Abgehobene Händler-Idee: UFO-Designer-Leuchte als "Aquarium vom Allerfeinsten"?

In einem Anflug von Kreativität hatte Walter "Waldi" Lehnertz völlig abgehobene Ideen für ein Objekt aus dem Space Age.

Als er sah, was da in der "Bares für Rares"-Sendung am Mittwoch über Detlev Kümmels (links) Expertenpult schwebte, freute sich Moderator Horst Lichter (Mitte) gleich doppelt. Er fand die Deckenleuchte namens "UFO" aus dem Space Age nämlich nicht nur "cool".
Lichter konnte auch mit dem Namen des Designers auftrumpfen: "Colani". Die Lampe habe er in seinem Buch über den Designer mal entdeckt.
Denise und Steffen Hackel sanieren alte Häuser. In einem Mehrfamilienhaus im Allgäu hatte das Ehepaar aus Nentershausen die besondere Deckenlampe gefunden und in Sicherheit gebracht.
Detlev Kümmel lobte Horst Lichters "gefährliches Halbwissen": Wenn das Objekt in einem Buch festgehalten sei, werte es das schon mal auf durch die eindeutige Zuordnung. Die Colani-Leuchte entspricht dem Design der Weltraum-verliebten Ära Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre, dem sogenannnten Space Age. Wie sollte die Leuchte da auch anders heißen als "UFO"?
Beim Anblick des UFOs im Händlerraum hob sich sofort Walter "Waldi" Lehnertz' (am Tisch links) ohnehin schon gute Laune noch mehr: "Ist zwar nur Plastik, aber ist mal was Ausgefallenes."
"Das UFO ist mir 80 Euro wert!" Waldi wollte das Designer-Objekt gar nicht mehr aus den Händen legen.
Dann hatte Waldi eine Vision: Lampe umdrehen, unten zu machen, fertig ist das Designer-Aquarium: "Da kommt ein Goldfisch rein!" Allerdings war er nicht der Einzige, der Gefallen an dem Objekt fand. Wolfgang Pauritsch bot mit: "Das ist kultig."
Obwohl Susanne Steiger zur Rettung der Goldfische aufgerufen hatte, stieg Pauritsch bei 200 Euro aus. Walter Lehnertz nahm Abstand von seiner Idee: "Gut, ich mache eine Lampe daraus."
Waldi steckte Frau Hackel noch zehn Euro mehr zu und empfahl ihr, davon mit dem Gatten einen Kaffee trinken zu gehen.
Den Gehstock aus Nussbaumholz mit einem Flamingo-Kopf aus 925er-Silber von K.C. Kern aus den 50er-Jahren kaufte Susanne Steiger für 350 Euro und für jemand ganz Besonderen: ihre "Omi".
Silber-Experte Wolfgang Pauritsch erwarb für 450 Euro insgesamt zwei Silberkannen: eine große Kanne von Otto Schneider aus 800er-Silber (um 1900) und ein innen vergoldetes Milchkännchen aus St. Petersburg (Mitte 19. Jahrhundert).
Die Taschenuhr aus 585er-Gold (1892-1894) mit Repetition erwarb Ludwig "Lucki" Hofmaier für 1.000 Euro.
Expertin Wendela Horz hob bei diesem Goldring mit Amethysten (um 1940) besonders die aufwendige Technik in der Verarbeitung hervor: die Granulierung. Susanne Steiger schlug für 150 Euro zu.
"Eine Wahnsinnsgruppe", freute sich Fabian Kahl über die "Volendamer Fischer" von Philipp Lange aus Meissner Porzellan (1940 bis 1950). Er überbot den ebenfalls sehr interessierten Wolfgang Pauritsch mit 2.200 Euro. Der scherzte: "Der mit dem traurigen Gesichtsausdruck bin ich jetzt, weil ich's nicht gekriegt habe."