Alfred Biolek, Peter Alexander und Co.: Die Showmaster der 70er und 80er

TV-Tausendsassa Alfred Biolek wird am 10. Juli 85 Jahre alt. Als Unterhaltungskünstler, Fernsehkoch, Autor und Produzent prägte er die deutsche Medienlandschaft über 40 Jahre lang. Neben ihm eroberten gleichzeitig auch andere deutschsprachige Entertainer wie Peter Alexander oder Rudi Carell die ganz großen Bühnen. Eine kleine Zeitreise in das deutsche Showgeschäft der 70er und 80er Jahre. © spot on news

Angefangen hat Alfred Biolek als studierter Jurist in der Rechtsabteilung des ZDF. Doch schnell entdeckte er Anfang der 60er sein Unterhaltungstalent. Und man ließ ihn gewähren. 1976 startete er mit Dieter Thoma beim WDR seine erste Talkshow "Kölner Treff". Es folgten Formate wie "Bio's Bahnhof", "Mensch Meier" oder "Boulevard Bio". Hier empfängt Biolek 1983 den Eiskunstläufer Norbert Schramm in seiner Talkshow "Bei Bio".
Biolek unterhielt die TV-Nation nicht nur mit Spiele- und Talkshow-Formaten, er war es auch, der in den 90er-Jahren mit "alfredissimo!" Kochsendungen in Deutschland populär machte. Der Entertainer war in vielen Dingen ein Vorreiter, sodass er heute mit 85 Jahren zufrieden auf sein Leben zurückblickt. "Ich bin auf das Sterben vorbereitet", verkündete er Anfang Juli 2019 in einem Interview mit "Bunte".
Mit seiner Frau Vivi Bach moderierte Dietmar Schönherr in den 70er-Jahren die damals äußerst innovative Samstagabend-Spielshow "Wünsch Dir Was". Das Format, das anderen Kollegen zu riskant war, wurde zu einer der beliebtesten Sendungen seiner Zeit. Mit der ersten deutschen Talkshow "Je später der Abend", schrieb Schönherr 1973 ebenfalls Showmaster-Geschichte. Was nur eingefleischte Fans wissen: Der Moderator und Schauspieler war auch die deutsche Synchronstimme von James Dean.
Schönherr zeichnete nicht nur sein Mut für Neues aus, sondern er engagierte sich auch für zahlreiche soziale und kulturelle Projekte, speziell in Nicaragua und bezeichnete sich selbst als Mitglied der Friedensbewegung. "Ich bin ein Träumer, der die Welt verbessern will", erklärte er immer wieder in Interviews. Für sein Lebenswerk wurde er 2011 mit dem "Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst" in Wien geehrt. Schönherr starb am 18. Juli 2014 in Spanien.
Ein Moderator mit Charakter-Gesicht: Über 21 Jahre lang und ganze 134 Mal moderierte Heinz Schenk die Kultshow "Blauer Bock", die zwischen 1957 und 1987 im Hessischen Rundfunk lief. Bei der Heimatmusik-Show, die sich stets zwischen Bierbänken und Fachwerkhaus-Kulisse abspielte, gab Schenk auch eigene Sketsche zum Besten.
Von 1993 bis 1996 erlebte Schenk mit "Fröhlich eingeSchenkt" nochmal ein Comeback. Hier ist der 2014 verstorbene Entertainer mit zwei brasilianischen Tänzerinnen bei Roberto Blancos Geburtstagsgala zu sehen, die 2017 im Rahmen der NDR-Fernsehsendung "Aktuelle Schaubude" ausgestrahlt wurde.
Als Sänger, Schauspieler, Moderator, Showmaster und Alleinunterhalter gehörte der Niederländer Rudi Carell nicht nur zu den unermüdlichsten, sondern auch zu den beliebtesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Seine Spiel-Show "Am laufenden Band", bei der Paare gegen andere Paare antreten mussten, gilt bis heute als das erfolgreichste Unterhaltungsformat der 70er-Jahre.
Eines der letzten Bilder von Rudi Carell, hier im Jahr 2005 mit Kollegin Linda de Mol. Unvergessen bleibt auch seine Kuppelshow "Herzblatt", die eigentlich als normale Vorabendsendung gedacht war, aber unerwartet hohe Einschaltquoten erhielt. Carell starb am 7. Juli 2006 in Bremen.
Der österreichische Sänger, Schauspieler, Pianist und Entertainer Peter Alexander prägte das deutschsprachige Show-Business wie kaum ein anderer. Es gibt wohl keine große Bühne, die er von Mitte der 50er bis Mitte der 90er nicht betrat. Hier moderiert Alexander die Gala-Show "Treffpunkt Herz", die 1975 zur Gunsten der Deutschen Krebshilfe veranstaltet wurde. Zwischen zahlreichen Gesangseinlagen, Sketchen und Parodien hatte damals auch Schauspieler Heinz Rühmann einen Auftritt.
Die Hallen, in denen Peter Alexander auftrat, waren stets ausverkauft, seine TV-Shows erzielten Rekord-Einschaltquoten. Er liebte es, mit anderen Megastars gemeinsame Sache zu machen, wie hier bei einem Auftritt Mitte der 90er in Wien mit Opernlegende Montserrat Caballé. Alexander starb am 12. Februar 2011, eine offizielle Todesursache wurde nie bekannt gegeben.
Die Quizshow "Dalli Dalli" mit Hans Rosenthal ist bis heute Kult und bleibt – trotz einiger Versuche, das Format neu aufzulegen – für die Fans bis heute unerreicht. Zwischen 1971 und 1986 übernahm Rosenthal 153 Mal die Moderation. Dass Rosenthal den Weg des Entertainers wählte, obwohl er als Kind jüdischer Eltern den Holocaust miterlebte und seine Familie im KZ umkam, mag unter anderem auch sein persönlicher Weg gewesen sein, mit dem unaussprechlichen Schrecken umzugehen. Rosenthal, der Mitglied des "Zentralrats der Juden" war, starb 1987 an Magenkrebs.
Ebenfalls Kult: Wim Thoelke, der die ZDF-Show "Der Große Preis" ab 1974 über 200 Mal moderierte. Für die Quizsendung, bei der die Kandidaten ihr Allgemein- und Fachwissen beweisen mussten, schuf Loriot übrigens extra die beiden Zeichentrickfiguren "Wum und Wendelin". Thoelke starb 1995 im Alter von 68 Jahren an den Folgen seines langjährigen Herzleidens.