"Bares für Rares": Wettbieten um antike Truhe

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Nur eine alte Kiste? Von wegen! Die Brüder Matthias und Volker Engelbert versuchten es bei "Bares für Rares" mit einer antiken Truhe und hofften auf einen Geldsegen. Das wuchtige Stück entpuppte sich als weit älter als gedacht. Kein Wunder, dass die Verkäufer sich im Händlerraum mit den Geboten nur so überboten.

"Mein lieber Scholli", rutschte Moderator Horst Lichter heraus, als er die Truhe erblickte. Denn die wirkte nicht nur schwer, sondern auch alt. Natürlich wollte der Moderator sofort wissen, wie die Brüder Matthias und Volker Engelbert an solch eine wuchtige Antiquität gelangt waren.
"Die ist seit langer Zeit im Familienbesitz", klärte Volker Engelbert auf. Der Urgroßvater der beiden Brüder habe ein Haus gekauft, in dem sich die Truhe befunden habe.
Nun schaltete sich der Experte ein. Auch Colmar Schulte-Goltz (l.) hatte einiges zu berichten: Die sogenannte "Regimentskassette" sei komplett aus Eisen gefertigt und besitze einen erstaunlichen Mechanismus mit einem Schloss und zehn Verriegelungen, referierte der Kunsthistoriker.
Nun brannte allen noch eine wichtige Frage unter den Nägeln: Wie alt war die Truhe? "Die passt prima ins 17. Jahrhundert. 1650, das kann gut hinkommen", schätzte der Experte. "Wow", staunte Horst Lichter.
Bei einer Schätzung in den 80er-Jahren wurde die Truhe auf 4.000 D-Mark geschätzt, berichteten die Brüder. Dem gängigen Wechselkurs nach rechneten sie sich nun 2.000 Euro für das Familienstück aus. War das realistisch?
Der Experte war einverstanden: Er schätzte zwischen 2.000 und 2.200 Euro. Horst Lichter freute sich und übergab den zwei strahlenden Brüdern die Händlerkarte.
Im Händlerraum hatte Fabian Kahl erst mal Probleme, die Truhe zu öffnen. Kein Wunder. Sie hatte ja auch einen ausgeklügelten Verriegelungsmechanismus. Danach aber lief alles wie geschmiert.
Die Brüder heizten die Verhandlungen mit lustigen Anekdoten an: Die 60-Kilo-Truhe hatte Volker Engelbert schon als Kind mit einem Kochlöffel heimlich geöffnet, um den darin liegenden Säbel zu begutachten. Der stand aber leider nicht zum Verkauf.
Wolfgang Pauritsch (M.) eröffnete mit einem Gebot von 500 Euro, das aber nur der Auftakt war zu einer wahren Bieterschlacht. Die Händler überschlugen sich regelrecht mit neuen Summen und boten teilweise sogar gleichzeitig.
Zuletzt lachte die Juwelierin: Susanne Steiger war mit stattlichen 1.600 Euro die Höchstbietende. Dafür sparte sie die Transportkosten: Die Verkäufer, ganz Gentlemen, wollten ihr das antike Schmiedestück selbst liefern.
Für nicht ganz so viel Bares ging dieser alte Kinderherd in Händlerhände. 60 Euro brachte die leicht beschädigte Spielzeug-Antiquität ein.
Auch dieses Schmuckstück hatte eine interessante Geschichte: Der Stein soll angeblich vor bösen Blicken schützen. Bei "Bares für Rares" brachte der Armreif seiner Besitzerin 180 Euro.
Diese kunstvolle Taschenuhr aus Silber und Walzgold wurde auf 350 bis 400 Euro geschätzt. Gebracht hat sie am Ende sogar ein wenig mehr: 420 Euro.
Dieses Stück wechselte dagegen seinen Besitzer nicht: Die Expertise lag zwischen 900 und 1.200 Euro, die Händler wollten aber nur knapp 800 Euro geben. Der Verkäufer behielt das Ölgemälde aus dem Jahre 1900 dann lieber.