"Bares für Rares": Für dieses Unikat zahlten die Händler freiwillig mehr

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So was gab's in der "Bares für Rares"-Geschichte des ZDF noch nie: ein Puppenhäuschen, das Musik spielen konnte! Und das verzückte sowohl Horst Lichter als auch seine Trödel-Händler. Welch hohe Summe die für die kleine Holzhütte auf den Händlertisch blätterten, zeigt die Bildergalerie.

"Wie kommst du denn an so ein Wahnsinns-Teil dran?", fragte der bärtige Moderator seinen Gast Peter Müller interessiert.
Er habe vor "vor 42 Jahren als mobiler Discjockey angefangen", berichtete Peter Müller. Per Anzeige habe er Schallplatten gesucht. "Da wurde mir das erste Grammophon angeboten und dann entstand eine Leidenschaft", erklärte der Veranstaltungskaufmann aus Drage.
"Wenn einmal der Funke da ist für irgendwas, dann verselbstständigt sich das ganze Spektakel und dann kriegste auch keinen Stopp mehr", kannte Horst Lichter die Eskalationsstufen einer Sammelleidenschaft nur zu gut.
"Ist das jetzt eine Drehorgel oder was ist das?", wandte sich der Moderator nun an seinen Experten. "Das ist ein Kurbelautomat", klärte Detlev Kümmel auf.
Denn wenn man an der Seite des Häuschens kurbelte, erklang die Melodie von "Du und Du" aus der berühmten Operette "Die Fledermaus". Passend dazu drehten sich die kleinen Püppchen im Schaukasten im Kreis.
Davon war Horst ganz verzückt: "Ich würde mal sagen süddeutscher Raum, ne?" Damit hatte er vermutlich recht, nachweisbar war es jedoch nicht. Das Baujahr war dafür ziemlich sicher um 1910.
Auf der Rückseite des Hauses ließen sich die Musikplatten anbringen, drei Melodien standen zur Auswahl. Die Kiste selbst bestand jedoch aus einfachen Spanplatten und sollte nur oberflächlich hübsch aussehen. Detlev Kümmels Schätzwert: stolze 500 Euro.
Im Händlerraum kurbelten die Trödler sofort fröhlich los. "Das ist der erste multifunktionale Disc-Wechsler", vermutete Julian Schmitz-Avila (links). "Also, das gefällt uns schon mal allen!"
Beste Voraussetzung für einen hohen Kaufpreis! Der sollte tatsächlich um einiges höher ausfallen als erwartet. Schnell war der Schätzpreis überboten. "Ich find' das cool, das Ding", war Walter Lehnertz besonders begeistert.
Peter pries seinen Kurbelkasten noch mal an: "Ihr müsst bedenken: Das hat zur damaligen Zeit jeden Hund aus der Ecke geholt!" Das schien nun auch den Händler Waldi aus der Ecke zu locken.
Denn sein letztes Gebot von 670 Euro übertrumpfte die anderen Händler. "Und weil ich das anders nicht kann, mach ich 680", zückte 80-Euro-Waldi freiwillig noch einen Zehner aus dem Geldbeutel. Ein super Deal für Peter!
Gut verhandeln konnten auch die anderen Verkäufer der Montags-Show: Ein bronzener Seemann von Henryk Kossowski aus dem Jahr 1907 erreichte mit 350 Euro genau den Schätzpreis.
Und eine uralte handgeschmiedete Regimentskasse etwa aus dem Jahr 1690 holte 400 Euro, obwohl sie gar nicht funktionierte.
Auch das gut polierte Silber-Service inklusive Tablett aus den 50er-Jahren war mit 1.050 Euro sehr gut bezahlt.