"Bares für Rares": Horst Lichter ist von Verwandlungsmöbel begeistert

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In der Freitagsausgabe von "Bares für Rares" gab es Objekte zu bestaunen, deren Verwendungszweck sich nicht immer sofort erschloss. Ein Gegenstand hatte es Horst Lichter dabei besonders angetan. © teleschau - der mediendienst GmbH

So begeistert sieht man den an sich ja leicht zu begeisternden Horst Lichter (Mitte) selten. In der Freitags-Ausgabe von "Bares für Rares" war der joviale Rheinländer gar völlig aus dem Häuschen: "Dat is ja ne Granate. Sowat haben wir ja noch nie jehabt!", rheinländerte er ekstatisch.
Grund für den Jubel: ein Stuhl. Bei dem Objekt, das die Hamburgerin Heidemarie Hayko, 62, ins Studio mitgebracht hatte, handelte es sich allerdings um kein gewöhnliches Sitzmöbel. "Der Stuhl hat ein Geheimnis", wusste Lichter.
Denn der Stuhl lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine Treppe umbauen - wie gemacht für Bibliotheken. Ein "Verwandlungsmöbel", erklärte Experte Albert Maier.
Maier nahm denn auch gleich Platz auf dem seltenen Stuhl - und bestätigte: "Haben wir noch nie gehabt." Lichter ließ sich gar zu einem ungewohnten Lobgesang hinreißen: "Ja leck mich!", entfuhr es dem Koch.
Ihren Stuhl, erklärte Heidemarie Hayko, habe sie vor rund 20 Jahren in Schweden gekauft. "Spätbiedermeier" aus dem Jahr 1840, urteilte Experte Maier. Eigentlich ein wertvolles Stück - wäre es nur besser in Schuss. Im Bestzustand wäre das Möbel wohl 1.000 Euro wert, so Maier, nun aber nur die Hälfte.
"Dann nehm' ich ihn nach Hause, bring ihn in Originalzustand, und komm wieder", scherzte Kandidatin Heidemarie Hayko - ließ sich dann aber doch die Händlerkarte geben.
Zunächst musste sich Heidemarie mit einem mickrigen Startgebot begnügen: "80 Euro jeb isch dir für den Prügel!", schlug Händler Walter Lehnertz vor. Viel zu wenig! Mindestens 300 Euro wollte Heidemarie für ihren ungewöhnlichen Stuhl haben.
Nachdem die Händler Daniel Meyer und Julian Schmitz-Avila ins Bietergefecht eingestiegen waren, stieg der Preis rasant. Das Höchstgebot kam schließlich von Schmitz-Avila: 600 Euro. Heidemarie Hayko zögerte kurz, nahm dann aber doch das Geld, statt den Stuhl daheim zu restaurieren: "Da kommen wir ins Geschäft!"
Ein äußerst ungewöhnliches Stück hatte auch Manfred Ott (rechts) aus Heimenkirchen mit ins Studio gebracht. "Sehr dekorativ - aber watt es is', weiß ich noch nich'", staunte Horst Lichter.
"Sieht aus wie 'ne Bombe", mutmaßte später Händler Friedrich Häusser. Bombe? Nicht ganz!
Bei dem seltsamen Objekt handelt es sich um einen Feuerlöscher aus einem brasilianischen Luxushotel.
Nachdem die Händler zunächst versucht hatten, die Inschrift zu entschlüsseln - "Lateinisch? Italienisch?" -, ging die Bieterrunde los. Für 150 Euro kaufte Walter Lehnertz schließlich das gute Stück - als Geschenk für einen Freund, der, wie passend, ein Feuerwehrmuseum besitzt.
Auch dieses Objekt hatte es in sich: Na, um was könnte es sich hierbei handeln? Richtig: um eine Präzisionswaage aus den 50er-Jahren.
Mitgebracht hatte das filigrane Stück Mirja Langhard aus Köln. Genutzt wurde es ursprünglich in einer Apotheke, wo es, wie Horst Lichter ganz richtig erkannte, eine wichtige Aufgabe hatte: "Ein Gramm zu viel, dat kann schon dazu führen, dass du Bart kriegst, aber auf den Ohren!"
Was die Händler mit dem Messinstrument anfangen könnten, wusste Lichter ebenfalls: "Da können die zu Hause ihren Goldstaub wiegen!"
Wie das Gerät funktioniert, wollte dann auch Walter Lehnerzt ganz genau wissen. Den Zuschlag erhielt aber ein anderer: Friedrich Häusser war die Waage 200 Euro wert - verkauft!
Horst Lichter, der TV-Koch und Oldtimerfan mit dem markanten Schnauzer, führt seit 2013 durch die Trödelshow "Bares für Rares". Es ist derzeit die erfolgreichste Nachmittagssendung des ZDF ...
Zum Erfolgskonzept der Reihe gehören auch sie, die Experten, die eingangs den Wert der (vermeintlichen) Kunstwerke und Antiquitäten schätzen. Von links: Sven Deutschmanek, Dr. Heide Rezepa-Zabel, Horst Lichter und Albert Maier.
Und das sind fünf der wiederkehrenden Kunst- und Antiquitätenhändler, die der Sendung das gewisse Etwas geben. Von links: Wolfgang Pauritsch, Susanne Steiger, Fabian Kahl, Ludwig Hofmaier und Walter Lehnertz. Der (körperlich) Kleinste der Runde ist ein ganz besonderes Original ...
Ludwig Hofmaier, 1941 in Saal an der Donau geboren, war in seinem bewegten Leben vieles: (hochoffizieller) Meister im Kunst- und Geräteturnen, (inoffizieller) "Weltmeister im Handlaufen", Gastwirt, Nachtklubbetreiber sowie - natürlich auch das: Antiquitätenhändler.
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