"Bares für Rares": Dieses Erbstück sorgte für Überraschungen

Moderator Horst Lichter war begeistert, als ein "seltsames Objekt" in den Trödelhallen von "Bares für Rares" auftauchte. Was wohl die Händler zu diesem guten Stück sagten?

Ein "seltsames Objekt" betrachteten Moderator Horst Lichter (Mitte) und Experte Albert Maier (links) in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". Ausgefallen und selten war das Stück allemal - allerdings auch beschädigt. Der Verkäufer Klaus Günther konnte sich im Händlerraum auf was gefasst machen ...
Klaus Günther erzählte, dass das Gefäß aus dem Familienbesitz stammte. Es sei möglicherweise sogar ein Geschenk des Fürsten von Schwarzenberg an seine Familie gewesen. Nun wolle er es für seine Mutter verkaufen.
Es stellte sich heraus, dass das "seltsame Objekt" ein Trinkhorn aus Glas war. Experte Albert Maier wies auf die polychrome Emaillebemalung und die grotesken Drachen hin und datierte das gute Stück "für die Zeit 1880, 1890", da es "ganz typisch für den Historismus" sei. Den Hersteller konnte er allerdings nicht herausfinden.
"Der ist hervorragend gemacht", bemerkte Albert Maier in Hinblick auf den besonderen Pferdekopf aus Bronze auf dem Deckel des Trinkhorns. Und auch die handwerkliche Leistung lobte der Experte. "Die wurden nicht so häufig gemacht. Das war gar nicht so einfach." Das Trinkhorn schien wohl doch ein kleiner Schatz zu sein ...
Dann die Ernüchterung: Das Horn war beschädigt. Horst Lichter stellte fest: "Ich muss ganz ehrlich sagen, das Unterteil sieht mir nicht so ganz nett verarbeitet aus." Außerdem bemerkte er, dass das Teil schief stand. "Ich dachte, das ist gewollt." - "Ne, das hat mal einen Schlag abgekriegt", folgerte Albert Maier.
400 Euro würde der Verkäufer gerne für sein "seltsames Objekt" haben. Diese Vorstellung konnte Albert Maier sogar noch toppen: Er schätzte das Horn auf 600 bis 800 Euro. Bei diesen Worten leuchteten Horst Lichters Augen wieder: "Ui! Dann würd ich sagen, das Ding läuft gut hier." Erfreut überreichte er dem Verkäufer die Händlerkarte.
Zunächst waren die Händler begeistert. "Das sieht aus der Ferne toll aus", bemerkte Julian Schmitz-Avila (zweiter von rechts). "Wow, mit Pferd", war auch Susanne Steiger angetan. Dann der erste Dämpfer: Thorsden Schlößner bemerkte die Beschädigung. "Es steht etwas schief." Und auch Daniel Meyer bemängelte den Messingguss.
370 Euro bot Julian Schmitz-Avila. Thorsden Schlößner begann nur zaghaft, mitzubieten. "Ich erhöhe trotz Schieflage auf 400 Euro." Auch Susanne Steiger zögerte erst, erhöhte dann jedoch auf 500 Euro. "Ist eigentlich nicht meine Ware ... aber diese Fabelwesen ... und diese Farbgebung ... und das Pferd!" Der Deal stand.
Doch halt! Überraschenderweise meldete sich Thorsden Schlößner noch mal zu Wort. "Entschuldigung, ich wollte noch auf 550 erhöhen." Steiger wunderte sich erst, ging dann noch weiter. Mit ungeahnten Folgen: Zwischen den beiden entwickelte sich ein hitziges Bieterduell.
Tatsächlich konnte am Ende Thorsden Schlößner (rechts) das Trinkhorn mit nach Hause nehmen - für unglaubliche 1.050 Euro. Der Verkäufer Klaus Günther freute sich sehr über die "schöne Überraschung": "Wenn zwei sich streiten, dann freut sich in dem Fall meine Mutter, die Dritte."
Mit dem Vorsatz "Wir sind gekommen, um den Löffel abzugeben" wollten die Verkäufer drei 100 Jahre alte Souvenirlöffel am Freitag bei "Bares für Rares" veräußern. Sie bekamen 120 Euro.
Auch hier leuchteten Horst Lichters Augen. "Das ist ja ein Träumchen", war Horst Lichter begeistert. Die drei Blechspielzeugautos aus den 1950er-bis 60er-Jahren brachten dem Verkäufer 320 Euro.