichtlichen Makel, der die Herabstufung gerechtfertigt hätte, konnte der Experte aber nicht erkennen.
Verkäufer Gerold war sichtlich enttäuscht: "Jetzt bin ich um eine Illusion ärmer, bis jetzt dachte ich noch, es ist erste Wahl." Eigentlich wollte er mindestens 800 Euro von den Händlern - nun sah er seine Felle davonschwimmen.
Doch Experte Detlev hatte noch eine Überraschung parat: "Für diesen prächtigen Tafelaufsatz würde ich einen Preis von 1.500 bis 1.800 Euro ansetzen."
Und auch die Händler staunten nicht schlecht beim Anblick des prächtigen Porzellans. Julian Schmitz-Avila (Mitte) war sogar richtig aus dem Häuschen: "Das gefällt mir schon aus der Ferne! Mein lieber Scholli!"
Die erste Begeisterung ebbte ab, als die Händler die Markierung am Boden des Tafelaufsatzes erkannten. Fabian Kahl war am Ende der Höchstbietende mit 1.050 Euro. Klar unter Expertenschätzung - aber immerhin auch deutlich über dem ursprünglichen Wunschpreis.
Von einem beleuchteten Kickertisch wollten sich Alex Sauermann und Nicolai Laskowski gegen Bares trennen. 600 Euro gab es schließlich für das auf 200 Exemplare limitierte Kultobjekt.
Vicky Gabriel wollte ihre Tischuhr aus dem Keller verkaufen. "Auf den ersten Blick toll, aber auf den zweiten Blick merkt man, dass die Uhr qualitativ doch nicht so wertig ist." Julian Schmitz-Avila wollte das schöne Stück dennoch haben und kaufte es für 250 Euro.
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