"Bares für Rares": Horst Lichters Rat fürs Älterwerden sollte jeder kennen!

Eigentlich stand da nur ein unscheinbarer alter Holzstuhl bei "Bares für Rares". Doch Horst Lichter inspirierte das Sitzmöbel zu einem Rat für alle, die sich mit dem Thema Älterwerden beschäftigen.

"Du hast was Jeckes mitgebracht", befand Horst Lichter über das Verkaufsobjekt von Wolfgang Schäfer (Mitte). "Detlev, verbesser mich, wenn das falsch ist: Das ist ein Hocker, den kann man in der Höhe einstellen - rauf, runter", analysierte Lichter. "Und der ist alt." Experte Detlev Kümmel (rechts) stimmte dieser ersten Einschätzung zu.
Lichter konnte kaum glauben, dass der 76-Jährige aus Wuppertal die 32 Jahre seiner Tätigkeit als Prokurist in einer Textilfirma auf diesem Hocker verbracht hatte. Experte Detlev Kümmel identifizierte ihn als Industriehocker, der "nicht als bequemes Wohnmöbel" konzipiert sei. Zwischen 1905 und 1910 sei das Sitzmöbel gedrechselt worden.
"Wenn ich mal aufhöre, nehme ich dich auch mit", sagte Lichter zu Detlev Kümmel. Der war wenig begeistert. "Wo stand der Stuhl zum Schluss?", wollte der Experte von Wolfgang Schäfer wissen. Der musste zugeben: "In der Ecke." Kümmel darauf: "Siehste, ich will nicht mit." Lichter enttäuscht: "Oh, ich habe schon eine schöne Ecke für dich."
"Durch die kleine Sitzfläche konnte man gewährleisten, dass man sich bei der Arbeit schnell in alle Richtungen drehen konnte", wusste Experte Detlev Kümmel. Das war allerdings für einen Prokuristen gar nicht so wichtig wie für den ursprünglichen Nutzer ...
"Der war aber nicht für einen Prokuristen gedacht", vermutete Horst Lichter. Er lag richtig. Der Verkäufer erklärte: Auf diesem Hocker saß ursprünglich ein Arbeiter vor einer Häkelmaschine und kontrollierte die Fäden.
Kümmel stellte fest, dass eine Strebe repariert werden müsste. Dennoch bewunderte er "den alten Industriecharme". Zwar seien leichte Risse und kleine Farbabplatzer erkennbar, und der Hocker sei abgewaschen worden, "aber im Großen und Ganzen muss er genau diesen leicht abgewetzten Charme behalten, denn sonst würde er an Klasse verlieren".
Horst Lichter konnte sich mit dem Hocker identifizieren. Das Möbelstück und die Worte von Kümmel inspirierten den Moderator gar zu einer Lebensweisheit über das Älterwerden: "Du, das sehe ich bei mir auch so, ich habe lange damit gehadert, dass ich älter werde, und jetzt sage ich mir: Dieser bisschen abgewaschene Charme, der steht mir ganz gut."
"Ich wollte den Betrag meiner Enkelin zur Verfügung stellen, die in Heidelberg studiert", erklärte Wolfgang Schäfer. Seine Schmerzgrenze sei ein Erlös von 50 Euro, so der 76-Jährige. Detlev Kümmel war anderer Meinung. Erfreulicherweise: 120 bis 150 Euro empfahl er.
"Ein Klavierhocker", vermutete Walter Lehnertz (erster von links) angesichts des Verkaufsobjekts aus Buchenholz. "Oder ein Melkschemel", dachte Fabian Kahl (zweiter von rechts) laut. Der Verkäufer klärte daraufhin bereitwillig über den historischen Verwendungszweck des Hockers auf. Kahl eröffnete mit 50 Euro, Julian Schmitz-Avila (Mitte) zog mit 60 Euro nach.
Walter Lehnertz bot 80 Euro. Wolfgang Schäfer versuchte es auf die Mitleidstour: "Ich wollten den Betrag meiner Enkelin zur Verfügung stellen, die in Heidelberg studiert", erklärte er. Netter Versuch, aber vergeblich: Mehr als das Angebot von Lehnertz konnte er nicht herausholen ...
Mit 80 Euro fürs Studium der Enkelin verließ der Verkäufer den Händlerraum. Immerhin: Lichters Rat übers Älterwerden konnte er als Gratisdreingabe mitnehmen: Der leicht abgewetzte Charme macht die Klasse eines Menschen aus. Na ja, zumindest frei übersetzt ...
Marketingmanagerin Stefanie Brickwedel bekam von Ludwig Hofmaier 1.150 Euro für ihre Kruzifix-Kette. Als Lichter erfuhr, dass die Dame auch als Zumba-Trainerin arbeitet, versprach er, sie zu besuchen und mitzumachen: "Da packe ich meine Leggings wieder aus". Etwa noch ein Geheimtipp gegen das Älterwerden?
"Die Schweine bewegen sich!", stellte Detlev Kümmel fest - ein Satz, der nur im Kontext Sinn ergibt. Bettina Nellens Mitbringsel war ein Spielzeugauto. Hinter Farmer Pinkee saßen seine Schweine. Elke Velten, sonst eher für Schmuck zu begeistern, zahlte dafür 80 Euro. 5 Euro allerdings waren eine Spende vom Kollegen Lehnertz an die Verkäuferin.