Am vergangenen Mittwoch wurde für ein Reliquienkreuz der höchste Preis aller Zeiten bei "Bares für Rares" erzielt. Danach wurden Stimmen laut, dass das Stück für eine wesentlich höhere Summe verkauft hätte werden können. Nun meldet sich ein Rechtsanwalt zu Wort.

Mehr News zu "Bares für Rares" finden Sie hier

In der ZDF-Trödel-Show "Bares für Rares" konnten zwei Teilnehmerinnen am vergangenen Mittwoch einen Rekord-Deal abschließen. 42.000 Euro wanderten für ein Reliquienkreuz über den Händlertisch. Ein Rechtsanwalt hält den Verkauf jedoch für ungültig. Dies berichtet das Nachrichtenportal "Der Westen".

"Bares für Rares"-Anwalt: "Ich fand das unerhört"

Rechtsanwalt Friedemann Ungerer stütze sich in seiner Begründung auf den Paragraf 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dort heißt es: "Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen."

Der Rechtsanwalt hält den Verkauf also für "rechtswidrig". Die Verkäuferin sei offensichtlich unerfahren gewesen. "Ich habe die Sendung auch gesehen und fand das unerhört", sagt er.

Sprachlose Händlerin

Das Besondere an dem Reliquienkreuz sind drei Holzsplitter im Inneren, die aus dem Kreuz Jesu stammen sollen. Besetzt ist das pontifikale Brustkreuz mit insgesamt 40 Karat Diamanten. Händlerin Susanne Steiger war nach ihrem Kauf sprachlos.

"Das ist ein Stück, wo einem als Händler einfach das Herz aufgeht, wo man sein Leben nach sucht. Das ist quasi die Nadel im Heuhaufen. Die habe ich heute Abend hier gefunden. Ich bin wahnsinnig glücklich und mir fehlen einfach nur die Worte", sagte Steiger am Ende der Sendung.

"Bares für Rares": Ist der Preis gerechtfertigt?

Der Preis von 42.000 Euro sei jedoch nicht gerechtfertigt, wie Antiquitäten-Experten gegenüber der "Bild"-Zeitung bestätigt haben sollen. "Sollte die Pektorale tatsächlich echt sein, kann der Wert ins Unermessliche steigen. Zum reinen Materialwert kommt der ideelle Wert der Reliquie. Für besondere Stücke geben Sammler Mondpreise aus. Hunderttausende Euro", sagt eine Händlerin aus Bayern.

Die Expertenschätzung in der Trödel-Show lautete 60.000 bis 80.000 Euro. Auch Fans von "Bares für Rares" warfen der Sendung Betrug vor. Ein Sprecher des ZDF erklärte: "Wie alle Verkäufer, so wurden auch die Verkäuferinnen des Brillantkreuzes von der 'Bares für Rares'-Redaktion im Vorfeld und während der Aufzeichnung immer wieder daran erinnert, dass sie sich jederzeit gegen einen Verkauf entscheiden können."

Die beiden Verkäuferinnen hätten demnach "keinen Anlass zu der Vermutung gegeben, dass sie den Wert des Kreuzes nicht kennen und ihre Verkaufsentscheidung nicht gründlich überdacht haben." (tae)  © spot on news

Bildergalerie starten

Historischer Moment bei "Bares für Rares XXL": Papst-Kreuz bricht den Preisrekord

"Das ist wie die Nadel im Heuhaufen", beschrieb "Bares für Rares"-Händlerin Susanne Steiger ihr unfassbares Glück. Denn in der XXL-Ausgabe der ZDF-Show gab es eine Rarität, die die Welt noch nicht gesehen hatte.