"Bares für Rares": Dieser Flohmarktfund erwies sich als Super-Schnäppchen

"Da könnte man auch ein schönes Bierchen draus trinken": Horst Lichter wollte die zum kleinen Preis gekaufte Vase schon zweckentfremden. Die Expertin klärte ihn und den Verkäufer darüber auf, dass es sich bei dem Gefäß um alles andere als Schrottware handelte.

"Dat is' was richtig Schönes und Buntes", stellte Horst Lichter angesichts der Vase fest, die Klaus Markus am Donnerstag zu "Bares für Rares" mitgebracht hatte. Erstanden hatte die Gattin des Kölners das Objekt auf einem Garagenflohmarkt. Zu einem Spottpreis, meinte Klaus Markus.
Als der Betriebsmarktforscher erwähnte, dass er auf dem Flohmarkt 50 Minuten auf seine Frau warten musste, war der Moderator voll des Mitleids. Damals hatte Klaus Markus sich die Zeit mit dem eigenen Smartphone vertrieben. Wie sich in der Trödelshow herausstellte, hat sich das Warten rückwirkend gelohnt ...
Der Flohmarktpreis lag bei nur einem Euro. Expertin Friederike Werner hatte überraschende Neuigkeiten. Leicht verwischt, aber für die Expertin erkennbar, war am Boden ein Wappen zu finden: Das Firmenlogo des französischen Unternehmens Longwy, spezialisiert auf Keramik und noch heute aktiv.
Befragt nach dem Wunschpreis erklärte der Besitzer: "Wir wollen den Einkaufspreis verdreißigfachen." Das klang imposanter, als es war, denn es bedeutete lediglich: 30 Euro. Die Expertin verhundertfachte den Einkaufspreis sogar: 100 bis 150 Euro empfahl Friederike Werner.
"Da könnte man auch ein schönes Bierchen draus trinken", fand Kunstbanause Horst Lichter. "Du hast eine Stunde gewartet, jetzt überleg mal, was du in einer Stunde verdienen kannst", riet er Klaus Markus. Dessen Plan: Wenn es bei 30 Euro bliebe, gehe man mit der Familie ins Schnellrestaurant, bei allem darüber wäre "lecker essen gehen" drin.
"Ach, wenn ich lesen könnte", schwelgte Daniel Meyer (links) im Selbstmitleid, als er den Boden der Vase inspizierte. "Vielleicht Longwy", mutmaßte Steffen Mandel aus der Ferne. "Was ist das denn?", fragte Fabian Kahl (Mitte). "Eine Vase", scherzte Susanne Steiger. "Das ist natürlich klar", erwiderte Fabian Kahl.
Der Verkäufer klärte Kahl auf: Longwy sei eine französische Firma aus Lothringen, die noch heute existiere und auf Vasen spezialisiert sei. "Ich habe viele französische Kunden, die kaufen so etwas gerne", erklärte Steffen Mandel (links).
Mandel startete den Bieterreigen mit 50 Euro. Im Vergleich zu anderen Summen bei "Bares für Rares" nicht spektakulär, doch in diesem speziellen Fall war bereits mit dem Startgebot der ursprüngliche Wunschpreis übertroffen - und der Einkaufspreis verfünzigfacht.
70 Euro bot Ludwig Hofmaier, Fabian Kahl erhöhte auf 80 Euro. "Für ein Kölschglas nicht schlecht", fand Susanne Steiger. Einen ähnlichen Gedanken hatte zuvor ja bereits Moderator Horst Lichter geäußert.
"Hast du 80 gesagt?", erkundigte sich Steffen Mandel beim Kollegen. "Ja, tschüss", gab sich Fabian Kahl siegessicher. Zu früh gefreut: Mandel erstand die Vase für 100 Euro. Verkäufer Klaus Markus freute sich: "Eine Verhundertfachung ist nicht das schlechteste." Der Familienausflug war gesichert.
Was aussah wie eine Blockbatterie aus dem Haus eines Riesen, war eine Verkaufsvitrine der Marke Daimon aus den 50er-Jahren. Das Ehepaar Achim Klöckner und Vera Hillebrand aus Köln erhoffte sich 100 bis 150 Euro, Detlev Kümmel taxierte auf bis zu 300. Fabian Kahl war das Werbeobjekt aus Blech 180 Euro wert.
Peter Pleiss aus Wuppertal ist auf den Hund gekommen: Die Bronzefigur auf Marmorsockel stammt aus den 1910er-Jahren. Friederike Werner erhöhte die Schätzung des Besitzers von 800 auf 1.800 bis 2.000 Euro. Das Duell zwischen Fabian Kahl und Susanne Steiger gewann die Dame. 1.600 Euro zahlte sie für den Vierbeiner.