(mf) Blut, Knoblauch, Kreuze - Wissen Sie wirklich alles über Vampire? Wir haben die zehn wichtigsten Fakten über die bleichen Blutsauger für Sie zusammengestellt.

1. Gibt es wirklich Vampire?

Vampire haben Hochkonjunktur: Im Fernsehen und Kino gehören die bleichen Gestalten zu den Zuschauergaranten. Aber gibt es sie tatsächlich?

Dieser Frage nahm sich im Jahr 2006 ein amerikanischer Professor der Quantenmechanik und Teilchenphysik an. Er legte die Geburtsstunde des ersten Vampirs auf das Jahr 1600. Wenn dieser und seine "Nachfahren" ihren monatlichen "Biss-Turnus" exakt eingehalten haben, wäre die Erde bereits nach 29 Monaten nur noch von Vampiren bevölkert gewesen. Es hätte also keine Menschen mehr gegeben.

Daraus schloss er, dass es entweder keine Vampire gibt - oder wir alle in Wirklichkeit Blutsauger sind.

2. Der erste Vampir

Das kroatische Dorf Kringa schmückt sich mit dem schönen Titel, die Heimat des "ersten bekannten Vampirs" gewesen zu sein. Der Bauer Jure Grando starb im Jahr 1652. 20 Jahre später soll er aus seinem Grab gestiegen sein und 16 Jahre lang sein Unwesen getrieben haben. Immer wenn er an eine Haustür des Dorfes klopfte, starb bald darauf jemand aus diesem Haus. Erst als die Dorfbewohner den Leichnam ausgruben und ihn köpften ließ der umtriebige Bauer seine ehemaligen Nachbarn in Ruhe.

4. Die Blutgräfin

Nicht nur Männern wird Vampirismus nachgesagt. Die im 16. Jahrhundert lebende Gräfin Elisabeth Báthory gilt als eine der gruseligsten Figuren der Blutsaugergeschichte. Die Ungarin soll hunderte junger Mädchen in ihre Burg gelockt haben, um sie dort mit Hilfe ihrer Dienerinnen bestialisch zu ermorden. Anschließend soll sie das Blut der Mädchen getrunken und darin gebadet haben - um selbst jung zu bleiben.

Ob die historisch belegte Elisabeth wirklich eine so grausige Mörderin war oder die Vorfälle nur auf einer Intrige beruhen, konnte bisher nie geklärt werden. Ihre Geschichte inspirierte auf jeden Fall unzählige Schriftsteller und Filmemacher. Zuletzt schlüpfte July Delpy in die Rolle der blutgierigen Gräfin.

3. Vampire - nicht nur aus Transsylvanien

Von Vampiren wird nicht nur aus dem südosteuropäischen Raum berichtet. Auch andere Kulturen kennen Legenden von Blutsaugern - so auch in Ghana, wo die Asanbosam leben. Diese unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von einem normalen Menschen. Allerdings sollen sie Zähne aus Eisen besitzen, an den Beinen hakenartige Fortsätze und spinnenartig sechs Arme. Auf Jagd gehen die Asanbosam im Urwald, wo sie von Bäumen aus geeignete Opfer anfallen.

Auch Schotten kennen Vampire, aber nicht als blutsaugende Monster, sondern als verführerische Baobhan-Sith. Diese wunderschönen, meist grün gewandeten Mädchen bringen vor allem jungen Männern den Tod.

5. Der "Vater" aller Vampire

Bram Stoker schuf mit seinem Roman "Dracula" den wohl bekanntesten Vampir: Graf Dracula. Generationen gruselten sich allein schon bei seinem Namen. Die Geschichte des Grafen beruht auf den legendenumrankten Grafen Vlad III. Draculea, der im 15. Jahrhundert in Rumänien lebte.

Kirsten Stewart und Robert Pattinson kurz vor dem schönsten Kuss der Filmgeschichte.

Der oft als sehr grausam beschriebenen Vlad liebte gemeine Folter- und Tötungsmethoden wie Enthäuten, Rösten oder Kochen. Bekannt wurde er aber vor allem durch seine beliebteste Hinrichtungsart, dem Pfählen. Dadurch erhielt er auch den Beinamen Tepes (der Pfähler).

