(lug) - Sportmoderator Waldemar Hartmann will nach der Trennung von der ARD ein autobiografisches Werk veröffentlichen. "Ich schreibe an meiner Biografie, die im kommenden Herbst auf den Markt kommt", sagte er der "taz" (Samstagausgabe).

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Hartmann steht ab Ende des Jahres ohne ARD-Sendung da. Mitte dieser Woche war seine vom zuständigen Sender MDR vorgeschlagene Vertragsverlängerung als Moderator von "Boxen im Ersten" von der Konferenz der ARD-Sportchefs abgeschmettert worden.

Zuvor hatte er eine einjährige Vertragsverlängerung für seinen Fußball-Stammtisch "Waldis Club" abgelehnt. Der Fußball-Stammtisch war bei der EM im Sommer von Kritikern, auch innerhalb der ARD, unter Beschuss genommen worden ("Weißbier-Duz-Sportjournalismus") - ungeachtet der hervorragenden Quoten der Sendung.

In der "sonntaz", der Wochenendausgabe der "taz", weist Hartmann die Kritik an seiner Arbeit als "Hochmut" zurück: "Da wird genau der polternde Haudraufjournalismus selbst produziert, der kritisiert wird", sagt er. In einer "Schönschreibecke" könne man nicht den Mainstream erreichen. Das aber sei für eine solche Sendung zwingend nötig. Seiner Meinung nach ist "Sport im Prinzip Unterhaltung." Generell sei der Journalismus "leider kein Rechercheberuf mehr, sondern ein Abschreibberuf geworden".

Er selbst sieht sich als "unterhaltender Journalist." Er sei auch privat, wie er sich im Fernsehen gebe: "Ich könnte ja so tun, als ob ich privat Chopin höre und eine Schmetterlingssammlung pflege, aber das tue ich nicht. Ich verstelle mich nicht, aber ich werde eben auch völlig überzeichnet dargestellt."