"Bares für Rares": Horst Lichter verhindert Scherbenhaufen

Einmal nicht aufgepasst ... Fast wäre aus kostbarem Meissener Porzellan ein trauriger Haufen Scherben geworden. Doch Trödel-Held Horst Lichter war zur Stelle.

"Oh là là", war der Moderator beim Anblick des vielen Goldes geblendet. "Ganz edle und verdammt schöne Teller", fand er. "Wenn ich mir so angucke, wie das Gold da drauf ... ah, Meissen, alles klar."
Doch dann war der erste Zauber verflogen: "So was gefällt nicht jedem, auch wenn die edel sind. Das ist schon pompös." Sabine Brinkmann versuchte das gute Meissener Porzellan ihrer Mutter zu verteidigen: "Das sind Prunkteller."
"Sie möchte sich von einigen Sachen trennen", deshalb war die Büroangestellte aus Vörstetten in ihrem Auftrag da. Selber behalten wollte sie die Teller nicht: "Bei mir passen sie nicht rein."
"Die sind auf der einen Seite sehr, sehr schön, sehr edel. Aber es muss einem gefallen", konnte Lichter die Verkaufsabsichten nachvollziehen. Da meldete sich Albert Maier energisch zu Wort: "Aber Horst, hier handelt es sich schon um eine renommierte, weltbekannte Manufaktur!"
Vor Begeisterung fuchtelte der Experte mit den Tellern umher: "Da darf man nicht verkennen, was da für eine Handarbeit drinsteckt." Horst Lichter erkannte die Gefahr und fuhr schnell die Hände aus. Doch Maier blieb gelassen: "Keine Angst, das ist nicht der erste Teller, den ich in der Hand halte."
Lichter blieb skeptisch: "Vielleicht wär's der erste, der fällt?" Doch Albert Maier war so entzückt von den Exponaten, dass er sie besonders liebevoll behandelte: "Das ist beste, beste Qualität!"
Die Schwärmerei ging noch weiter: "Die Blumenbouquets handgemalt, hervorragend naturalistisch getroffen. Unbeschädigt, nichts restauriert worden, und sie kommen aus einer guten Zeit", deutete ein Punkt auf der Schwertermarke auf 1924 bis 1934 hin, die sogenannte Pfeiffer-Zeit.
Deshalb schätzte Albert Maier den Wert auf mindestens 500 bis 600 Euro. Doch was sagten die Händler? "Von der Ausführung sind die top, aber zum Verkaufen ...", versuchte Walter Lehnertz die Problematik höflich zu erklären.
Da keine weiteren Gebote kamen, gab Frau Brinkmann das Porzellan-Duo für 320 Euro an Daniel Meyer ab. "Ich bin froh, dass ich 320 Euro für meine Mutter mit nach Hause bringen kann." Der Wunschpreis war ebenfalls übertroffen und die Exponate waren - gottlob - unversehrt geblieben.
Die anderen Verkäufer hatten ebenfalls Grund zur Freude: Ein vergoldeter Schmuckanhänger mit Kette aus den 40er-Jahren brachte überraschende 250 Euro ein.
Für eine Kinderschreibmaschine der Marke "Bambino" aus den 50er-Jahren der ehemaligen DDR löhnten die Händler 100 Euro.
Und dieses Kernstück aus Kopenhagener Silber holte am Montag bei "Bares für Rares" mit 800 Euro mehr als den Silberpreis.