"Ach Heide, was haben wir uns gedacht?" Horst Lichter zerknirscht bei "Bares für Rares"

Schnell weg, "bevor sie richtig sauer wird!" Zwischen "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter und seiner Expertin spielten sich bizarre Szenen ab. was war passiert?

Horst Lichter entschuldigte sich devot bei der Dr. Heide Rezepa-Zabel und wollte den Verkäufer schnell zu den Händlern verabschieden, "bevor sie richtig sauer wird". Die Expertin kommandierte den Kollegen streng: "Husch, husch, ins Körbchen!" Ein bizarrer Moment bei "Bares für Rares". Wie kam es dazu?
Mit Michael Becker erlaubten sich die Macher der Sendung einen kleinen Scherz: Im Einspieler wurde die Titelmelodie der Kult-Krimiserie "Magnum" angestimmt, weil der Elektromeister aus Niederkassel einen Schnauzbart trägt, der an Tom Sellecks Rolle erinnerte. Doch der Bart stand nicht zum Verkauf, sondern das, was sich in einer Schatulle befand.
Lichter gab dem 60-Jährigen einen Knigge-Crashkurs, als dieser ihm die Hand reichen wollte. "Erst die Dame", korrigierte der Moderator. Im Gepäck hatte der zurechtgewiesene Kandidat einen Ring - ein Fall für Schmuckexpertin Rezepa-Zabel. "Das Döschen braucht die Frau Doktor, das muss ja untersucht werden", stellte Arztgehilfe Lichter fest.
"Mein Gott im Himmel, der macht aber lange Finger!", beurteilte Lichter den Ring. "Frau Doktor ist schon am Wiegen, das ist ein gutes Zeichen. Das heißt, wir haben Edelmetall", stellte der Moderator fest. Dann kontrollierte die Expertin, ob auch die Steine edel waren. "Piep!", machte Lichter den Ton des Untersuchungsgeräts nach.
"Wenn oben grün kommt und piepst, dann ist es echt", gab sich Lichter semi-fachmännisch. "Diamanten haben die höchste Wärmeleitfähigkeit, die wird auf dieser Skala angezeigt", half Frau Doktor. Dann bemängelte sie das Objekt aus dem mütterlichen Nachlass: Der Ring habe alle Charakteristika der Belle Époque um 1900, doch das Bild sei nicht stimmig.
"Ich denke nicht, dass es sich um einen antiken Ring handelt", lautete das vernichtende Urteil über die wohl nachgearbeitete Hommage, entstanden in den 80er-Jahren. Lichter fand den Ton der Kollegin hart: "Wir möchten uns erst mal entschuldigen, dass du so was angucken musstest", meinte er ironisch. "Ach, Heide! Was haben wir uns dabei gedacht?"
Als Michael Becker den Verhandlungsraum betrat, mussten die Händler schmunzeln. Nicht wegen des Tom Selleck-Gedächtnis-Schnäuzers; Daniel Meyer erklärte: "Es sah so aus, als hätten sie nichts dabei." Doch der Inhalt der Schatulle war laut Thorsden Schlößner "klein, aber fein". Daniel Meyer schwärmte: "Oh, ein tolles Objekt! Art déco mit Diamanten!"
Was keiner der Händler wusste: Den Wunschpreis von 250 Euro konnte die Expertin mehr als verdoppeln: 500 bis 650 Euro hielt Dr. Heide Rezepa-Zabel für angemessen. "Schickes Teil", fand Fabian Kahl. Mit 500 Euro als Startgebot war Elke Velten sofort auf dem Niveau der Expertise.
Der Kampf um den Ring wurde schnell zum Duell zwischen Schmuckliebhaberin Elke Velten und Markus Wildhagen (rechts). In 50-Euro-Schritten schubsten sie den Preis nach oben. Dann überraschte Velten mit einem vierstelligen Angebot: 1.000 Euro!
"Wow, das ist mal wieder eine Kampfansage hier", staunte Markus Wildhagen. Der Verkäufer freute sich: "Ja, kämpfen Sie ruhig!" Doch nach der 1.000er-Marke war Schluss. Elke Velten durfte das Schmuckstück ihr eigen nennen.
"Gold mag ich nicht so gerne" - ein Satz, den man von Frauen eher selten hört. Stefanie Thomas aus Diekholzen wollte die Garibaldi-Kette der Oma aus 585er-Gold loswerden. Dr. Heide Rezepa-Zabel empfahl bis zu 800 Euro. Elke Velten zahlte 920 Euro. Die Verkäuferin hätte sich mit 500 zufrieden gegeben und war "aus dem Häuschen".
Mit dem Brionvega-Klappradio aus Mailand war man Ende der 70er-Jahre "ganz weit vorn", wusste Horst Lichter. Das Designerteil ließ sich mit Stromkabel daheim oder als antiker Ghettoblaster per Batteriebetrieb mobil nutzen. Detlev Kümmel empfahl 100 Euro. Seltene Einigkeit im Händlerraum: Alle boten mit. Markus Wildhagen kaufte für 200 Euro.