"Bares für Rares": Bei diesem skurrilen Möbelstück steckt der Teufel im Detail

Diese exquisite Sitzgelegenheit faszinierte die Händler. Das exotische Sitzmöbel zog besonders einen in den Bann ...

Das wahrlich exotische Sitzmöbel, das Marianne Müller mit zu "Bares für Rares" brachte, haute nicht nur Horst Lichter (Mitte) und Experte Albert Maier vom Hocker. Die teuflische Sitzgelegenheit faszinierte auch die Händler. Besonders einer fühlte sich von dem antiken Stück in den Bann gezogen ...
Marianne Müller wollte ihr Möbelstück bei "Bares für Rares" nicht nur an den Mann bringen, sondern auch mehr über die Geschichte und Herkunft des Hockers erfahren. Aus einer Internetrecherche war sie nicht schlau geworden, wie die 72-Jährige verriet. Ob ihr Experte Albert Maier die Bedeutung des Stuhls erläutern konnte?
Schon bevor Horst Lichter einen Blick auf den Stuhl warf, war er Marianne Müller verfallen: "Du bist eine richtig offene Dame!" Als sie ihm auch noch verriet, dass sie aus dem Münstertal nahe seiner Heimat komme, kannte die Begeisterung des Moderators keine Grenzen mehr: "Ein Sensatiönchen!" Experte Albert Maier (rechts) nahm währenddessen das Möbelstück unter die Lupe.
Doch dann bekam sich Horst Lichter in den Griff und besann sich zurück auf das Mitbringsel: "Marianne, wo hast du denn dieses extremst außergewöhnliche Sitzmöbel her?" Die 72-Jährige erläuterte, der Hocker sei ein Geschenk einer Frau gewesen, die sie lange gepflegt hatte. Davor sei der Hocker im Besitz eines Schweizer Pharmakologen gewesen.
Auch Experte Albert Maier hatte Spaß an der Mischung aus Sessel und Hocker: "Das ist ein skurriles Möbel." Auffallend waren auch die kunstvoll geschnitzten Teufelchen an den Armlehnen. "Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein original Rokoko-Hocker", äußerte Maier.
Weil die Schnitzereien aber nicht den Techniken des Rokokos entsprachen, datierte Albert Maier das antike Möbelstück auf die Zeit zwischen 1870 und 1890. "So etwas findet man nicht alle Tage", jubilierte der Experte bezüglich des Möbelstücks aus Frankreich.
Albert Maier charakterisierte die kleinen Teufelchen als "Mischwesen zwischen Ziegenbock und Menschen". Währenddessen hatte auch Horst Lichter längst Gefallen an dem Stuhl gefunden: "Er ist weit über 100 Jahre alt, skurril, kurios und wer Teufelchen mag, why not?"
Mit dem Erlös aus dem Verkauf wolle sie ein Fahrtraining bei Unimog absolvieren, erklärte Marianne Müller. Weil Experte Albert Maier den Wunschpreis von 800 Euro bestätigen konnte, schickte Horst Lichter die Verkäuferin in den Händlerraum. "Geh dir die Kohle abholen!", motivierte er die 72-Jährige.
"Es ist nichts gebrochen, keine Figur fehlt, es ist wirklich schön", lobte Fabian Kahl das antike Stück - und gab mit 400 Euro das erste Gebot ab. Es sollte nicht das letzte bleiben - auch weil Marianne Müller mit Detailwissen den Preis nach oben trieb: "Das Pendant dazu soll im schwedischen Königshaus stehen."
Im Bietergefecht musste sich Fabian Kahl (rechts) mit ungebetenen Konkurrenten herumschlagen - was sich auch auf den Preis auswirkte. Außerdem meinte er: "Es ist schwierig, da jemanden zu finden und zu begeistern." Doch Marianne Müller blieb cool und pokerte selbst bei einem Gebot von 600 Euro: "Das tut noch arg weh."
Marianne Müllers Taktik sollte sich auszahlen. Nach einem waschechten Händlerduell zwischen Julian Schmitz-Avila (zweiter von rechts) und Fabian Kahl (rechts) sicherte sich Letzterer den teuflischen Hocker für 860 Euro. Trotzdem war Kahl mit dem Kauf zufrieden und kündigte an: "Der kommt in mein Schlafzimmer."
Für eine Spielzeug-Straßenbahn, die zwischen 1915 und 1920 hergestellt wurde, bezahlte Händler Daniel Meyer 400 Euro.
Für besondere Anlässe: Ein schmuckes Obstbesteck wechselte für 270 Euro den Besitzer und gehört ab sofort Julian Schmitz-Avila.
Eine Figur, die Bronze und Elfenbein miteinander vereinte, war Daniel Meyer die stolze Summe von 1.250 Euro wert.