Berlinale-Moderatorin Anke Engelke hat Leipzig mit Nazi-Deutschland verglichen. Nicht nur im Netz erntet die Komikerin dafür böse Kommentare.

An Anke Engelkes Humor scheiden sich bisweilen die Geister. Nun schlägt ihr starker Wind entgegen: Die Komikerin beleidigte bei der Eröffnungsgala der Berlinale die Stadt Leipzig mit einem Nazi-Vergleich.

Nazi-Vergleich bei Berlinale

Engelke sagte: "George Clooney hat für 'The Monuments Men' viele Millionen investiert, um Deutschland in Nazi-Deutschland zu verwandeln. Dabei hätte er es billiger haben können – 180 Kilometer südlich in Leipzig."

Die Anspielung fanden viele Zuschauer gar nicht lustig. Auch auf Twitter und Facebook empören sich Nutzer über die 50-Jährige.

"Die soll dahin wo nichtmal Pfeffer wächst!!!!! Und lustig ist das klappergestell e nicht", schreibt ein User auf Facebook. Und ein anderer vermutet, dass Engelke eigentlich einen anderen Ort gemeint haben könnte. Er schreibt: "Geographie: 6, setzen! Die nicht mehr ganz frische Frau hält Leipzig für die Landeshauptstadt? Nämlich 180 km südlich von Berlin liegt Dresden oder Freiberg, je nachdem, wie genau man das südlich nimmt. Beide Orte passen auch farblich eher zu der Aussage."

Ein weiterer Nutzer kommentiert: "Die kennt den Film nicht, geschweige Leipzig. Der Vergleich ist primitiv." Und ein weiterer fragt: "War Frau Engelke eigentlich schon mal in Leipzig? Ich glaube nicht. Sie würde dann so einen Misst nicht verbreiten."

"Unlustig und doof"

Auch auf Twitter wird rege kommentiert. Ein User schreibt: "Ich fand Anke Engelke schon immer unlustig und doof." Und ein Publizist meint: "Den Namen Anke Engelke sollte man auch künftig nicht mit intelligenten politischen Bemerkungen in Verbindung bringen."

Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, lässt über die "Bild"-Zeitung ausrichten: "Liebe Anke Engelke, George Clooney war schon einige Male in Leipzig. Sicher war er wie alle Gäste von der Attraktivität der Stadt und der Gastfreundschaft der Leipziger begeistert. Gerne lade ich Sie nach Leipzig ein, damit Sie sich selbst ein Bild von unserer weltoffenen Handels- und Kulturmetropole machen können."

Auch ein Politiker hat die Moderatoren kritisiert. Der "Bild" sagte Leipzigs CDU-Kreisvorsitzender Robert Clemen: "Genau das sind die Dinge, die die Leute im Osten aufregen: Dass uns jemand einfach von außen ein Bild überstülpt, das es so nicht gibt. Wir haben, wie jede andere Stadt auch, die politischen Extreme. Aber eine weltoffene Stadt wie Leipzig mit Nazideutschland zu vergleichen, ist daneben und nicht nachvollziehbar." (far)