"Bares für Rares": DDR-Porzellan sprengt jede Preisvorstellung

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Vorsicht, teuer: Zwar sahen die Trödel-Objekte, die Horst Lichter auf dem "Bares für Rares"-Tisch vor sich fand, klein und unscheinbar aus. Doch der Kenner weiß ganz genau: Oft trügt der Schein! So auch bei diesen filigranen Porzellan-Fläschchen, die einen wahnsinnig hohen Wert hatten. Alles über die Preissensation zeigt die Bildergalerie ...

Christiane Frede erzählte, was sie über die Behälter wusste: "Das wurde von meiner Mutter immer als Rumfläschchen bezeichnet. Und das andere is ne Mokka-Kanne."
Mehr Infos hatte die Verkäuferin aus Bonn dazu nicht: "Ich hab keine Ahnung, das kam in den 60er-Jahren als Paket aus der DDR. Und es war ziemlich ramponiert." Jetzt wurde Horst hellhörig: "Ach? Das war kaputt?"
Doch halb so schlimm: Ein Spezialist für Meissener Porzellan konnte die Blümchen wieder richten. Seitdem waren Kännchen und Fläschchen fast wie neu. Detlev Kümmel konnte nur ein paar winzige Mängel feststellen: "Das war eine wirklich sehr gute Restaurierung."
Der Experte bemerkte außerdem: "Das sind kleine Sake-Fläschchen." Da waren Christiane und ihre Freundin Ursula aber perplex: "Sake?!"
Ebenfalls interessant war das Alter der Objekte. Der Meissen-Stempel sagte aus, dass das Porzellan zwischen 1856 und 1924 hergestellt wurde. Detlev vermutete: "Ich wäre sogar noch vor 1900." Ein Preis-Hammer kündigte sich an ...
"Dieses Fläschchen ist alleine schon 300 bis 350 Euro wert. Das gleiche haben wir dann noch einmal, sind wir bei 700 Euro. Und diese Kanne in der Qualität, da müssen wir nochmal 600 Euro draufrechnen", zählte der Experte zusammen.
"Nein!!!", wurde Horst von der Summe von 1.200 bis 1.300 Euro völlig überrumpelt. "Mädels, das ist gut gelaufen!" Deren Wunschpreis lag eigentlich nur bei 300 Euro. Bühne frei für den Schlussakt im Händlerraum ...
Die Händler, von Berufs wegen skeptisch, suchten ganz genau nach Rissen im Porzellan. "Is nix kaputt?", fragte Ludwig Hofmaier (rechts) seine Händlerkollegen. "Hier ist ein bisschen was abgesplittert", kam die Antwort von links.
Lisa Nüdling war entzückt: "Aber süß. Allerliebst würd' ich sagen." Walter Lehnertz, der sonst kein Porzellan kauft, gab ein Startgebot von 400 Euro ab. Die anderen Händler klinkten sich jedoch direkt aus.
"Waldi" wollte noch auf 500 Euro erhöhen. Nach der Expertise lag Christianes Schmerzgrenze nun jedoch weit höher: "Nee, dann freuen sich auch meine Kinder drüber." Das wertvolle Meissener Porzellan nahm sie lieber wieder mit nach Hause.
Für die anderen Verkäufer lief's dafür besser: Ein kunstvoll gesticktes Reservistenbild aus China aus dem Jahr 1911 blieb für 300 Euro bei den Händlern.
Russischer Schmuck aus Gold mit Diamanten ging für 600 Euro über den Händlertisch.
Auch Spielzeug brachte Bares: 150 Euro gab's für einen GAMA-Kranwagen aus den 50er-Jahren.