"Bares für Rares": Händler ratlos - "Bio-Tasche" sorgt für fragende Gesichter

Ist das eine Rarität oder kann das weg? Ein Holzbeutel warf bei "Bares für Rares" Fragen auf.

Dieses unscheinbare Objekt hatte Horst Lichter nicht erwartet: "Das ist ne Tasche, ne?" Mal was anderes. Denn sonst hat er bei "Bares für Rares" eher außergewöhnlichere Dinge auf dem Tisch liegen.
Marlies und Karl Oskar Meinecke hatten Omas Tasche im Schrank gefunden und einfach mal mitgebracht: "Wir möchten schon einiges von den Experten hier erfahren."
Also legte Expertin Dr. Friederike Werner los: "Eine ganz exquisite, kleine Handtasche, aus Holzperlen gefertigt." Hersteller war die Firma Schowanek, die später durch das Buchstaben-Spiel "Scrabble" bekannt wurde.
"Holz ist immer gut, ist ne Bio-Tasche", war nun auch Horst Lichter angetan. Die Holzperlen in verschiedenen Formen waren miteinander verknüpft, zeigte die Expertin: "Es ist eine sehr schöne, qualitätvolle Arbeit." Die Markierung Made in Germany wies auf die Zeit zwischen 1938 und 1945 hin.
Dr. Friederike Werner fand den Taschengeruch aber nicht schlimm: "Die riecht ein bisschen nach Puder." Konnte man den Händlern mit einem Schätzpreis von 50 Euro also anbieten.
Die waren jedoch genauso ratlos wie zuvor Horst Lichter. Was sollte der braune Beutel? War da die eigentliche Rarität drin versteckt? Julian Schmitz-Avila (M.) fand leider nichts: "Aha. Es geht schon um die Tasche."
"Das ist doch Holz, oder nicht? Und das ist jetzt was ganz Besonderes?" Schmitz-Avila war verwirrt.
Walter Lehnertz (l.) setzte sein feines Gespür ein. "Früher in den Gardinen war auch immer so ne Kette drin", hatte er eine Assoziation. "Auf jeden Fall is die cool! Und super verarbeitet."
Fabian Kahl erkannte ebenfalls einen Vorteil: "Auch schön biologisch abbaubar. Kein Plastik." Das überzeugte Christian Vechtel zu einem Höchstgebot von 60 Euro, das Frau Meinecke lachend annahm: "Mit dem Geld gehen wir mit unseren drei Enkelkindern Eis essen."
Mit 1.250 Euro wesentlich mehr Geld bekam eine Dame, die ihre Stabbrosche und ein Armband an den Händler brachte.
Mit 80 Euro traf eine Eisenbahn aus Blech, etwa aus den 1950er-Jahren, genau den Schätzwert.
Mit 560 Euro mehr als erhofft gab es für ein Silberbesteck aus den 1920er- bis 1930er-Jahren.
Für 500 Euro kauften die Händler ein Pferdeporträt von Adolf Hosse aus den 1920er-Jahren.
Und vier ausgefallene Korkenzieher von 1850 bis 1940 brachten mit 250 Euro etwas mehr als den Schätzpreis ein.