In der vergangenen Woche brach ein Ring-Experiment Kandidat Dario das Genick. In Folge drei sucht nun Leon freiwillig das Weite, lässt aber Raum für Spekulationen. Die entstandene Lücke füllt RTL zur Überraschung aller mit Neubewerbern, was bei der Stammbelegschaft durchwachsen ankommt.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock
Diese Kritik stellt die Sicht des Autors dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Ein "Bachelorette"-Kandidat, so viel wissen wir nach all den Staffeln, muss kein Universalgenie sein. Aber immerhin ein Multitalent: Er muss die - zugegebenermaßen nicht sehr umfangreichen - Regeln der Show verstanden haben, das Fitnessstudio besser kennen als seine Wohnung und er muss ignorieren können, dass seine Bacheloretto-Uniform mit den viel zu kurzen Hosen und dem hochgekrempelten Sakko ästhetisch zumindest zweifelhaft aussieht. Vor allem aber muss er ein Meister des Timings sein und zwar des richtigen.

Das musste Dario in der vergangenen Folge schmerzlich erfahren. In puncto Regelwerk, Muckis und Outfit kann er sich keinen Vorwurf machen, nur das mit dem Timing ging in die viel zu kurze Hose. Offenbar stehen manche Frauen einfach nicht darauf, wenn man ihnen beim ersten Date einen Ring an den Finger steckt, auch wenn es nur der der Großmutter ist.

Dario und der großmütterliche Ring mussten also auf Maximes Befehl hin in Folge zwei die Show verlassen und so haben nun die restlichen Herren in Folge drei die Möglichkeit, ihre Timing-Qualitäten unter Beweis zu stellen. Nachdem Maxime Herbord einmal für die Kamera den Pool gequert hat, geht es auch schon los und es ist Leon, der damit hadert, dass das generelle Timing für ihn nicht stimmt.

Leon bei der "Bachelorette" 2021: "Urlaub nicht, Instagram nicht – also was mache ich hier?"

Mit Maxime habe er "gar keine Connection", weshalb er noch einmal kurz seine Gründe, an der Show teilzunehmen, reflektiert: "Urlaub nicht, Instagram nicht – also was mache ich hier?" Immerhin stimmt das Timing, über das Timing nachzudenken, bevor noch Schlimmeres passiert als ein falscher Urlaub.

Auch als Maxime das Timing der Herren mit einem Überraschungsbesuch auf die Probe stellt, kommt bei Leon nicht so recht Freude auf: "Es hat mich mehr belastet, als es mich gefreut hat in dem Moment."

Und so packt er kurzerhand die bisher verpasste Chance beim Schopf und bittet Maxime mit einem "Ich glaub, ich hab keine gute Nachricht" zum Gespräch. Die hört die Nachtigall schon trapsen, bekommt dann auch kurz darauf die Bestätigung von Leon: "Also ich würd gern gehen." Maxime versucht noch zu retten, was zu retten ist, schließlich habe sie "von Anfang an" Interesse an ihm gehabt. Schlussendlich honoriert sie aber Leons Timing, das Ganze zur rechten Zeit geäußert zu haben und lässt ihn gehen.

Als Leon dann den Kollegen Tschüss sagt, hätte es ein Abschied wie jeder andere sein können. Doch wenn man sich Maximes von RTL gut platzierten Worte über ein "Katz-und Maus-Spiel" aus Folge eins in Erinnerung ruft und dies mit Leons Abschiedsworten "Ich fühl mich nicht so erleichtert, wie ich gedacht hätte, dass ich mich fühle. Ich weiß nicht, ob ich das so hätte machen sollen", kombiniert, dann gibt das RTL reichlich dramaturgischen Spielraum. Mal sehen, ob der Sender hier das Gespür fürs richtige Timing hat.

"Die Bachelorette": Zwei Neue ziehen ein

An anderer Stelle klappt es mit dem Timing nämlich nicht so gut, zumindest wenn es nach den Herren geht. Aber den richtigen Zeitpunkt, das Teilnehmerfeld mit zwei neuen Kandidaten aufzuschütten, gibt es wohl gar nicht. Und so schmeißt RTL während eines Gruppendates zwei neue Männer in den Topf. Per Jetski und mit bedrohlicher Hintergrundmusik entern Marcel aus Köln und Lorik aus Mannheim die Strandversammlung und nehmen die überrumpelte Maxime erst einmal in einem Dreier-Date in Gewahrsam.

Dort versuchen die Nachzügler ihre Aufholchancen auszuloten: "Meinst du, es wäre denn trotzdem möglich, dass wir bei deiner Reise teilnehmen", fragt Marcel mit minimalem Selbstbewusstsein und Maxime antwortet mit maximaler Unverfänglichkeit: "Ihr dürft gerne einziehen. Und dann: Mal gucken."

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Gucken muss auch Maxime mit ihrem Einzeldate Zico. Erst gehen die beiden zum Töpfern, dann malt Maxime Zicos Tattoos aus ehe sie sich gegenseitig mit Farbpigmenten bewerfen, die sie dann, das Timing von RTL könnte nicht besser sein, tanzenderweise unter einer Regenschirmdusche wieder abwaschen. "Es lag ein bisschen was in der Luft" zieht Maxime ein vorläufiges Fazit über Zico. Das weiß Kenan natürlich nicht und kommt daher zu einem ganz anderen Schluss: "Keine Rose, kein Kuss, kein Übernachtungsdate. Ein voller Erfolg – für mich."

Die Neuen dürfen bleiben - Maximilian, Jonathan und Niko nicht

Und schwupps, schon ist sie wieder da, die Nacht der Rosen, bei der die Herren die Gesprächsreihenfolge ausknobeln, nachdem Tony sich bereits in Stellung gebracht hat. Er möchte Maxime nämlich seine zurückhaltende Art erklären, weil bei ihm aufgrund seines Alters der nächste Beziehungsschuss sitzen muss: "Deswegen glaube ich zum Beispiel auch nicht an Liebe auf den ersten Blick – das dauert bei mir halt so mega."

Kurz darauf schnappt sich Maxime Julian und verhandelt mit ihm die Bedingungen für den weiteren Verlauf. Sie will mehr Proaktivität von ihm, er ein Einzeldate von ihr. Man trifft sich irgendwo in der Mitte. Dominik hingegen hat eine andere Strategie. Er schmuggelt einen Brief zu Maxime und erhält dafür Anerkennung von der Konkurrenz: "Super Timing, super Timing!"

Ein ganz anderes Timing hätten sich hingegen Jonathan, Maximilian und Niko gewünscht, denn sie wären gerne noch geblieben. Maxime sieht das aber anders und so gönnen wir zum Auszug der Herren und zum Abschluss der Timing-Folge noch einmal Dominik das letzte Wort, was auch immer es bedeuten mag: "Karma kommt immer pünktlich und nie zu spät."

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