Bram Stoker erlebte den Siegeszug seiner Romanfigur "Dracula" nicht mehr mit. Als er 1908 starb, dümpelte der Verkauf des Buches vor sich hin. Erst der Film "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" von Friedrich-Wilhelm Murnau machten den Grafen 1922 auf einen Schlag weltberühmt.

6. Die berühmteste Vampirin

Neben Dracula erblickte auch ein weiblicher Vampir im 19. Jahrhundert "das Licht der Welt". Mit "Carmilla" schuf der Ire Joseph Sheridan Le Fanu eine beeindruckende Vampirnovelle.

Carmilla, eine lesbische Vampirin, schleicht sich in das Haus eines pensionierten Militärs ein, um dessen Tochter zu verführen. In feministischen und lesbischen Kreisen gilt die Hauptfigur immer noch als Ikone. Auch sie hat eine berühmtes Vorbild - die bereits vorhin erwähnte Blutgräfin.

Das Kreuz hat noch nichts von seiner Wirksamkeit gegen Vampire eingebüßt.

7. Vampire küssen besser

Mit dem Titel des schönsten Filmkusses der Filmgeschichte können sich nicht Scarlett O'Hara und Rhett Butler aus dem Klassiker "Vom Winde verweht" schmücken.

Ein Vampir macht das Rennen: Edward und die schöne Bella aus "Twilight - Biss zum Morgengrauen".

Bei einer Umfrage des Internetportals "Moviepilot" wählten die Nutzer anlässlich des Weltkinotags aus 15 berühmten Filmszenen Kristen Stewart und Robert Pattinson ganz nach oben.

8. Vampirismus - eine biologische Erklärung

Der Glaube an Vampire kommt nicht von ungefähr. Oft waren ganz "natürliche" Gründe der Grundstock zu seiner Entstehung. Zwar nicht allein, aber sie lieferten doch immerhin glaubhafte Belege für die Existenz von Vampiren.

Vampirfledermäuse zum Beispiel übertragen bei ihrem Biss oft Krankheiten wie Tollwut. Als 17. und 18. Jahrhundert regelrechte Tollwutepidemien in Transsilvanien ausbrachen, gaben die Menschen natürlich dem "bösen" Blutsauger die Schuld.

Auch Tuberkulose und Milzbrand trugen ihren Teil an der Verbreitung des Vampirismus bei. Wenn ein mutmaßlicher Vampir nach seinem Tod ausgegraben um geköpft oder gepfählt zu werden, gab er die noch sehr lebendigen Bakterien an die Totengräber weiter - und verursachte damit auch nach seinem Tod neues Leid.

Zum Vampirglauben trug auch viel die Unwissenheit über das Aussehen von Leichen bei. Als typische Vampirzeichen galten Kauen und Schmatzen der Toten (Geräusche beim Leichenzerfall) und oft die fast körperliche Unversehrtheit (zurückzuführen auf die Bodenbeschaffenheit).

Aber auch wir würden heute erschrecken, wenn ein seit langer Zeit im Boden liegender Toter immer noch komplett unverwest wäre.

9. Der richtige Schutz

Was tun, wenn ein Vampir mich beißen will? Knoblauch und Kruzifixe gelten bereits seit dem 18. Jahrhundert als sicherer Schutz vor Vampiren.

Doch der Knoblauch hat seine Schutzfähigkeit bereits eingebüßt, wie eine Studie aus dem Jahr 1994 eindrucksvoll belegt. Die Norweger Sandvik und Baerheim untersuchten, ob Vampire Knoblauch meiden oder nicht. Mangels Vampiren mussten Blutegel als Versuchsobjekt herhalten. Diese zeigten eine eindeutige Präferenz für Knoblauch, woraus die beiden Wissenschaftler schlossen, dass Knoblauch auch anderen Blutsaugern - eben Vampire - nichts anhaben können.

Das heißt, also doch zum Weihwasser greifen.

10. Echt oder nicht echt

Es gibt ihn - den kleinen Unterschied zwischen einem Vampir und einem Vampyr. Vampire sind Menschen, die sich als solche verkleiden, sich in der Szene bewegen, auf Vampirpartys gehen.

Vampyre dagegen halten sich für echte Vampire. Sie trinken echtes menschliches Blut von Spendern oder Tierblut vom Schlachthof. Sie spielen nicht das Vampirsein sondern sie leben es. Echte Vampyre wollen nicht auffallen und sind deshalb kaum von anderen Menschen zu unterscheiden - im Gegensatz zu Vampiren.