"Bares für Rares": Für moderne Kunst greifen Händler tief in die Tasche

Einmal mehr erzielte ein modernes Kunstwerk bei "Bares für Rares" einen sensationellen Preis - und ließ Horst Lichter als Kunstbanausen dastehen ...

"Oh mein Gott im Himmel, das is' ja mal ein Ding!" Horst Lichter blickte irritiert auf das Kunstwerk. "Selber gemacht?", wollte er von Wolfgang Bastian scherzhaft wissen. Was der "Bares für Rares"-Moderator bis dahin nicht wusste: Der tatsächliche Künstler war ein echter Könner seines Fachs.
Der Grafikdesigner aus Ostfildern erklärte, dass er das Bild geschenkt bekommen hatte, weil er bei einer Veranstaltung beim Glücksrad-Drehen ausgeholfen hatte. "Was stellt das denn dar, in Gottes Namen?" Lichter tappte noch immer im Dunkeln.
Dann machte sich Enttäuschung breit: "Jetzt seh ich gerade: Das ist ein Kunstdruck, das ist kein Original. Das ist schon wieder schade." Zum Glück sah Experte Colmar Schulte-Goltz das völlig anders, denn er kannte den Künstler!
"Es ist weder ein Gemälde noch ein Kunstdruck. Es ist eine Lithographie", klärte der Experte auf. "Eine künstlerische Original-Grafik von Günther Uecker. Das ist eine Verwirbelung seines berühmtesten Stilmotivs. Das sind dann alles einzelne Nägel." Wie bitte, Nägel?
Ganz genau, Uecker war für seine Nagelkunst bekannt. Die Signatur aus dem Jahr 2010 und die Markierung 63 von 130 limitierten Exemplaren machten eine echte Rarität daraus. Deshalb lag die Schmerzgrenze des Verkäufers auch bei 1.000 Euro.
Als Walter Lehnertz (Bild) die Rarität enthüllte, ging ein Raunen durch den Händlerraum. "Ich weiß, was es ist! Günther Uecker, der Nagelkünstler", glänzte Daniel Meyer mit seinen Kunstkenntnissen. Er war nicht allein. Steve Mandel wusste ebenfalls Bescheid: "Ohhh, das wird teuer!"
Schnell suchte Meyer (l.) nach den Preisen, die für den Künstler gezahlt wurden: "Der ist in der letzten Zeit sehr gestiegen, der Günther Uecker. Es passt sehr gut in meine Moderne-Kunst-Galerie, die ich nächste Woche eröffnen werde."
Doch an Elke Velten kam er mit seinen Geboten nicht vorbei. Die Händlerin zahlte satte 2.020 Euro. Freude beim Verkäufer: "Absoluter Hammer! Zehn gelbe Scheine und ein kleiner blauer dazu. Das hab ich noch nie in der Hand gehabt."
Unerwartet viele Scheine durfte auch der junge Verkäufer von altem Spielzeug aus den 50er- und 60er-Jahren mitnehmen. Für U-Boot und Bagger bekam er 300 Euro.
Der Verkäufer einer Brosche mit Opal aus den 1870er-Jahren durfte sich sogar über 780 Euro freuen.
Leider war einer dieser beiden Kerzenständer aus den 1880er- und 90er-Jahren beschädigt, sonst hätte es bestimmt mehr als 400 Euro gegeben.
Dafür freute sich der Verkäufer einer Messingschatulle aus den 1930er-Jahren über immerhin 45 Euro.
Weit unter dem Schätzpreis, nämlich für 580 Euro, wechselte hingegen ein goldener Kettenanhänger aus den 1930er-Jahren den Besitzer.