Stefan Raab wird 53: So wurde der Metzger zum beliebten TV-Entertainer

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Stefan Raab scheint zum Entertainer geboren worden zu sein. Ursprünglich war er einmal Metzger und arbeitete sich dann zum Unterhaltungsgesicht von ProSieben hoch. Heute hält sich der gebürtige Kölner zwar von sämtlichen TV-Kameras fern, im Hintergrund werkelt er dennoch weiter an neuen Fernseh-Projekten. Am 20. Oktober feiert Raab seinen 53. Geburtstag – ein Anlass, um seine Karriere noch einmal Revue passieren zu lassen. © spot on news

Als Sohn eines Metzgers war Stefan Raab zu jener Zeit vermutlich noch nicht klar, einmal das Unterhaltungsgesicht im deutschen Fernsehen zu werden. Nach seinem Abitur widmete er sich 1987 zunächst einem Studium der Rechtswissenschaft in Köln. Nebenbei schloss er zudem eine Metzgerlehre in dem Betrieb seiner Eltern ab.
Schnell merkte Raab, dass weder die Metzgerei noch die Anwaltskanzlei die Orte waren, an denen er seine berufliche Laufbahn starten wollte. Stattdessen entdeckte er seine Kreativität bei dem Produzieren von Werbespots und Jingles.
Der Musikwelt blieb er zunächst gänzlich treu. So entwickelte er schließlich einen eigenen Musikverlag sowie ein Plattenlabel unter dem Namen RARE (Raab Records). Darüber hinaus veröffentlichte er weiter Musik, unter anderem für Bürger Lars Dietrich (re.), Die Prinzen sowie das RIAS-Rundfunkorchester.
Auch das Fernsehpublikum stieß schon bald auf den einzigartigen Tausendsassa. So moderierte Raab von 1993 bis 1998 die Comedyshow "Vivavision" beim Musiksender VIVA.
Dort präsentierte er schließlich auch seinen Rap über den deutschen Bundestrainer während der Fußball-WM '94, Berti Vogts. "Böörti Böörti Vogts" schaffte es daraufhin in die deutschen Single-Charts.
Unvergesslich ist auch Raabs Geburtstagsständchen "Hier kommt die Maus" für "Die Sendung mit der Maus", mit dem er 1996 einen Charterfolg landete. Die Sendung feierte zu jenem Zeitpunkt ihr 25. Jubiläum.
Auch Raabs Studioplatte "Schlimmer Finger" (1997) war nicht zu verachten. Das Album brachte ihm sogar eine Echo-Auszeichnung als "Bester Produzent" ein.
Spätestens seit des Eurovision Song Contests 1998 ist klar: Raab hat ein Gespür für Hit-Material. Er komponierte das Lied "Guido hat euch lieb!", mit dem Guido Horn (Foto) den siebten von 25 Plätzen belegte.
Auch seine Fernsehkarriere entpuppte sich zu einem großen Erfolg. Seine Late-Night-Show "TV total" auf ProSieben flimmerte ab 1999 über die abendlichen TV-Bildschirme. Besonders seine gnadenlosen Streiche hatten es den Zuschauern angetan. Doch nicht alle waren seinem Programm gegenüber positiv gestimmt.
Für seine teils immense Bloßstellungen erntete Raab auch zahlreiche Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, sein Humor basiere auf Kosten schwächerer oder medienunerfahrener Personen. Zudem würde er das Persönlichkeitsrecht anderer angreifen, hieß es.
Doch von seinen Kritikern ließ sich der Entertainer keineswegs beirren. 2000 nahm er das Mikro beim ESC selbst in die Hand und schaffte es mit "Wadde hadde dudde da" auf den fünften Platz.
Raab brachte über die Jahre nicht nur sich selbst zum Erfolg. So verhalf er auch anderen Newcomern zu ihrem Glück, darunter Max Mutzke (li.), der für Deutschland 2004 in den ESC-Ring stieg…
… sowie auch Lena Meyer-Landrut (re.), die sich mit "Satellite" 2010 in Oslo auf den ersten Platz sang. Mit ihr hatte Raab sein ultimatives Ziel, Deutschland auf Platz eins zu katapultieren, endlich erreicht.
Ab 2006 mischte Raab auch in der Welt der Spielshows mit. So stellte er schließlich seine legendäre Sendung "Schlag den Raab" auf ProSieben vor, in der er sich den unterschiedlichsten Herausforderungen stellte und gegen verschiedenste Kandidaten antrat – und das live. Insgesamt soll er etwa 70 Prozent aller Ausgaben für sich entschieden haben.
Aus "Schlag den Raab" wurden schließlich auch Ableger produziert, unter anderem die Show "Schlag den Star", in der Promis aus allen Bereichen verschiedenste Fähigkeiten zum Besten geben, "Schlag den Henssler", in der es den TV-Koch Steffen Henssler zu schlagen galt, sowie jüngst "Schlag den Besten".
Auch aus Raabs "TV total"-Show wurden zahlreiche Sondersendungen entwickelt. So wurden prominente Persönlichkeiten zum "TV total Turmspringen" oder zur legendären "Wok-Weltmeisterschaft" geladen. Zudem wurde auch hin und wieder mal gepokert oder es wurden Rennwagen zu Schrott gefahren.
Am 17. Juni 2015 folgte schließlich eine schockierende Botschaft für die deutsche TV-Welt: Stefan Raab beendete seine Fernsehkarriere. Eine Ära ging zu Ende. Doch warum das plötzliche Aus?
Die vergangenen 20 Jahre seien ihm selbst wie ein Rausch vorgekommen. "Da muss auch mal gut sein", erklärte der Entertainer selbst in einem Statement. Aber dennoch, die Füße gänzlich hochgelegt hat Raab bis heute nicht.
Noch immer beteiligt er sich an zahlreichen neuen TV-Formaten – auch wenn er nicht selbst auf die Mattscheibe zurückkehrt. Darüber hinaus betrat er im Oktober 2018 noch einmal die Bühne, auf der er sein Programm "Stefan Raab live!" zum Besten gab. Einen Tag nach der Show gingen die Urteile von Presse und Fans jedoch weit auseinander.
Sein Privatleben hält Raab bis heute vollends aus der Öffentlichkeit heraus. Er soll mit seiner Lebensgefährtin und seinen beiden Töchtern in Köln leben.