"Bares für Rares": Horst Lichter staunt über Schrott-Coup

Am Montag gab es eine echte Seltenheit bei "Bares für Rares": Eine defekte Eisenbahn fiel bei Horst Lichter und seinem Trödel-Experten komplett durch. Doch was die beiden für einen Fall für den Mülleimer hielten, wollten die Händler tatsächlich haben! Wie es dazu kam und was der Schrott am Ende einbrachte, zeigt die Bildergalerie.

Die beiden Freundinnen Beate Böhmerle und Gabriele Arnold hofften auf einen kleinen Schatz, als sie die antike Eisenbahn mit in die Expertenhalle brachten. Es war ein Erbstück, das sich den Weg vom verstaubten Keller ins Fernsehen bahnte.
Doch die Ernüchterung folgte schnell. "Jetzt sieht das aus, als wäre das ein Baukasten, ein paar Teile scheinen zu fehlen oder sind auseinandergenommen", bewertete Horst Lichter das Desaster auf dem Expertentisch.
Detlev Kümmel konnte nur zustimmen. "Ich kann dir zum allerersten Mal zeigen, was du noch niemals hattest: wie eine solche Eisenbahn mit Federaufzug von innen aussieht", bröselte der Trödel-Experte sämtliche Einzelteile auf den Tresen.
Bei Horst stiegt die Enttäuschung. "Oh! Das ist nicht gut. Das sehe ich ungerne jetzt", war er knapp davor, die zwei Damen direkt mit ihrem Schrott-Paket nach Hause zu schicken.
"Das heißt, die ist defekt?", vergewisserte er sich zur Sicherheit. Detlev Kümmel konnte nur hinzufügen: "Die Funktion kann ich nicht mehr prüfen, weil die ist völlig zerlegt. Selbst wenn ich das hinstelle: Das ganze Gerät ist schief."
Der einzige Vorteil: Die Eisenbahn wurde vom Spielzeughersteller Karl Bub aus Nürnberg im Jahr 1925 produziert und war damit wenigstens wirklich alt. Außerdem war das vollständige Starter-Set im Karton: "Eine Lok, ein Tender, zwei Anhänger und dieses Oval."
Detlev gab sich Mühe, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen: "Das ist so häufig verkauft worden, dass ich echt guter Hoffnung bin, dass irgendwo jemand sitzt und sagt 'Ich brauch noch ein Rad'." Die Bahn taugte also immerhin als Reparatur-Set, "wenn man es sich schönreden will".
Der Wunschpreis von 200 Euro war für das schrottreife Ersatzteillager natürlich völlig utopisch. Der Experte hielt bereits 20 bis 40 Euro für gut bezahlt. "Sorry", tat ihm seine niederschmetternde Einschätzung aufrichtig Leid.
Auch die Händler entdeckten die Beschädigungen auf Anhieb. "Der dreirädrige Zug", kommentierte Wolfgang Pauritsch (l.) den kleinteiligen Inhalt des zerfledderten Kartons. "Das ist ein Bodenfund, glaub ich."
Walter Lehnertz fiel dazu ebenfalls wenig Nettes ein. "Habt ihr das eurem Mann geklaut? Hat der sich gewehrt, dass das alles so kaputt ist?", war seine einzige Erklärung. "Das ist kapitaler Motorschaden."
Doch dann legte Wolfgang ein gutes Wort für den antiken Zug ein: "Reparabel ist es schon. Aber ich kann so was nicht auf die Schnelle." Mit dem Startgebot von 50 Euro übertraf er zumindest die Expertise.
Jetzt kam auch bei Waldi der Bastler zum Vorschein: "Du weißt gar nicht, was das Spaß macht, eine Eisenbahn zu reparieren!" Und schon folgte sein Lieblingsgebot von 80 Euro, die Eisenbahn war seine.
Ein sensationeller Deal für die überraschten Verkäuferinnen: Ihr Eisenbahn-Schrott hatte tatsächlich den doppelten Schätzpreis erzielt! "Auf den 80-Euro-Waldi ist Verlass", gingen Beate und Gabriele strahlend nach Hause.
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