Bares für Rares" wird zur Spielhölle: Um diesen Flipper zockten die Händler

"Bares für Rares" wurde zum Spielerparadies für Horst Lichter, als Heino Bönig seinen Nadelspielautomat präsentierte. Denn die Händler verlockte der antike Spieltisch zur Zockerei...

"Hach, wieder was Schönes!" freute sich Horst Lichter in der Donnerstagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" über einen alten Nadelspielautomat - einen Vorgänger des Flippers. Experte Detlev Kümmel machte sich sogleich an den Praxistest und hatte danach einiges zu erzählen ...
Leider fielen dem Experten die Mängel als erstes ins Auge: die mechanische Funktion hatte gelitten. "Das Rad in der Mitte dreht sich nicht!", kritisierte Kümmel. "Aber eine Korrektur wäre sicher nicht der große Aufwand?", fragte Lichter. "Nein! Das kann man reparieren. Das ist keine große Elektronik, sondern reine Mechanik", so Kümmel.
Die Liste der Gebrauchsspuren war jedoch noch länger: im Inneren des Automaten wurde eine nicht ganz fachmännische Silberlackierung angebracht, die Kümmel beanstanden musste. Da wehrte sich der Besitzer: "Der Automat war aber mal sehr schön!" Auch Horst Lichter versuchte die Stimmung zu retten: "Also von hier aus sieht das Holz auch sehr gut aus!"
Kümmel stimmte zu: "Der Holzkasten wurde aus verschiedenen Hölzern gebaut, wie etwa aus Buche und der Spielautomat wurde nochmal recht nett in Nussbaum furniert." Als Herstellungszeitraum nannte der Experte die 1930er-Jahre.
Den Hersteller konnte der Experte allerdings nicht ausfindig machen, obwohl der Tisch die Bezeichnung "IHO CUP" aufwies. Und wie sah es mit dem Wert des Automaten aus? Laut Besitzer war er mindestens 10.000 Euro wert, "aber anfangen will ich mal mit einem Wunschpreis von 300 Euro", scherzte Heino Bönig. Er wollte seinen Tisch wohl los werden ...
Kümmel war sich auch nicht sicher: "Ich muss hier eine spekulative Einschätzung abgeben. Denn ich weiß nicht, wieviel Arbeit hier noch reingesteckt werden muss." Dennoch gab er einen Schätzpreis ab und kam auf 700 bis 900 Euro.
Nachdem Baujahr und Funktion geklärt waren, startete die lustige Bieterrunde mit einem ersten Gebot von Händler Jan Cizek in Höhe von 100 Euro. Dem folgte Daniel Meyer sofort mit 200 Euro und dem Zusatz "Spielhölle!". Doch das war erst der Anfang: weitere 250 Euro von Cizek wurden sofort wieder von Meyer mit 350 Euro überboten.
Bis dahin hatte sich "Waldi" Lehnertz zurückgehalten, meinte dann aber: "Ich hab' ja schon zwei davon! Ich kann mir doch keinen Dritten hinstellen." Julian Schmitz-Avila versuchte, dem Händler aus der Eifel den Tisch dennoch schmackhaft zu machen: "Aber Waldi, der hier sieht echt toll aus! Das ist der Schönste, den ich je gesehen hab!"
"Das lockt dann alle in die Eifel, wenn du drei Automaten hast", freute sich auch Händler Meyer. Jetzt setzte Besitzer-Freund Stephan Gierth sein Verhandlungsgeschick ein und meinte: "Der Trend geht zum Dritt-Nadelspielautomat!" Doch nicht Lehnertz, sondern Jan Cizek war überzeugt und bot noch 380 Euro.
"Also ich geb' 400 Euro, wenn der Waldi nicht will!", entgegnete Daniel Meyer. "Das war aber eine Ansage, Waldi!", lachte Schmitz-Avila und lockte damit Lehnertz noch mehr. "Seid ihr denn damit schon einverstanden?", wollte der Händler aus der Eifel wissen. "Da geht noch was!", also bot Lehnertz doch 420 Euro.
Die Verkäufer-Freunde wollten zwar lieber noch einen weiteren 80-Euro-Schritt von Lehnertz, der gab aber nicht mehr als 450 Euro. Auch die anderen Händler waren raus. So erhielt Lehnertz den Zuschlag und Schmitz-Avila beschloss: "Ich muss ein Wochenende zu dir kommen und mir alle Automaten ansehen!". Dazu Susanne Steiger: "Ja, ab ins Spielerparadies Eifel!"
Ebenfalls den Besitzer wechselte eine Omega "Cosmic" Armbanduhr aus dem Jahr 1951. Sie war vergoldet, im perfekten Zustand und ging für 2.500 Euro an Händler Julian Schmitz-Avila.
Ein skandinavischer Konsolentisch aus vergoldetem Nadelholz wurde für 1.000 Euro an Susanne Steiger verkauft.