Eigentlich sollte Susanne Schöne bei "Bachelorette" die roten Rosen in der RTL-Show verteilen, doch kurz vor Vertragsabschluss lernte sie ihren Freund kennen und gab dem Sender einen Korb. Im Interview spricht die Moderatorin nach Ausstrahlung der ersten Folge über die Kuppelshow, die Kandidaten und Nachfolgerin Anna Christiana Hofbauer.

Susanne, die erste Folge von "Bachelorette" ist gelaufen. Wie lautet Dein Fazit zur ersten Folge?

Ich war natürlich gespannt und habe reingeschaut. Anna kam sympathisch rüber und von den Männern war ich überrascht.

Positiv oder negativ?

Von den Männern wurden im Vorfeld der Sendung Fotos veröffentlicht, die nicht gelungen waren. Ich bin positiv überrascht, weil einige Kandidaten einen guten Eindruck hinterlassen haben. Andere wiederum konnten mich nicht überzeugen.

Kannst Du mir ein solches Negativbeispiel nennen?

Johannes ist so ein Beispiel. Im Vorfeld dachte ich, dass er ein cooler Typ ist. Als er den Mund aufmachte, dachte ich mir aber: "Oh Gott, was redet er denn da?" und "der redet ja mehr als ich". Ein absolutes No-Go.

Wer hat Dich überzeugt?

Christian! Beim ihm stimmt das Gesamtpaket, denn er ist witzig, charmant und sieht gut aus. Ich zähle ihn zu meinen Favoriten. Auch Marvin finde ich sympathisch. Er ist zwar zehn Jahre jünger als ich, dafür aber ein schnuckliger Typ. Marvin hat das größte Potenzial, als Gewinner aus der Sendung zu gehen.

Gewinner? Das musst Du mir näher erklären.

Nicht als Annas Gewinner, aber ich kann mir vorstellen, dass er als Sympathieträger aus der Sendung geht und vor allem bei den Teenies gut ankommt.

Du wurdest unter tausenden Bewerberinnen für die "Bachelorette" ausgewählt und hast RTL schließlich abgesagt. Bereust Du deine Entscheidung?

Nein. Das wusste ich bereits vor Ausstrahlung der Sendung. Ich habe einen wunderbaren Mann an meiner Seite, den ich für nichts auf der Welt hergebe. Aber natürlich ist so ein Format verlockend. Man ist sieben Wochen in der Primetime präsent, Millionen Menschen schauen zu.

Also geht's im Grunde nicht um die Liebe?

Keiner nimmt dort teil, um die Liebe seines Lebens kennenzulernen. So blöd kann man nicht sein. Ich möchte Anna nichts unterstellen, aber es ist offensichtlich, dass auch sie andere Beweggründe hat. Es ist völlig in Ordnung, dass sie dort mitmacht, um sich einem breiten Publikum vorzustellen und später größere Rollen an Land zu ziehen. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich es nicht gemacht habe. Auch für mich war der Bekanntheitsgrad sehr verlockend, aber ich hätte letztlich nicht mit dem Image des Formats leben wollen. In der einen Vorschau knutscht Anna mit drei Männern rum. Für den Zuschauer ist es amüsant und natürlich auch das, was RTL will, provozieren und unterhalten. Für mich ist das jedoch nichts. Ich wäre wahrscheinlich die langweiligste Bachelorette der Sendergeschichte geworden. Anna dagegen ist eine Schauspielerin. Sie ist sympathisch und ich wünsche ihr, dass sie den Transfer schafft und nicht ewig den Stempel die "Bachelorette" auf der Stirn kleben hat.

Das könnte schwer werden, wenn man an die "Bachelor"-Kandidaten denkt - oder?

Richtig, zum Beispiel Paul Janke. Was ist er denn heute? Aus finanzieller Sicht hat er das meiste aus der Sendung geholt, aber sonst ist er Party-DJ auf Mallorca. Das ist beispielsweise etwas, was ich nicht machen würde. Ich arbeite seit Jahren als Moderatorin. Natürlich bleibt Fernsehen weiterhin mein großes Ziel, da bleibe ich dran und bin mir sicher, man schafft den Sprung auch ohne Reality-Sendungen.

Und die Männer, die dort teilnehmen sind auch nur auf das Fernsehen scharf?

(lacht) Wenn man Kandidaten wie Luke nimmt, dann ist das offensichtlich. Er ist mir am unangenehmsten aufgefallen. In einer Szene lobte er Anna und sagte ihr, sie sei seine Traumfrau. Dabei schaute er jedoch auf den Boden. Jeder, der etwas von Körpersprache versteht, wusste, dass er kein Wort davon ernst meint.

Vier Männer hat Anna am Mittwoch nach Hause geschickt. Eine gute Entscheidung?

Sie lässt den Vollpfosten, der sie anlügt, drin und schmeißt zwei Männer raus, die ihr zur Begrüßung vor der Villa ihre Jacken umgelegt hatten. Ich stehe auf Gentleman, die zuvorkommend und höflich sind. Diese Entscheidung konnte ich persönlich nicht wirklich nachvollziehen.

Liebe Susanne, danke für das Gespräch.

Susanne Schöne ist Moderatorin. Sie absolvierte 2007 ihr Studium der Kommunikationswissenschaften, Psychologie und Soziologie an der Technischen Universität Dresden. 2014 sollte sie als "Bachelorette" in der gleichnamigen RTL-Kuppelshow mitmachen. Kurz vor Vertragsunterzeichnung sagte sie ab, entschied sich gegen die Kuppelshow.