Virtuell aber nicht weniger emotional - Das sind die Highlights der 78. Golden Globe Awards

Wegen Corona feierte die 78. Golden Globe-Verleihung in diesem Jahr eine unfreiwillige Premiere: Anstelle einer großen Veranstaltung vor Ort wurden die Nominierten per Videoübertragung aus aller Welt dazugeschaltet. Trotzdem gab es viele Emotionen und einige Überraschungen - wir haben die besten Momente zusammengestellt.

Zum vierten Mal in Folge moderierten die beiden Komikerinnen Tina Fey (links) und Amy Poehler (rechts) die Zeremonie. Anders als sonst standen die Beiden allerdings auf getrennten Bühnen: Während Fey sich live aus dem New Yorker Rainbow Room dazu schaltete, war Poehler in Beverly Hills vor Ort.
Für die sogenannten "Presenter" der Show, welche beim Verkünden der Gewinner helfen, gab es dieses Jahr ein großes Star-Aufgebot: Neben den Promi-Ehepaaren Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones (Bild) und Kevin Bacon samt Ehefrau Kyra Sedgwick waren auch Renee Zellweger, Margot Robbie und viele andere dabei.
Auch Joaquin Phoenix half beim Austeilen der Trophäen. Indem er eine Jacke mit der Aufschrift "animal EQUALITY" trug, machte er einmal mehr auf den Tierschutz aufmerksam, für den er sich seit Jahren mit seiner veganen Ernährung und seinem Aktivismus einsetzt.
Die Kategorie "Bestes Filmdrama" gewann das auf einem Sachbuch basierende Roadmovie "Nomadland" der Regisseurin Chloé Zhao. Es handelt von einer 60-jährigen Witwe, die als moderne Nomadin mit ihrem Van im Westen der USA ein Leben fernab von gesellschaftlichen Konventionen erkundet.
Dabei gebührte dem Film gleich doppelte Ehre: Denn auch die Regisseurin Chloé Zhao bekam für ihr Werk die Trophäe als beste Regisseurin. Damit ist sie seit der 1944 erstmals vergebenen Auszeichnung erst die zweite Frau und die erste Asiatin in der Geschichte, die das geschafft hat.
Die Satire "Borat Subsequent Moviefilm" wurde als beste Filmkomödie ausgezeichnet. Im Zentrum des von Amazon produzierten Films stehen die alltäglichen und gesellschaftskritischen Erlebnisse des fiktiven Fernsehreporters Borat.
Auch der britische Hauptdarsteller und Produzent der Komödie selbst, Sacha Baron Cohen konnte ordentlich absahnen. Er erhielt die Auszeichnung als bester Schauspieler in einer Komödie. Gemeinsam mit seiner Frau Isla Fisher nahm er den Preis virtuell entgegen.
Eine Premiere gab es auch für die die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Andray Day: Für ihre Performance in „The United States vs. Billie Holiday“, einem Biopic über die verstorbene Jazz-Sängerin Billie Holiday, erhielt sie den für sie ersten Golden Globe als beste Darstellerin im Drama.
Sie selbst empfand den Erfolg als bittersüß, als "aufregend aber gleichzeitig auch herzzerbrechend". Denn die 36-Jährige ist die bisher erst zweite schwarze Frau in der Geschichte der Golden Globes, die diesen Preis erhalten hat. Sie bedauerte die geringe Wertschätzung für deren vielschichtiges Talent in der Vergangenheit.
Als bester Nebendarsteller konnte Daniel Kaluuya mit seiner Rolle in der Biographie "Judas and the Black Messiah" über Fred Hampton und die die Black Panther Party in den 1960er Jahren überzeugen. Er setze sich damit unter anderem gegen Größen wie Bill Murray und Jared Leto durch.
Für die erst zwölfjährige Deutsche Helena Zengel gab es leider keine Trophäe. Sie wurde für ihre Rolle an der Seite von Hollywood-Star Tom Hanks in dem Western "Neues aus der Welt" nominiert. Dennoch gilt sie mit ihrem außergewöhnlichen Talent in so jungen Jahren als Siegerin der Herzen.
Stattdessen ging der Preis für die beste Nebendarstellerin an Jodie Foster (rechts oben, gemeinsam mit Frau Alexandra und Hund Ziggy) für ihre Rolle in dem Polit-Thriller "The Mauritanian". Dieser erzählt die Geschichte eines im Zuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 unschuldig Verurteilten, der im Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert wird.
Für den wohl traurigsten Moment des Abends sorgte die posthume Ehrung des bereits verstorbenen Chadwick Boseman, welcher letztes Jahr im Alter von 43 Jahren den Kampf gegen Krebs verlor. An seiner Stelle nahm seine Witwe Taylor Simone unter Tränen die Auszeichnung als bester Drama-Darsteller für seine letzte Rolle in dem Jazz-Film "Ma Rainey's Black Bottom" entgegen.
Die britische Netflix-Produktion "The Crown" konnte gleich viermal abräumen und ging damit als großer Gewinner aus den Golden Globes hervor. Sowohl sie selbst konnte als beste Drama-Serie überzeugen, als auch drei ihrer Darsteller heimsten Preise ein. Allen voran Emma Corrin (Bild), welche in der vierten Staffel Lady Diana verkörpert und als beste Serien-Hauptdarstellerin geehrt wurde.
Zudem erhielt auch Josh O' Connor (Bild), welcher in Staffel 4 an ihrer Seite Dianas Ehemann Prince Charles spielt, eine Auszeichnung als bester Serien-Hauptdarsteller. Darüber hinaus gewann Gillian Anderson für ihre Rolle der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher den Globe in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin - Serie, Mini-Serie oder TV-Film".
Eine Sonderauszeichnung erhielt die Filmikone Jane Fonda in Form des sogenannten "Cecil B. DeMille Award". Damit wurde sie nicht für eine bestimmte Rolle, sondern für ihr bisheriges Gesamtwerk geehrt.
Der Produzenten-Ponier Norman Lear, Schöpfer von Shows wie "All in the Family" und "The Jeffersons", erhielt ebenfalls eine Ehren-Trophäe für sein Gesamtwerk, den sogenannten "Carol Burnett Award". Dieser wird für besondere Dienste im Bereich Fernsehen verliehen.
Private Einblicke und damit den rührendsten Moment des Abends gab es bei der Verleihung in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film". Der Regisseur des koreanische Familiendramas "Minari" wurde nicht nur mit dem Award, sondern auch mit einer dicken Umarmung von seiner stolzen kleinen Tochter geehrt.
Für ihre Rolle als Schachprofi in der Netflix-Serie "Damengambit" heimste Anya Taylor-Joy (Bild) den Preis in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie“ ein. Sie stach damit unter anderem Shira Haas aus, welche in der deutschen Produktion "Unorthodox" eine ultra-orthodoxe Jüdin spielt.
Auch das Schachdrama "Damengambit" selbst erhielt eine Auszeichnung als beste Miniserie und heimste Netflix damit die insgesamt zehnte Trophäe seiner 42 nominierten Produktionen ein. Der Streamingdienst ist damit der eindeutige Sieger der Golden Globes 2021.