"Bares für Rares": Porzellanfigur verzaubert trotz Brandschäden

Bei Horst Lichter wird sogar mangelhafte Ware zu Geld gemacht. Neuester Beweis: eine Porzellanfigur mit Brandschäden.

Ein kurzer Blick - und Horst Lichter wurde nervös: "Eine traumhafte Ausformung, und ich hoffe auf einen hervorragenden Hersteller." Wie so oft sollte der "Bares für Rares"-Moderator Recht behalten ...
Schwiegertochter und Schwiegermutter Ina Sloane und Birthe Küpper waren aus Köln und Aachen angereist, um das aussortierte Dekostück von Frau Küppers Mutter anzubieten. Eine gute Entscheidung, wie sich gleich zeigte.
Horst Lichter gab das Wort direkt an Detlev Kümmel ab, denn "wie ich sehe, ist Detlev hin und weg, und er ist regelrecht begeistert". Der Experte zeigte die Meissener Schwertermarke: "Wir haben hier wirklich eine gute Manufaktur."
Paul Scheurich hatte den Entwurf der orientalischen Flötistin im Jahr 1921 produziert. Der Art-déco-Stil war damals sehr beliebt: "Meissen war sehr erfolgreich mit diesen Modellen. Sie waren damit vielleicht erfolgreicher als sie gerechnet haben."
Klang super, doch Horst Lichter hakte nach: "Ist das auch eine aus der Zeit?" Kümmel: "Leider nein." Denn das Exponat entstand erst nach 1934. Außerdem handelte es sich wegen ein paar Produktionsschäden nur um zweite Wahl.
Doch das war gar nicht so schlimm, denn "nach diesen kleinen Produktionsmängeln ist es jetzt wieder ein perfekter Zustand". Keine Bruchstellen, nichts abgeblättert, deshalb lag die Expertise bei überraschenden 700 bis 800 Euro.
Die Händler schienen die Brandschäden ebenfalls nicht zu stören: "Das ist schööönes Porzellan!" Fabian Kahl fand sogar mit Schwarzlicht nur minimale Fehler und stieg mit 500 Euro ein. Wunschpreis direkt erreicht.
Mit Julian Schmitz-Avilas (links) Gebot war sogar der Schätzpreis genau getroffen: 700 Euro wollte er für die Porzellanfigur bezahlen.
Gut gelaunt waren die Händler auch, als sie ein Silber-Service von WMF, etwa von 1909, für 320 Euro kauften.
Für 70 Euro holten sie sich einen alten Zwicker mit Goldbügel von 1900.
Für eine Porzellanvase von Trude Petri aus den 30er-Jahren aus dem Hause KPM gab es 280 Euro.
Und ein 30er-Jahre-Servierwagen aus Holz und Glas brachte dem Verkäufer 210 Euro ein.